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Enrico Toselli
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LuiseToselli
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Bildarchiv Austria
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Biografie
Enrico Toselli wurde am 13. März 1883 in Florenz geboren und starb dort am 15. Januar 1926. Der italienische Komponist und Pianist erlangte vor allem durch seine melodische Serenade op. 6 Nr. 1, „Rimpianto“, Bekanntheit. Sein Leben wurde jedoch ebenso von einem aufsehenerregenden privaten Skandal geprägt: seiner Beziehung und späteren Ehe mit der österreichischen Erzherzogin Luise von Österreich-Toskana, die zuvor ihren Ehemann, den späteren sächsischen König Friedrich August III., verlassen hatte.
Toselli galt schon als Kind als musikalisch außergewöhnlich begabt. Er studierte zunächst bei Giovanni Sgambati, der ihn beim Aufbau seiner Karriere als Pianist unterstützte. Toselli entwickelte sich zu einem angesehenen Klaviervirtuosen, wurde aber besonders als Komponist von Liedern für Gesang und Klavier bekannt, die er bereits in jungen Jahren schrieb. Außerdem studierte er Komposition bei Giuseppe Martucci und Reginaldo Grazzini.
Häufig trat Toselli im Quirinalspalast vor Königin Margherita von Savoyen und deren Hof auf. Sein Klavierspiel beeindruckte das höfische Publikum. Im Jahr 1900 komponierte er eine Serenade nach einem Text von Alfred Silvestri. Das ursprünglich für Streichquartett gedachte Werk bearbeitete er selbst für Klavier. Diese Fassung wurde zu seinem mit Abstand populärsten Stück und begründete seinen dauerhaften Platz in der Musikgeschichte.
Einige Jahre später, als Toselli bereits als Pianist und Komponist etabliert war, lernte er Luise von Österreich-Toskana kennen. Die Erzherzogin hatte ihren Mann verlassen und lebte in einer gesellschaftlich ungewöhnlichen Situation. Nach der Veröffentlichung seiner Serenade floh Toselli 1907 mit ihr und löste damit einen europaweiten Skandal aus. Am 25. September 1907 legalisierten beide ihre Ehe im italienischen Konsulat in London. Die Presse berichtete umgehend in ganz Europa. Toselli wurde dadurch weithin bekannt, allerdings nicht wegen seiner künstlerischen Arbeit, sondern wegen seiner Verbindung mit der Erzherzogin.
Die öffentliche Aufmerksamkeit belastete seine berufliche Laufbahn. Toselli lebte abwechselnd in Fiesole und Florenz und reiste später von Stadt zu Stadt, unter anderem nach Viserba, Venedig, Rapallo, Santa Margherita Ligure, Lugano, Genf und Montreux. Zugleich geriet die Ehe in finanzielle Schwierigkeiten. Luise erhielt weiterhin Zahlungen aus Dresden, während Toselli lukrative Konzertangebote ablehnen musste, wenn diese an die Anwesenheit seiner Frau geknüpft waren. Ein Konzert im Mailänder Konservatorium am 23. November 1907 nahm er dennoch an, wobei Luise ihn unbedingt begleiten wollte. Wie Toselli befürchtet hatte, kamen viele Zuhörer vor allem wegen der Sensation um die Ehe. Auch die Angriffe der Presse musste er ertragen. Nur in Genua und Warschau gelang es ihm, allein aufzutreten.
Am 7. Mai 1908 wurde der gemeinsame Sohn Carlo Emmanuele Filiberto geboren, der Buby genannt wurde. Die Beziehung zwischen Toselli und Luise verschlechterte sich jedoch zunehmend. Das Jahr 1910 war von Tosellis Reisen und Unternehmungen in ganz Europa geprägt. Im Oktober 1911 veröffentlichte Luise in London ihre autobiografische Schrift „La mia storia“, die auch in Italien erschien. Im selben Monat nahm Toselli nach einer heftigen, von Luise geführten Pressekampagne den gemeinsamen Sohn an sich und gab ihn in die Obhut seiner eigenen Eltern.
Die gemeinsame Lebensführung ging nun in eine Trennung über. Ein Gericht in Florenz sprach die gerichtliche Separation am 21. November 1911 aus und bestätigte sie am 9. April 1912. Im Jahr 1913 trennten sich Toselli und Luise endgültig. Trotz der persönlichen Konflikte arbeiteten sie zeitweise auch künstlerisch zusammen. Luise verfasste 1912 das Libretto zu Tosellis Operette „La cattiva Francesca“ und war Mitautorin des Librettos seiner zweiten Operette „La principessa bizzarra“, die 1913 uraufgeführt wurde. Ebenfalls 1913 veröffentlichte Toselli seine Erinnerungen an die Ehe unter dem Titel „Mari d’altesse: 4 ans de mariage avec Louise de Toscane, ex-Princesse de Saxe“.
Nach der Trennung kehrte Toselli stärker zu seiner musikalischen Arbeit zurück. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Florenz, wo er komponierte, Musikunterricht gab und gelegentlich bei Theateraufführungen mitwirkte. Den großen Erfolg seiner Jugend konnte er jedoch nicht wiederholen. Neben der berühmten Serenade hinterließ er zahlreiche Lieder, Kammermusik, die beiden genannten Operetten sowie das sinfonische Gedicht „Il fuoco“, das von einem gleichnamigen Roman Gabriele D’Annunzios inspiriert war.
Die sentimentale Serenade op. 6 blieb Tosellis bedeutendstes Vermächtnis. Sie wurde in zahlreichen Gesangsfassungen bekannt und von Sängern wie Jussi Björling, Beniamino Gigli, Mario Lanza und Alfredo Kraus interpretiert. Daneben entstanden auch instrumentale Bearbeitungen, unter anderem durch das Boston Pops Orchestra unter Arthur Fiedler sowie durch den Geiger André Rieu. So überdauerte Tosellis bekanntestes Werk die wechselvolle Karriere seines Schöpfers und sicherte ihm einen bleibenden Namen in der Musikgeschichte.
Quelle: Enrico Toselli (pl, 78573052). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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