Person
Wilhelm Albrecht von Montenuovo
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
08.08.1819
Tod
07.04.1895
Biografie
Wilhelm Albrecht Fürst von Montenuovo wurde am 8. August 1819 in Parma geboren und starb am 6. April 1895 in Wien. Er war ein österreichischer Offizier und erreichte zuletzt den Rang eines Generals der Kavallerie. Seine Herkunft verband ihn mit dem habsburgischen Kaiserhaus: Er stammte aus der morganatischen Ehe des Grafen Adam Albert von Neipperg mit Erzherzogin Marie-Louise von Österreich, der Witwe Napoléon Bonapartes. Aufgrund dieser Verbindung führte er zunächst den Grafentitel Montenuovo, der sich aus der italienischen Übersetzung von „Neuberg“ ableitete.
Im Februar 1838 trat Montenuovo in die kaiserliche Armee ein. Seine frühe Laufbahn führte ihn durch verschiedene Kavallerie- und Infanterieeinheiten. 1839 diente er als Oberleutnant im Chevauxlegers-Regiment Nr. 5, 1843 wurde er Major im Dragoner-Regiment Nr. 6 und anschließend dem Generalquartiermeister zugeteilt. 1847 erfolgte seine Beförderung zum Oberstleutnant, ein Jahr später wurde er Oberst im Kürassier-Regiment Nr. 4.
Seine ersten großen militärischen Erfahrungen sammelte Montenuovo im Krieg gegen Sardinien-Piemont im Jahr 1848. Im April eilte er über Tirol zum Hauptquartier Feldmarschall Radetzkys nach Verona. Dort nahm er an zahlreichen Gefechten und Schlachten teil, darunter bei Pontebba, Pastrengo und Santa Lucia. Er war außerdem an der Erstürmung der Stellungen bei Curtatone, an den Kämpfen bei Goito und Sommacampagna sowie an der Einnahme von Vicenza beteiligt. Auch in den Schlachten bei Custozza und Volta zeichnete er sich aus. Während der anschließenden Verfolgung der gegnerischen Truppen zwang er am 5. August das zum Herzogtum Modena gehörende Fort Brescello zur Übergabe.
Nach der Einnahme Wiens durch die Truppen Fürst Windisch-Grätz’ wechselte Montenuovo zur Donauarmee. Am 15. November 1848 übernahm er das Kommando über das Chevauxlegers-Regiment Nr. 7. Als Oberst führte er seine Reiter bei Tyrnau, Raab, Windschacht und Schemnitz. Für seinen Einsatz in der Schlacht bei Kápolna am 27. Februar 1849 erhielt er das Ritterkreuz des Leopold-Ordens. Danach wurde ihm eine Kavalleriebrigade anvertraut, mit der er Aufklärungsaufgaben für die Armee Windisch-Grätz’ übernahm.
Bei Maklár gelang es ihm zunächst, den Vormarsch der ungarischen Truppen zu bremsen, bevor er sie zum Rückzug zwang und verlorene Geschütze zurückeroberte. Auch bei Hort, Hatvan und Isaszeg bewährte er sich. Seine Reiterei kämpfte in den Gefechten auf dem Rákosfeld und insbesondere bei Puszta Hárkály sowie im Ácser Gehölz. Im weiteren Verlauf des Aufstands nahm Montenuovo als Regiments- und Brigadeführer an den Kämpfen bei Ács und Komorn sowie an den Gefechten bei Vinga und Dreispitz teil. Er wurde zum Generalmajor befördert und mit dem Militär-Verdienstkreuz ausgezeichnet. Am 24. August 1849 übernahm er bei Gyula im Zusammenhang mit der Waffenstreckung von Világos Teile der aufständischen Armee von den russischen Truppen und eskortierte sie nach Arad. Für seine Leistungen in der Ersten Schlacht von Komorn wurde ihm 1850 das Ritterkreuz des Maria-Theresien-Ordens verliehen. 1854 folgte die Beförderung zum Feldmarschallleutnant.
Im Sardinischen Krieg von 1859 kommandierte Montenuovo zunächst zeitweise vier Brigaden an der Adda-Linie. Anschließend nahm er als Divisionskommandeur am Feldzug in der Lombardei teil. Er kämpfte am 4. Juni bei Magenta, am 15. Juni bei Castenedolo und am 24. Juni in der Schlacht von Solferino. Für seine Leistungen erhielt er den Orden der Eisernen Krone II. Klasse. Nach seiner Rückkehr aus Italien wurde seine Division dem II. Korps in Wien unterstellt.
Am 29. Dezember 1860 wurde Montenuovo zum Geheimrat ernannt und übernahm als Nachfolger Fürst Friedrich Liechtensteins das Amt des Kommandierenden Generals in Siebenbürgen. Im November 1866 wechselte er in dieselbe Funktion im Kronland Böhmen. Bereits seit 1858 war er Inhaber des 5. Husaren-Regiments. Durch kaiserlichen Erlass wurde er 1864 in den erblichen Fürstenstand erhoben; 1867 erhielt er die Beförderung zum General der Kavallerie. 1878 trat er in den Ruhestand.
Am 18. Mai 1850 heiratete Montenuovo in Wien die 23-jährige Juliana Johanna Marie Stephanie, geborene Gräfin Batthyány-Strattmann. Sie war Sternkreuz-Ordens- und Palastdame der Kaiserin von Österreich und starb 1871 im Alter von 44 Jahren. Durch diese Ehe gelangten unter anderem Schloss Margarethen am Moos und Schloss Peuerbach in den Besitz der Familie Montenuovo. Das Paar hatte drei Kinder: die Tochter Albertine, die den Grafen Zygmunt Wielopolski heiratete, den Sohn Alfred, der später als zweiter Fürst von Montenuovo die Nachfolge antrat, und die Tochter Marie, die mit Graf Anton Apponyi de Nagyappony verheiratet war. Wilhelm Albrecht von Montenuovo starb 1895 in Wien.
Quelle: Wilhelm Albrecht von Montenuovo (de, 268042485). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0