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Portrait of Charles VI, Holy Roman Emperor (1685-1740) label QS:Len,"Portrait of Charles VI, Holy Roman Emperor (1685-1740)"
Johann Gottfried Auerbach
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Biografie
Karl VI. Franz Joseph Wenzel Balthasar Johann Anton Ignaz wurde am 1. Oktober 1685 in Wien als Sohn Kaiser Leopolds I. und Eleonores von Pfalz-Neuburg geboren. Er war der jüngere Bruder Kaiser Josephs I. Seine Erziehung stand unter der Aufsicht Fürst Anton Florians von Liechtenstein und wurde stark von Jesuiten geprägt. Neben traditionellen Herrschertugenden lernte Karl vor allem die Geschichte und die politischen Ansprüche des Hauses Habsburg kennen. Wie jeder Habsburger musste er außerdem ein Handwerk erlernen. Er entschied sich für die Ausbildung zum Büchsenmeister und fertigte bereits als Sechzehnjähriger eine eigenhändig signierte Zeichnung eines Geschützrohrs an.
Leopolds politisches Ziel war es, Karl nach dem absehbaren Aussterben der spanischen Habsburger zum spanischen König zu machen. Nachdem der spanische König Karl II. jedoch Philipp von Anjou, einen Enkel Ludwigs XIV., zum Erben bestimmt hatte, entstand ein Konflikt, der 1701 in den Spanischen Erbfolgekrieg mündete. Karl wurde 1703 zum spanischen König ausgerufen und erhielt von seinem Vater und seinem Bruder geheime Zusagen über die spanischen Besitzungen. 1705 gelangte er nach der Einnahme Barcelonas nach Spanien und konnte zeitweise Katalonien und weitere Gebiete kontrollieren. Er galt als mutig und ausdauernd, zeigte jedoch nur begrenzte Fähigkeiten in Führung und politischer Integration. Zwar zog er 1710 nach militärischen Erfolgen in Madrid ein, musste sich aber bald wieder nach Barcelona zurückziehen.
Am 23. April 1708 heiratete Karl per Ferntrauung Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel. Kurz darauf zog sie zu ihm nach Barcelona. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Leopold Johann, der 1716 als Kleinkind starb, Maria Theresia, Maria Anna und Maria Amalia. Der Tod seines einzigen Sohnes machte später die weibliche Erbfolge zu einer entscheidenden Frage seiner Herrschaft.
Diese Herrschaft begann unerwartet, als Karls Bruder Joseph I. 1711 ohne männlichen Nachkommen starb. Karl erbte damit Österreich, Böhmen und Ungarn und wurde zum Anwärter auf die Kaiserwürde. Er kehrte nach Wien zurück, ohne seinen Anspruch auf den spanischen Thron ausdrücklich aufzugeben, und ernannte seine Frau bei seiner Abreise demonstrativ zur Statthalterin in Spanien. Am 12. Oktober 1711 wählten ihn die Kurfürsten zum römisch-deutschen König; am 22. Dezember wurde er in Frankfurt am Main zum Kaiser gekrönt. 1712 folgten seine Rückkehr nach Wien und seine Krönung zum König von Ungarn.
Die Aussicht, dass Österreich und Spanien unter einem Herrscher vereinigt werden könnten, veranlasste Großbritannien und die Niederlande, Karl im Krieg die Unterstützung zu entziehen. Er musste den spanischen Thron schließlich aufgeben. Im Frieden von Rastatt und im anschließenden Frieden von Baden erhielt Österreich jedoch bedeutende ehemalige spanische Besitzungen: Mailand, Mantua, Sardinien, Neapel ohne Sizilien sowie die Österreichischen Niederlande. Damit wurde die habsburgische Stellung in Italien und den Niederlanden erheblich gestärkt, während Karl seinen spanischen Anspruch zumindest formal noch lange aufrechterhielt.
Von zentraler Bedeutung war die 1713 erlassene Pragmatische Sanktion. Sie erklärte die habsburgischen Länder für unteilbar und ermöglichte nachrangig auch die weibliche Thronfolge. Zugleich sollte sie die verschiedenen habsburgischen Besitzungen zu einer engeren und dauerhaften Union verbinden. Nachdem Karls Sohn gestorben war, wurde diese Regelung zur Grundlage der Nachfolge seiner Tochter Maria Theresia. Karl ließ die Pragmatische Sanktion zwischen 1720 und 1724 von den Ständeversammlungen seiner Länder bestätigen und bemühte sich während eines großen Teils seiner Regierungszeit um die Anerkennung durch die europäischen Mächte.
