Person

Leopold I.

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Geburt

  1. 09.06.1640

Tod

  1. 05.05.1705

Porträt von Leopold I.
Bildnachweis

Emperor Leopold

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Pokrajinski muzej Celje

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Biografie

Leopold I. aus dem Hause Habsburg wurde am 9. Juni 1640 in Wien als Leopold Ignaz Joseph Balthasar Franz Felician geboren und starb dort am 5. Mai 1705. Von 1658 bis zu seinem Tod war er Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Außerdem war er König von Ungarn, Böhmen, Kroatien und Slawonien. Seine lange Regierungszeit war von den beiden großen außenpolitischen Gegnern der Habsburgermonarchie geprägt: Frankreich unter Ludwig XIV. im Westen und dem Osmanischen Reich im Südosten. Die militärischen Erfolge gegen die Osmanen führten schließlich zum Aufstieg Österreichs zur europäischen Großmacht und begründeten die herausragende Stellung der Habsburgermonarchie im Barock. Leopold war der Sohn Kaiser Ferdinands III. und der spanischen Infantin Maria Anna. Sein älterer Bruder Ferdinand, der als Thronfolger vorgesehen war, starb 1654 überraschend. Leopold wurde dadurch bereits als Vierzehnjähriger alleiniger Erbe der habsburgischen Länder. Ursprünglich war für ihn eine geistliche Laufbahn vorgesehen, möglicherweise als Bischof von Passau. Deshalb erhielt er eine umfassende Ausbildung durch Johann Ferdinand Graf Porzia und mehrere Jesuiten. Diese Erziehung prägte seinen streng katholischen und zunächst stark gegenreformatorischen Charakter. Familiär war Leopold eng mit den spanischen Habsburgern verbunden. Auch zu Ludwig XIV. bestand eine doppelte Beziehung: Beide waren über ihre spanischen Mütter Vettern und wurden durch ihre Ehen mit spanischen Prinzessinnen zusätzlich zu Schwägern. Dennoch blieben sie lebenslange politische Rivalen. Am 27. Juni 1655 wurde Leopold in Preßburg zum König von Ungarn gekrönt, 1656 folgte in Prag die Krönung zum König von Böhmen. Die Nachfolge im Reich war jedoch umkämpft. Frankreich unterstützte die Kandidatur Ludwigs XIV., daneben wurden auch bayerische und protestantische Bewerber genannt. Nach dem Tod seines Vaters 1657 kam es zu einem langen Interregnum. Erst nach schwierigen Verhandlungen mit den Kurfürsten setzte sich Leopold gegen mehrere Konkurrenten durch. Am 18. Juli 1658 wurde er gewählt und am 1. August desselben Jahres im Frankfurter Kaiserdom gekrönt. In den ersten Jahrzehnten seiner Herrschaft überließ Leopold die Staatsgeschäfte weitgehend erfahrenen Beratern. Nachdem führende Minister wegen heimlicher Verbindungen zu Frankreich gestürzt worden waren, bestimmte er ab den frühen 1680er Jahren die politischen Richtlinien zunehmend selbst. Er regierte ohne einen einzelnen leitenden Minister und stützte sich auf verschiedene Kanzler, Räte und Fachkommissionen. Sein politischer Stil war bedächtig, dynastisch geprägt und mit einer ausgeprägten Vorstellung von kaiserlicher Würde verbunden. Am Wiener Hof, der nach spanischem Vorbild organisiert war, entfaltete sich eine aufwendige barocke Pracht. Feste, Opernaufführungen und höfische Zeremonien dienten dazu, den Hochadel aus Österreich, Böhmen und dem Reich an die Hofburg zu binden. Zugleich war der Hof von Intrigen und wechselnden Parteien geprägt. In den habsburgischen Ländern regierte Leopold absolutistisch und eng verbunden mit der katholischen Kirche. Er förderte die Gegenreformation und übte besonders in Ungarn, Böhmen und Schlesien Druck auf Protestanten aus. In Wien wurden die Juden 1670/71 vertrieben; das Gebiet ihrer früheren Ansiedlung erhielt später den Namen Leopoldstadt. Paradoxerweise waren jüdische Hof- und Finanzleute wie Samuel Oppenheimer und Samson Wertheimer für die Finanzierung der Kriege von großer Bedeutung. Die sozialen Spannungen waren erheblich. Bauern litten unter hohen Abgaben und der Robotarbeit, während Pestepidemien und Armut die Bevölkerung belasteten. Nach einem großen Bauernaufstand in Böhmen von 1680 erließ Leopold ein Robotpatent, das die Frondienste begrenzen sollte, von den Grundherren aber nur unzureichend beachtet wurde. In Wien ließ er Arbeitshäuser und ein Großarmenhaus errichten. Eine Pestwelle von 1678/79 forderte allein dort angeblich 50.000 Todesopfer. Besonders konfliktreich war Leopolds Verhältnis zu Ungarn. Absolutistische Maßnahmen, die Gegenreformation und der als demütigend empfundene Frieden von Vasvár führten zu einer Magnatenverschwörung, deren Anführer 1671 hingerichtet wurden. Leopold schränkte anschließend die ständischen Rechte ein und versuchte, das Land stärker zu germanisieren. Wegen des anhaltenden Widerstands musste er jedoch Zugeständnisse machen. Nach dem Sieg über die Osmanen gewann er erneut größeren Einfluss. 