Person

Marie-Louise von Österreich

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Geburt

  1. 12.12.1791

Tod

  1. 17.12.1847

Porträt von Marie-Louise von Österreich
Bildnachweis

Ritratto della duchessa Maria Luigia d'Austria, raffigurata a mezza persona assisa in trono e con le insegne dell'Ordine Costantiniano di S. Giorgio

Isacco Gioacchino Levi (1818-1908)

https://catalogo.beniculturali.it/detail/HistoricOrArtisticProperty/0800130211

Bildquelle: File:Maria Luigia of Austria, duchess of Parma.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Marie-Louise von Österreich, mit vollständigem Namen Marie-Louise Leopoldine Franziska Theresia Josepha Lucia von Habsburg-Lothringen, wurde am 12. Dezember 1791 in Wien geboren und starb am 17. Dezember 1847 in Parma. Als älteste Tochter Kaiser Franz’ I. von Österreich war sie Erzherzogin von Österreich sowie Prinzessin von Ungarn und Böhmen. Von 1810 bis 1814 war sie Kaiserin der Franzosen und Königin von Italien, anschließend regierte sie bis zu ihrem Tod als Herzogin von Parma, Piacenza und Guastalla. Ihre Kindheit fiel in eine Zeit tiefgreifender politischer Umwälzungen. Kurz nach ihrer Geburt starb ihr Großvater Leopold II., und ihr Vater bestieg den Thron. Frankreich erklärte Österreich den Krieg, die Monarchie in Frankreich wurde abgeschafft, Ludwig XVI. und Marie-Antoinette wurden hingerichtet. Marie-Louise war erst 22 Monate alt, als ihre Großtante Marie-Antoinette starb; dennoch prägten diese Ereignisse ihr Verhältnis zu Frankreich und zu Napoleon nachhaltig. In ihrer Familie galt Napoleon als Verkörperung der Revolution und als Feind der europäischen Monarchien. Marie-Louise wuchs zwischen der Wiener Hofburg und den Sommerresidenzen Schönbrunn und Laxenburg auf. Zu ihrem Vater hatte sie ein besonders enges Verhältnis, während ihre Mutter als kühl und wenig zugewandt beschrieben wurde. Eine wichtige Bezugsperson war ihre Gouvernante, die Gräfin Colloredo, mit deren Tochter Victoire sie ebenfalls verbunden blieb. Die junge Erzherzogin erhielt eine fürstliche, zugleich verhältnismäßig einfache Erziehung. Sie lernte vor allem Französisch und Italienisch, beschäftigte sich mit Geschichte, Geografie, Religion und Musik und widmete sich gern dem Klavierspiel, der Handarbeit, dem Zeichnen, Kochen und Gärtnern. Die Kriege zwischen Österreich und Napoleon erlebte sie aus der Nähe. Nach den österreichischen Niederlagen bei Ulm und Austerlitz musste die kaiserliche Familie wiederholt aus Wien fliehen. 1809 wurde Österreich in der Schlacht von Wagram entscheidend geschlagen und durch den Vertrag von Schönbrunn zu einem demütigenden Frieden gezwungen. In diesem politischen Zusammenhang beschloss Napoleon, nach seiner Scheidung von Joséphine de Beauharnais eine habsburgische Prinzessin zu heiraten. Die Ehe sollte eine neue Dynastie sichern und die langjährigen Konflikte zwischen Frankreich und Österreich beenden. Marie-Louise war von den Verhandlungen zunächst nicht offiziell unterrichtet und lehnte die Vorstellung ab, den von ihr verhassten Napoleon heiraten zu müssen. Schließlich erklärte sie sich bereit, sich „für das Glück des Staates“ zu opfern. Die Hochzeit wurde am 11. März 1810 in Wien stellvertretend vollzogen; die offizielle Trauung fand am 2. April im Louvre statt. Die 18-jährige Österreicherin wurde damit Kaiserin der Franzosen. In Paris begegnete man ihr jedoch mit Misstrauen. Sie wurde als „die Österreicherin“ bezeichnet, und viele Franzosen erinnerten sich an Marie-Antoinette. Auch die Familie Napoleons behandelte sie häufig abschätzig. Privat entwickelte sich die Ehe zunächst günstiger als erwartet. Napoleon war von ihrer Herkunft, ihrer Frömmigkeit und ihrem häuslichen Charakter beeindruckt. Marie-Louise war gehorsam, zurückhaltend und mischte sich nicht in die Politik ein. Sie fand Gefallen an ihrer neuen Stellung, fühlte sich in Frankreich aber nie völlig zu Hause. An den Tuilerien lebte sie in Räumen, die einst Marie-Antoinette