Person
Alicia von Bourbon-Parma
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
27.12.1849
Tod
16.11.1935

Bildnachweis
Alice di Borbone Parma 1849 1935
H.C. Kosel, Wien
http://www.royaltyguide.nl/images-families/bourbon/bbparma2/1849%20Alicia.JPG
Bildquelle: File:Alice di Borbone Parma 1849 1935.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Aliz Maria Karolina Ferdinanda Rachel Johanna Philomena, im deutschen Sprachraum auch Alicia oder Alix genannt, wurde am 27. Dezember 1849 im Herzoglichen Palast von Colorno bei Parma geboren. Sie entstammte dem parmesischen Zweig des Hauses Bourbon und wurde durch ihre spätere Heirat Erzherzogin von Österreich sowie titulierte Großherzogin von Toskana. Sie starb am 16. Januar 1935 in Schwertberg in Oberösterreich.
Ihr Vater war Karl III., der von 1849 bis 1854 regierende Herzog von Parma und Piacenza. Er war ein Sohn des Herzogs Karl II. und der savoyischen Prinzessin Maria Theresia Ferdinanda. Über ihre väterliche Familie war Aliz außerdem eine Enkelin Ludwigs I. von Etrurien und des sardisch-piemontesischen Königs Viktor Emanuel I. Ihre Mutter, Louise Marie Thérèse, gehörte dem französischen Königszweig der Bourbonen an. Sie war die einzige Tochter des 1820 ermordeten französischen Prinzen Karl Ferdinand, Herzog von Berry, und dessen zweiter Frau, Maria Karolina Ferdinanda von Neapel-Sizilien. Damit war Aliz auch eine Enkelin des französischen Königs Karl X. und des neapolitanisch-sizilianischen Königs Franz I.
Aliz hatte drei Geschwister: die ältere Schwester Margareta, den Bruder Robert Karl Ludwig Maria und den jüngeren Bruder Heinrich. Robert wurde später als Robert I. Herzog von Parma, während Margareta einen spanischen Infanten heiratete und Heinrich nacheinander mit zwei Prinzessinnen aus den Häusern Bourbon-Neapel-Sizilien und Braganza verheiratet war.
Ihre Kindheit fiel in eine politisch bewegte Zeit. Während der italienischen Unruhen von 1848 verzichtete Aliz’ Großvater Karl II. zugunsten seines Sohnes auf den Thron und ging ins Exil. Karl III. kehrte 1849 aus London zurück und wurde nach der Niederschlagung der Revolution mit Unterstützung österreichischer Truppen wieder als Herzog eingesetzt. Noch im selben Jahr wurde Aliz geboren. Ihr Vater regierte autoritär und machte sich in der Bevölkerung verhasst. Als Aliz fünf Jahre alt war, wurde er 1854 von einem Attentäter ermordet.
Nach seinem Tod folgte Aliz’ erst sechsjähriger Bruder Robert als Herzog von Parma. Die Regierung führte zunächst ihre Mutter als Regentin. Diese Regentschaft endete 1859, als das Herzogtum infolge der österreichischen Niederlage im Krieg zwischen Sardinien-Piemont, Frankreich und Österreich von den Truppen Viktor Emanuels II. besetzt wurde. Louise Marie Thérèse floh daraufhin mit ihren Kindern zunächst in die Schweiz und anschließend in das Kaisertum Österreich. Der Verlust des parmesischen Staates prägte den weiteren Lebensweg der Familie, die fortan ohne eigene territoriale Herrschaft blieb.
Am 11. Januar 1868 heiratete Aliz auf Schloss Frohsdorf in Niederösterreich den österreichischen Erzherzog Ferdinand Salvator aus dem toskanischen Zweig des Hauses Habsburg-Lothringen. Er war der zweite Sohn Leopolds II., des letzten regierenden Großherzogs von Toskana, und der Prinzessin Maria Antonia von Neapel-Sizilien. Ferdinand Salvator war bereits Witwer: Seine erste Frau, die sächsische Prinzessin Anna Maria, war 1859 jung gestorben. Auch sein Vater hatte 1859 infolge eines Volksaufstands die Herrschaft in Toskana verloren; das Großherzogtum wurde 1860 dem Königreich Sardinien-Piemont einverleibt. Ferdinand Salvator konnte deshalb nie regierender Großherzog werden und führte den Titel nur noch nominell.
Aus der Ehe von Aliz und Ferdinand Salvator gingen zehn Kinder hervor. Zu ihnen gehörten Leopold Ferdinand, der später unter dem bürgerlichen Namen Leopold Wölfling lebte, sowie die Erzherzöge Joseph Ferdinand, Peter Ferdinand, Heinrich Ferdinand und Robert Salvator. Joseph Ferdinand wurde Generaloberst und führte im Ersten Weltkrieg eine Armee. Die Tochter Louise Antoniette heiratete den späteren letzten König von Sachsen, Friedrich August III. Peter Ferdinand vermählte sich mit einer Nichte des letzten Königs beider Sizilien. Weitere Kinder gingen Ehen mit Angehörigen deutscher Fürstenhäuser ein; der jüngste Sohn Robert starb bereits 1895 im Kindesalter.
Die Familie lebte bis zum Tod Ferdinand Salvators im Jahr 1908 in Salzburg und in der Nähe von Lindau im schwäbischen Raum. Zum Haushalt Aliz’ gehörte unter anderem Maria Teresia Ledóchowska, eine aus dem polnischen Adel stammende Nonne. Sie wurde später durch ihre Tätigkeit in Afrika und ihren Einsatz gegen die Sklaverei bekannt und 1975 von Papst Paul VI. seliggesprochen.
Nach dem Tod ihres Mannes lebte Aliz als Witwe in Wien und Oberösterreich. Eine enge Verbindung bestand weiterhin zu ihrer parmesischen Familie. Ihre Nichte Zita, eine Tochter Robert I. von Parma, heiratete 1911 den Erzherzog Karl. Dieser wurde nach der Ermordung Franz Ferdinands 1914 Thronfolger Österreich-Ungarns und bestieg 1916 nach dem Tod Kaiser Franz Josephs den Thron. Trotz des Zusammenbruchs der Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg musste Aliz Österreich nicht verlassen. Sie blieb dort bis zu ihrem Tod im Jahr 1935.
Quelle: Aliz Bourbon–parmai hercegnő (hu, 27056943). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Archduchess Agnes Maria of Austria
- Archduchess Germana of Austria
- Erbherzogin Anna, Fürstin zu Hohenlohe-Bartenstein
- Heinrich Ferdinand von Österreich-Toskana
- Joseph Ferdinand von Österreich-Toskana
- Leopold Wölfling
- Luise von Österreich-Toskana
- Margareta von Österreich-Toskana
- Peter Ferdinand von Österreich-Toskana
- Robert Ferdinand Erzherzog von Österreich