Person
Charles-René de Bombelles
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
Keine geprüfte Geburtsangabe vorhanden.
Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.
Biografie
Charles-René de Bombelles wurde am 6. November 1784 in Versailles als dritter Sohn von Marc Marie, Marquis de Bombelles, und Marie-Angélique de Bombelles geboren. Er entstammte einer französischen Adelsfamilie und war ein Enkel von Henri François de Bombelles. Zu seinen Geschwistern gehörten Louis Philippe, der als österreichischer Diplomat und Hofbeamter tätig war, Henri François, der später Erzieher des österreichischen Kaisers Franz Joseph wurde, sowie Caroline Antoinette, eine Hofdame der Herzogin von Berry. Die Familie floh während der Französischen Revolution nach Österreich, wie viele Angehörige des französischen Adels, die durch die politischen Umwälzungen ihre Heimat verlassen mussten.
Schon als Jugendlicher trat Bombelles in den österreichischen Militärdienst ein. Er begann als Fähnrich im österreichischen Mittrowsky-Regiment und wurde nach einigen Jahren, 1804, zum Hauptmann befördert. Während der napoleonischen Kriege diente er damit auf der Seite Österreichs. Nach Napoleons Niederlage kehrte Bombelles 1814 nach Frankreich zurück und wurde Adjutant von Karl Philipp, Fürst von Schwarzenberg, dem Oberbefehlshaber der alliierten Armeen. In dieser Funktion blieb er zunächst in Paris. Später wurde er zum Infanterieleutnant ernannt.
Ebenfalls 1814 heiratete Bombelles Caroline Sabine Victoire de Poulhariez de Saint-André de Foucaud. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: der Sohn Louis, geboren 1817, und die Tochter Marie, geboren 1819. Kurz danach wurde Bombelles Witwer. Über den genauen Todeszeitpunkt seiner Frau gibt es unterschiedliche Angaben; zeitgenössische Quellen legen jedoch nahe, dass Caroline 1819 in Wien starb. Bombelles musste seine beiden kleinen Kinder allein zurücklassen beziehungsweise versorgen.
Sein späteres Leben war eng mit Marie Louise verbunden, der ehemaligen Gemahlin Napoleons und späteren Herzogin von Parma. Marie Louise hatte das Herzogtum Parma 1814 im Vertrag von Fontainebleau erhalten. Ihr zweiter, morganatischer Ehemann, der österreichische Diplomat Adam Albert von Neipperg, starb 1829. Dessen Nachfolger als Großkammerherr, Josef von Werklein, erwies sich als ungeeignet. Auf Empfehlung des österreichischen Staatsmannes Klemens von Metternich wurde Bombelles für dieses Amt vorgeschlagen.
Zunächst lehnte Bombelles ab. Nach reiflicher Überlegung nahm er das Angebot jedoch an und wurde im Alter von 48 Jahren Großkammerherr am Hof von Parma. In dieser Stellung erwarb er sich den Ruf eines äußerst gewissenhaften und ordnungsliebenden Beamten. Parma war von politischen und gesellschaftlichen Konflikten geprägt, und Bombelles bemühte sich, den Hof neu zu organisieren und das öffentliche Vertrauen wiederherzustellen. Er besetzte freie Stellen mit Personen, die angesehen waren, und führte eine streng geregelte Verwaltung ein.
Die Finanzen des Hofes wurden unter seiner Leitung detailliert kontrolliert. Für jedes Ressort wurde jährlich ein Budget festgelegt, dessen Grenzen möglichst nicht überschritten wurden. Lieferungen und Bauarbeiten für die herzogliche Residenz sollten nach Möglichkeit öffentlich ausgeschrieben werden, damit mehrere Anbieter miteinander konkurrieren konnten. Die einzelnen Abteilungen erhielten klare Zuständigkeiten, Ausgaben wurden monatlich abgerechnet, und jedes Jahr wurde eine Bilanz über Einnahmen und Ausgaben erstellt. Diese musste von der Finanzverwaltung des Herzogtums geprüft werden, bevor sie Marie Louise vorgelegt wurde. Bombelles verband seine höfische Funktion daher mit einem ausgeprägten Sinn für Verwaltung und Sparsamkeit.
Im Laufe seiner Dienstzeit kamen sich Bombelles und Marie Louise näher. Die Herzogin machte ihm schließlich selbst einen Heiratsantrag. Am 17. Februar 1834 heirateten sie heimlich. Die Ehe war morganatisch, da Marie Louise als Herzogin einen höheren Rang besaß, während Bombelles lediglich ein niederer Adliger und Offizier war, dessen Rang zunächst vor allem durch seine Stellung als Hauptmann bestimmt wurde. Später führte er auch den Titel eines Grafen. Nach der Hochzeit übernahm er zusätzlich das Amt des Verteidigungsministers.
Über das gemeinsame Eheleben ist nur wenig bekannt. Die erhaltenen Schilderungen vermitteln jedoch den Eindruck, dass die Beziehung glücklich und von gegenseitiger Zuneigung geprägt war. Bombelles und Marie Louise blieben bis zu ihrem Tod verheiratet. Marie Louise starb am 17. Dezember 1847. Bombelles wich ihr während der letzten Tage nicht von der Seite. In ihrem Testament bekannte sie sich öffentlich zu ihrer Ehe und bedachte sowohl seine Tochter Marie als auch ihre Stieftochter. Marie erhielt ein Elfenbeinkruzifix, das an den Vorhängen des Bettes gehangen hatte und den letzten Atemzug der Herzogin empfangen sollte. Bombelles selbst erbte unter anderem 300.000 italienische Lire in Mailänder Anleihen, ein Porträt Marie Louises von François Gérard sowie ihre Bücher und Manuskripte.
Nach dem Tod seiner Frau kehrte Charles-René de Bombelles nach Wien zurück. Dort trat er in den Dienst des österreichischen Kaisers Ferdinand I. Später ging er wieder nach Frankreich. Er starb am 30. Mai 1856 im Alter von 71 Jahren in seiner Geburtsstadt Versailles. Sein Leben verband damit die Erfahrungen eines französischen Emigranten und österreichischen Soldaten mit einer bedeutenden Hofkarriere in Parma und einer späten, morganatischen Ehe mit der Witwe Napoleons.
Quelle: Charles-René de Bombelles (en, 1371052108). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
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Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.