Person

Luise von Österreich-Toskana

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Geburt

  1. 02.12.1870

  2. 02.09.1870

Tod

  1. 23.03.1947

Porträt von Luise von Österreich-Toskana
Bildnachweis

Luise von Toskana as Marie-Antoinette

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Austrian National Library

Bildquelle: File:Luise von Toskana as Marie-Antoinette.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Luise Antoinette Maria von Österreich-Toskana wurde am 2. Dezember 1870 in Salzburg geboren. Sie entstammte dem toskanischen Zweig des Hauses Habsburg-Lothringen und war die älteste Tochter des früheren Großherzogs Ferdinand IV. von Toskana und dessen zweiter Ehefrau Alice von Bourbon-Parma. Ihr Vater lebte seit dem Sardinisch-Französisch-Österreichischen Krieg im Exil; das Großherzogtum Toskana war 1861 in das neue Königreich Italien eingegliedert worden. Luise wuchs mit neun Geschwistern auf, darunter Leopold Ferdinand, der später unter dem bürgerlichen Namen Leopold Wölfling lebte, sowie mehrere Brüder und Schwestern, die hohe militärische oder dynastische Ehen eingingen. Schon als junge Frau sollte Luise standesgemäß verheiratet werden. Mehrere Bewerber aus den Häusern Wettin und Sachsen-Coburg-Gotha interessierten sich für sie, doch zunächst lehnte sie ab. 1890 lernte sie den fünf Jahre älteren sächsischen Prinzen Friedrich August Johann kennen. Er war der älteste Sohn des Kronprinzen Georg und galt als künftiger Thronfolger des Königreichs Sachsen. Am 21. November 1891 heirateten beide in Wien. Durch die Ehe wurde Luise sächsische Prinzessin; später sollte sie den Rang einer Kronprinzessin erhalten. Die Ehe entsprach zunächst den Erwartungen der sächsischen Königsfamilie. Luise gebar innerhalb weniger Jahre sieben Kinder: die Prinzen Georg, Christian und Ernst Heinrich sowie die Prinzessinnen Margarete Karola, Maria Alix und Anna Monika Pia. Eine weitere Tochter starb bei der Geburt. Als König Albert 1902 starb, bestieg Luises Schwiegervater als Georg I. den sächsischen Thron. Ihr Ehemann wurde Kronprinz, und Luise selbst Kronprinzessin von Sachsen. Am Hof stieß Luise jedoch zunehmend auf Schwierigkeiten. Sie stammte aus einem vergleichsweise ungezwungenen, italienisch geprägten Umfeld und hatte Mühe, sich dem strengen höfischen Zeremoniell anzupassen. Besonders schlecht war ihr Verhältnis zu ihrer Schwägerin Mathilde, der ältesten Schwester ihres Mannes. Zugleich machte Luises natürliche Art sie beim Volk beliebt. Ihre Lebensfreude und das Familienleben mit den zahlreichen Kindern verschafften ihr Sympathien, weckten aber auch den Argwohn König Georgs und seines Innenministers Grafen Metzsch-Reichenbach. Gegen sie entstanden immer neue Intrigen und Gerüchte. Schließlich wurde bekannt, dass Luise eine Beziehung zu dem belgischen Sprachlehrer ihrer Kinder, André Giron, unterhielt. Ende 1902 war sie mit ihrem siebten Kind schwanger. Am 9. Dezember verließ sie Dresden angeblich zur Erholung und reiste mit zwei Kammerfrauen an den Genfersee, um Giron zu treffen. Bei ihrer Flucht wurde sie von ihrem Bruder Leopold Ferdinand unterstützt, der selbst den Habsburger Haushalt verlassen wollte, um eine bürgerliche Frau zu heiraten. In Genf traf Luise Giron und teilte ihm mit, dass er möglicherweise der Vater ihres ungeborenen Kindes sei. Die schweizerische Polizei und die Presse entdeckten bald den