Person

Maria Anna von Österreich

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Geburt

  1. 07.09.1683

Tod

  1. 14.08.1754

Porträt von Maria Anna von Österreich
Bildnachweis

Portrait of Maria Anna from Austria label QS:Len,"Portrait of Maria Anna from Austria" label QS:Lpt,"Retrato de Maria Ana de Áustria"

Attributed to Pompeo Batoni

Palácio Nacional da Ajuda

Bildquelle: File:D. Maria Ana de Áustria, Rainha de Portugal - Pompeo Batoni (Palácio Nacional da Ajuda).png · Lizenz: Public domain

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Biografie

Maria Anna Josepha von Österreich wurde am 7. September 1683 in Linz geboren und starb am 14. August 1754 im Alter von 70 Jahren im Palast von Belém. Sie war eine habsburgische Erzherzogin, Tochter Kaiser Leopolds I. und Eleonore Magdalenas von Pfalz-Neuburg sowie durch ihre Ehe Königin von Portugal. Als Gemahlin Johanns V. war sie außerdem die Mutter der portugiesischen Könige Joseph I. und Peter III. 1716 und erneut von 1742 bis 1750 übernahm sie die Regentschaft Portugals. Nach ihr wurde die Stadt Mariana im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais benannt. Maria Anna kam in einer politisch und militärisch bewegten Zeit zur Welt. Ihre Eltern und der Wiener Hof waren im Sommer 1683 wegen des osmanischen Vormarsches von Wien nach Passau geflohen. Während dieser Reise wurde sie geboren. Fast gleichzeitig vereinigte sich das polnische Entsatzheer mit den kaiserlichen und verbündeten Truppen; wenige Tage später erreichte den Hof die Nachricht vom Sieg und der Aufhebung der Belagerung Wiens. Der Krieg gegen das Osmanische Reich dauerte dennoch bis 1699. Zudem war das Heilige Römische Reich zwischen 1688 und 1697 am Krieg der Augsburger Liga beteiligt. Die Familie lebte im Wiener Hofburgpalast. Schloss Schönbrunn war durch den osmanischen Angriff beschädigt worden; Kaiser Leopold ließ den Wiederaufbau anordnen, der jedoch erst 1696 begann. Maria Anna hatte die älteren Brüder Joseph und Leopold sowie die Schwester Maria Elisabeth. Aus der ersten Ehe ihres Vaters stammte außerdem ihre erwachsene Halbschwester Maria Antonia, die 1685 den bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel heiratete. Später kamen weitere Geschwister hinzu, darunter Maria Theresia, Karl, Maria Josepha und Maria Magdalena. Für ihre Zeit erhielt Maria Anna eine umfassende Ausbildung. Sie beherrschte Französisch, Spanisch, Italienisch und Latein, interessierte sich für Musik und spielte mehrere Instrumente, darunter Cembalo. Bei höfischen Aufführungen übernahm sie Opernrollen, in denen sie singen und tanzen musste. Ihr Vater galt als zu Depressionen neigend und unentschlossen, während ihre Mutter politischen Einfluss ausübte, zeitweise als Sekretärin des Kaisers tätig war und ihn 1689 zum Reichstag begleitete. Nach Leopolds Tod im Mai 1705 wurde Maria Annas älterer Bruder Joseph Kaiser. Ihre Mutter blieb Witwe, trug bis zu ihrem Lebensende Trauerkleidung, widmete sich der Wohltätigkeit und wirkte weiterhin auf die Politik ein. Die kostbaren Gegenstände und persönlichen Dinge ihres früheren Lebens teilte sie unter Maria Anna und deren Schwestern auf. In dieser Zeit wurde auch die Verbindung Maria Annas mit dem portugiesischen Thronfolger Johann vorbereitet. Der habsburgische Erzherzog Karl, der sich als Bewerber um den spanischen Thron in Lissabon aufhielt, schlug König Peter II. vor, seinen Sohn mit seiner Schwester zu verheiraten. Wien stimmte diesem Plan zu, da die Ehe die Beziehungen zwischen den Habsburgern und Portugal im Umfeld des Spanischen Erbfolgekriegs stärken sollte. Maria Anna war 25 Jahre alt, als sie den 19-jährigen Johann heiratete. Eine prächtige portugiesische Gesandtschaft unter Fernão Teles da Silva traf 1708 in Wien ein. Die Stellvertreterhochzeit fand am 9. Juli im Stephansdom statt, wobei Kaiser Joseph den Bräutigam vertrat. Anschließend reiste Maria Anna auf dem Seeweg nach Portugal. Über Den