1687 wurde sein Sohn Joseph zum ungarischen König gekrönt; zugleich erkannte der ungarische Adel die Erblichkeit der ungarischen Krone im Hause Habsburg an. Siebenbürgen fiel an Habsburg, wobei Leopold mit dem Diploma Leopoldinum von 1691 die traditionelle Verfassung und die religiösen Rechte des Landes bestätigte. Im Reich entwickelte sich Leopold vom zunächst geschwächten Kaiser zu einer bedeutenden politischen Autorität. Er hielt am Westfälischen Frieden und an der Gleichberechtigung der Konfessionen fest und trat als Bewahrer des konfessionellen Ausgleichs auf. Der 1663 einberufene Reichstag in Regensburg blieb dauerhaft bestehen und wurde zum Immerwährenden Reichstag. Diese Entwicklung stärkte trotz anfänglicher Skepsis letztlich die kaiserliche Stellung, weil Leopold dadurch enger auf die Reichsstände einwirken konnte. Durch Heiraten, Standeserhöhungen und politische Unterstützung band er Pfälzer, Welfen, Wettiner und andere Fürsten an Wien. Er ermöglichte dem brandenburgischen Kurfürsten die Königswürde in Preußen und unterstützte den sächsischen Kurfürsten bei dessen Streben nach der polnischen Krone. Leopolds Außenpolitik war von Kriegen geprägt. Im Westen musste er sich gegen die Expansion Ludwigs XIV. behaupten. Im Holländischen Krieg unterlag er Frankreich und musste im Frieden von Nimwegen Gebietsverluste hinnehmen. Auch die französischen Reunionen und die Einnahme Straßburgs konnten nicht verhindert werden. Im Osten änderte sich die Lage entscheidend. Während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 verließ Leopold Wien und hielt sich zunächst in Passau und Linz auf. Es gelang ihm jedoch, ein kaiserlich-deutsch-polnisches Entsatzheer zu organisieren. Unter Johann III. Sobieski und Herzog Karl von Lothringen wurde Wien nach der Schlacht am Kahlenberg befreit. Der Sieg leitete den Großen Türkenkrieg ein. Buda, Mohács und Belgrad wurden erobert, und Feldherren wie Ludwig Wilhelm von Baden und Eugen von Savoyen errangen wichtige Siege. Im Frieden von Karlowitz 1699 musste das Osmanische Reich auf Ungarn, Siebenbürgen und den größten Teil Slawoniens verzichten. Damit begann Österreichs eigentlicher Aufstieg zur Großmacht. Gleichzeitig führte Leopold den Pfälzischen Erbfolgekrieg gegen Frankreich. Im Spanischen Erbfolgekrieg vertrat er nach dem Tod Karls II. die Ansprüche seiner Familie. Sein Sohn Karl wurde 1703 zum spanischen König proklamiert. 1704 besiegten Eugen von Savoyen und John Churchill bei Höchstädt die französisch-bayerischen Truppen; Bayern wurde anschließend kaiserlich besetzt. Während dieses Krieges starb Leopold 1705 in Wien. Neben seiner politischen Tätigkeit förderte Leopold Wissenschaften, Architektur und Künste. Unter seiner Herrschaft wurde Wien stärker zu einer Barockstadt; der Leopoldinische Trakt der Hofburg und die Grundlagen für Schönbrunn gehen auf ihn zurück. Er unterstützte Universitäten, wissenschaftliche Einrichtungen und die Gründung der Akademie der bildenden Künste. Besonders hervor trat er als Musikliebhaber und Komponist. Er spielte mehrere Instrumente, dirigierte sein Kammerorchester und hinterließ mehr als 230 Werke, darunter geistliche Kompositionen, Oratorien, Ballette und Singspiele. Die italienische Oper wurde am Wiener Hof intensiv gefördert. Leopold war dreimal verheiratet. Seine erste Ehe mit Margarita Teresa von Spanien brachte unter anderem Maria Antonia hervor, die den bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel heiratete. Aus der zweiten Ehe mit Claudia Felizitas von Österreich-Tirol gingen zwei früh verstorbene Kinder hervor. Mit seiner dritten Frau Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg hatte Leopold zehn Kinder, darunter die späteren Kaiser Joseph I. und Karl VI. Nach seinem Tod wurde er in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt; Herz, Eingeweide und weitere Körperteile erhielten entsprechend der habsburgischen Tradition getrennte Begräbnisstätten. Sein vorsichtiges, ausdauerndes Handeln sicherte dem Reich eine lange Phase relativer Stabilität und machte ihn zu einem der bedeutendsten Habsburger Kaiser des späten 17. Jahrhunderts.

Quelle: Leopold I. (HRR) (de, 269607510). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0