gehört hatten, was ihre Unsicherheit verstärkte. Ihre wichtigste Freundin am Hof wurde die Herzogin von Montebello. Marie-Louise widmete sich weiterhin Musik, Zeichnen, Lesen, Handarbeiten, religiösen Pflichten und karitativen Aufgaben. Am 20. März 1811 brachte sie nach einer schwierigen, zwölf Stunden dauernden Geburt den ersehnten Thronfolger zur Welt: Napoleon Franz Karl Joseph, den König von Rom. Das Kind kam zunächst ohne Lebenszeichen zur Welt, konnte jedoch gerettet werden. Marie-Louise litt stark unter der Geburt und durfte sich später nur eingeschränkt um ihren Sohn kümmern, da Napoleon seine Erziehung selbst plante und ihn einer Gouvernante anvertraute. Während Napoleons Russlandfeldzug 1812 blieb sie mit ihm brieflich verbunden. 1813 und 1814 wurde sie zweimal zur Regentin ernannt. Ihre politische Rolle blieb allerdings weitgehend repräsentativ, da die Entscheidungen von Napoleon und seinen Ministern getroffen wurden. Als Österreich 1813 dem Bündnis gegen Frankreich beitrat, musste Marie-Louise sich gegen ihren eigenen Vater auf die Seite ihres Mannes stellen. Nach Napoleons Niederlagen verschärfte sich die Lage. Im März 1814 verließ sie mit ihrem Sohn Paris und floh nach Blois. Napoleon dankte im April ab und wurde auf die Insel Elba verbannt. Marie-Louise folgte ihm nicht, sondern kehrte unter den Schutz ihres Vaters nach Wien zurück. In Frankreich wurde sie dafür scharf kritisiert, während sie selbst zwischen Zuneigung zu Napoleon, Angst und familiärer Loyalität schwankte. Der Wiener Kongress sprach ihr 1815 die Herzogtümer Parma, Piacenza und Guastalla auf Lebenszeit zu. Ihr Sohn durfte diese Gebiete jedoch nicht erben und wurde als Herzog von Reichstadt in Österreich erzogen. Marie-Louise lebte bald mit dem österreichischen General Adam Albert von Neipperg zusammen. Sie wurde seine Geliebte und heiratete ihn nach Napoleons Tod 1821 in einer morganatischen Ehe. Mit Neipperg hatte sie vier Kinder, von denen zwei kurz nach der Geburt starben. Die beiden überlebenden Kinder, Albertine und Wilhelm, konnten lange Zeit weder öffentlich anerkannt noch im Herzogspalast untergebracht werden. In Parma nahm Marie-Louise den italienischen Namen Maria Luigia an. Politisch wurde das Herzogtum zunächst stark von Neipperg und österreichischen Ministern gelenkt. Sie selbst übernahm vor allem repräsentative Aufgaben, setzte sich aber für soziale Verbesserungen, Bildung, Kunst und Kultur ein. Sie gründete eine Entbindungsanstalt und eine Hebammenschule, verbesserte die Versorgung psychisch Kranker und ließ Maßnahmen gegen Typhus und Cholera ergreifen. Während der Choleraepidemie von 1836 besuchte sie Kranke persönlich und unterstützte die Stadt finanziell. Unter ihrer Herrschaft wurden Straßen, Brücken, Friedhöfe und hygienische Einrichtungen gebaut. Sie förderte die neoklassizistische Gestaltung Parmas, ließ das spätere Teatro Regio errichten, gründete ein Konservatorium und erweiterte Bibliothek, Museen und Archive. Wegen ihrer vergleichsweise milden und sozialen Regierungsweise nannten die Parmesaner sie „die gute Herzogin“. Bei liberalen Unruhen 1831 vermied sie harte Vergeltungsmaßnahmen und verkündete eine Amnestie. Der Tod ihres Sohnes, des Herzogs von Reichstadt, im Jahr 1832 traf sie schwer. Kurz darauf heiratete sie heimlich den Grafen Charles-René de Bombelles, der als nüchterner und religiöser Staatsmann die Verwaltung Parmas unterstützte. Nach dem Tod ihres Vaters 1835 verlor sie ihren wichtigsten Ratgeber. Ihre letzten Jahre verliefen vergleichsweise ruhig, obwohl die österreichische Vorherrschaft zunehmend auf Widerstand stieß. Im Dezember 1847 erkrankte Marie-Louise schwer und starb am 17. Dezember in Parma. Sie wurde in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt. Ihr Andenken blieb besonders in Parma lebendig, wo ein Museum, Straßen und eine Schule ihren Namen tragen.

Quelle: Marie-Louise d'Autriche (fr, 238479140). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0