Innenpolitisch regierte Karl zunächst mit erfahrenen Beratern wie Prinz Eugen von Savoyen und Gundaker Thomas Starhemberg. Später gewann unter anderem Johann Michael von Althann Einfluss am Hof, während Prinz Eugen an Bedeutung verlor. Die Verwaltung blieb uneinheitlich, eine grundlegende Reform von Staatsapparat und Militär gelang nicht. Die Finanzen verschlechterten sich; die Staatsschulden stiegen während Karls Regierungszeit von 60 auf 100 Millionen Gulden. Gleichzeitig förderte der Kaiser nach merkantilistischen Vorstellungen Manufakturen, Straßen, Postwesen und Handel. Binnenzölle wurden aufgehoben, die Häfen von Triest und Fiume ausgebaut und die Ostender Kompanie gegründet. Dieses Handelsunternehmen gab Karl jedoch später auf, um die Anerkennung der Pragmatischen Sanktion nicht zu gefährden.
In Böhmen bestätigte Karl ständische Rechte und ließ sich 1723 in Prag zum König krönen. In Ungarn musste er dem Adel weitreichende Privilegien zugestehen; das Land blieb durch das Verhältnis von König und Ständen geprägt. In den teilweise entvölkerten Gebieten der ungarischen Krone förderte seine Regierung die Ansiedlung deutschsprachiger Bauern. Zugleich war seine Minderheitenpolitik von großer Härte bestimmt. Die Rechte und die Bewegungsfreiheit jüdischer Bewohner wurden eingeschränkt, Juden aus Schlesien vertrieben und die Roma in Österreich und Ungarn brutal verfolgt.
Karl betrieb außerdem noch eine aktive Reichspolitik. Er griff in Konflikte innerhalb von Reichsstädten und zwischen Reichsständen ein und beanspruchte eine kaiserliche Schiedsrichterrolle. Unter seiner Herrschaft kam es etwa zur Reichsexekution gegen Herzog Karl Leopold von Mecklenburg. Dennoch verlor der Reichsgedanke zunehmend an Bedeutung, weil Österreich, Preußen, Hannover und andere Territorien eigenständiger auftraten. Karls Reichspolitik blieb damit wirkungsvoll, konnte den politischen Bedeutungsverlust des Heiligen Römischen Reiches aber nicht aufhalten.
Außenpolitisch erreichte das Habsburgerreich zunächst große Erfolge. Im Krieg gegen die Osmanen siegten österreichische Truppen unter Prinz Eugen 1716 bei Peterwardein und 1717 bei Belgrad. Der Frieden von Passarowitz brachte das Banat, Belgrad, Teile Serbiens und die Kleine Walachei an Österreich und führte das Reich zu seiner größten territorialen Ausdehnung. In einem weiteren Konflikt gegen Spanien wurde Sardinien gegen Sizilien getauscht, das mit Neapel vereinigt wurde. Die habsburgische Macht in Italien war damit so stark wie seit der Zeit Karls V. nicht mehr.
Später scheiterte Karls Bündnispolitik. Im Polnischen Thronfolgekrieg musste Österreich Neapel und Sizilien abtreten, auf Lothringen verzichten und Gebiete in Oberitalien an Savoyen übergeben. 1739 verlor Karl im Frieden von Belgrad nach einer Niederlage gegen die Osmanen die Gebiete südlich von Donau und Save sowie Belgrad wieder. Bei seinem Tod war Österreich politisch isoliert und geschwächt.
Karl VI. förderte zugleich Kunst und Kultur. Unter ihm erlebte die Hofmusikkapelle eine Blütezeit, und auch er selbst galt als musikalisch begabt. Er ließ die Hofburg erweitern, die Hofbibliothek neu errichten und die kaiserlichen Sammlungen zusammenführen. Die Wiener Karlskirche, das Stift Klosterneuburg und weitere Bauten spiegeln den Höhepunkt des Barock in seiner Regierungszeit wider. Karl starb am 20. Oktober 1740 nach schwerer Krankheit in Wien. Eine Vergiftung durch einen Pilz wurde wiederholt vermutet, blieb jedoch unbewiesen. Er wurde nach habsburgischem Brauch getrennt in der Kapuzinergruft, der Herzogsgruft des Stephansdoms und der Loretokapelle bestattet. Mit seinem Tod erlosch das Haus Habsburg im Mannesstamm; seine Tochter Maria Theresia übernahm ein schwieriges politisches Erbe.
Quelle: Karl VI. (HRR) (de, 267257781). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0