Haag und Rotterdam gelangte sie nach England, wo sie wegen des portugiesisch-britischen Bündnisses mit großen Ehren empfangen wurde. Am 6. Oktober setzte sie von Portsmouth nach Lissabon über und traf dort am 16. Oktober ein. Wegen ihres schlechten Gesundheitszustands nach der Seereise betrat sie erst am folgenden Tag portugiesischen Boden. Ihre Ankunft wurde von mehrtägigen Festen, Stierkämpfen und einer künstlich dargestellten Eruption des Ätna begleitet. Die Hochzeit in Lissabon wurde am 27. Oktober 1708 gefeiert. Die offizielle Residenz des Königspaares war der Ribeira-Palast. Die ersten Ehejahre galten als glücklich, blieben aber zunächst kinderlos. Aus Sorge um die Zukunft der Dynastie versprach Johann auf den Rat des portugiesischen Großinquisitors den Bau eines Franziskanerklosters in Mafra. Im Dezember 1711 brachte Maria Anna eine Tochter zur Welt; später folgten fünf Söhne. Johann erfüllte sein Versprechen, und die Basilika des Klosters von Mafra wurde im Oktober 1730 geweiht. Trotz des nach außen offenbar harmonischen Familienlebens hatte der König zahlreiche Liebesaffären und zwischen 1714 und 1720 drei uneheliche Söhne. Als Königin passte sich Maria Anna rasch den Erwartungen des portugiesischen Hofes an, der Schönheit und Luxus höher schätzte als die am Wiener Hof betonte Frömmigkeit. Sie selbst blieb religiös, gründete Klöster und Kirchen und unterstützte Bedürftige. Besonders kümmerte sie sich um die Versorgung von Waisenkindern in den wichtigsten Städten des Königreichs. Die Landwirtschaft Portugals war so geschwächt, dass Brot und Butter eingeführt werden mussten, während in manchen ländlichen Gegenden vor allem Wein erzeugt wurde. Maria Anna interessierte sich außerdem für das Meer und technische Entwicklungen. Sie unternahm mit ihrer Familie und dem Hof Ausflüge auf dem Tejo, besuchte Feste auf dem Fluss und nahm an Schiffstaufen teil. 1727 besichtigte sie die von Johann gegründete königliche Glasfabrik in Coina. Am Hof verstärkte sie die Trennung zwischen Männern und Frauen sowie zwischen Dienern und ihren Herren. Ihre besondere Leidenschaft galt der Musik. Sie besuchte Konzerte und Opern, sang gelegentlich kleine Arien für ihre Kinder und lud italienische Opernmusiker nach Lissabon ein. Zugleich unterstützte sie die prunkvollen Bauvorhaben und Feste ihres Mannes. Im Mai 1742 erlitt Johann einen Schlaganfall und blieb teilweise gelähmt. Bis zu seinem Tod übernahm Maria Anna die Regentschaft. Ihre Regierungsleistung wird unterschiedlich beurteilt: Einer Einschätzung zufolge fehlte ihr die nötige politische Erfahrung, was negative Folgen für Portugal gehabt habe; andere Darstellungen betonen ihre Fähigkeiten, Vorsicht und Gerechtigkeit. Während ihrer Regentschaft blieb Portugal im Österreichischen Erbfolgekrieg von 1740 bis 1748 neutral. Sie förderte außerdem den Diplomaten Sebastião de Carvalho, der 1745 von London nach Wien entsandt wurde und erfolgreich zwischen Maria Theresia und dem Heiligen Stuhl vermittelte. Später empfahl sie ihn ihrem Sohn als Minister. Johann V. starb am 31. Juli 1750. Maria Anna übergab die volle Herrschaft an ihren ältesten Sohn Joseph I. Sie selbst starb vier Jahre später in Belém. Zunächst wurde sie im von ihr gegründeten Kloster des heiligen Johannes Nepomuk bestattet; ihr Herz gelangte gemäß ihrem Testament nach Wien und wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt. 1780 ließ ihre Enkelin Maria I. den Leichnam nach São Vicente de Fora überführen. Nachdem der Körper bei der Öffnung des Sargs als unversehrt befunden worden war, entstanden Gerüchte über ihre Heiligkeit. 1855 wurde sie in das Pantheon des Hauses Braganza überführt. Maria Anna erhielt den Sternkreuzorden und ist außerdem eine Figur in José Saramagos Roman „Das steinerne Floß“? Wait source says Memorial do Convento, German title likely

Quelle: Марія Анна Австрійська (1683–1754) (uk, 44874213). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0