Aufenthaltsort der beiden, woraufhin ein großer öffentlicher Skandal entstand. Die Affäre erregte in den deutschen Staaten und in der Schweiz großes Aufsehen. Luise wurde scharf verurteilt, weil sie ihren Ehemann und mehrere ihrer Kinder verlassen hatte und mit einem Bürgerlichen zusammenlebte. König Georg setzte ein Sondergericht ein, das die Ehe am 11. Februar 1903 auflöste. Friedrich August wurde dabei nicht einmal angehört. Kurz vor der Scheidung endete auch Luises Beziehung zu Giron aus unbekannten Gründen. Am 4. Mai 1903 brachte sie in Lindau ihre Tochter Anna Monika Pia zur Welt. Ein von der sächsischen Hofleitung beauftragter Arzt kam aufgrund äußerer Merkmale zu dem Schluss, dass Friedrich August der Vater des Kindes sei. Das Mädchen wurde daher als Prinzessin sächsischen Blutes anerkannt. Luise erhielt vom sächsischen König den Titel Gräfin von Montignoso und eine großzügige Apanage. Im Gegenzug sollte auch die jüngste Tochter in Dresden bei ihren Geschwistern leben und erzogen werden. Luise widersetzte sich dieser Regelung und versuchte, die Übergabe des Kindes zu verhindern. Auch Kaiser Franz Joseph missbilligte ihr Verhalten schwer und erkannte die Scheidung zunächst nicht an. Nach einem erfolglosen Versuch, ihre Kinder im Dezember 1904 im Dresdner Taschenbergpalais zu sehen, wurde ihr schließlich auch Anna Monika entzogen. Ihre finanzielle Unterstützung wurde zwar erhöht, doch die sächsische Hofleitung setzte ihre Trennung von den Kindern durch. 1907 heiratete Luise den zwölf Jahre jüngeren italienischen Komponisten Enrico Toselli. Aus dieser Ehe ging 1908 der Sohn Carlo Emmanuele Filiberto hervor. Die Beziehung zerbrach jedoch bald; 1908 trennten sich die Eheleute, und 1912 wurde die Ehe offiziell geschieden. Der Sohn blieb beim Vater. Erst anlässlich dieser zweiten Eheschließung erkannte Franz Joseph die Auflösung von Luises erster Ehe an. Zugleich schloss er sie aus der Habsburger Familie aus und entzog ihr ihre Titel und Vorrechte. Nach Aufenthalten bei ihrem Onkel Ludwig Salvator auf Mallorca kehrte Luise nach Brüssel zurück. 1911 veröffentlichte sie ihre Erinnerungen. Darin machte sie vor allem ihren verstorbenen Schwiegervater, König Georg, und sächsische Politiker für ihr Schicksal verantwortlich. Sie behauptete, man habe aus Eifersucht auf ihre Beliebtheit und aus Angst vor ihrer späteren Stellung als Königin gegen sie intrigiert. Nach 1918 durfte sie ihren Geburtsnamen nicht mehr führen und nannte sich Gräfin Maria d’Ysette. Dennoch erhielt sie noch viele Jahre regelmäßig Geld aus Sachsen und lebte im Brüsseler Stadtteil Ixelles vergleichsweise unbeschwert. Mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien 1940 endeten diese Zahlungen. Im Alter von siebzig Jahren geriet Luise in völlige Armut und verdiente ihren Lebensunterhalt zuletzt als Blumenverkäuferin. Sie starb am 23. März 1947 vereinsamt und verarmt in Brüssel. Zunächst wurde sie in einem Armenfriedhof beigesetzt. 1953 ließ die Familie Hohenzollern ihre sterblichen Überreste exhumieren und im Kloster Hedingen in Sigmaringen bestatten. Ihre Briefe und persönlichen Unterlagen werden im Dresdner Hauptstaatsarchiv aufbewahrt. In Dresden erinnern außerdem mehrere Gaststätten an ihren Namen und ihre toskanische Herkunft.

Quelle: Habsburg–Toscanai Lujza Antonietta főhercegnő (hu, 29205605). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0