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Bartolomé González y Serrano
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Biografie
Maria Anna von Spanien wurde am 18. August 1606 im Palast von El Escorial nahe Madrid geboren. Sie war das vierte Kind und die dritte Tochter des spanischen Königs Philipp III. und Margarete von Österreich, die dem innerösterreichischen Zweig der Habsburger entstammte. Von ihren sieben Geschwistern überlebten nur vier das Kindesalter: Anna, die später den französischen König Ludwig XIII. heiratete, Philipp IV., Karl und Ferdinand, der als Kardinalinfant und Statthalter der Spanischen Niederlande bekannt wurde. Maria Anna wurde am 8. September, dem Fest der Geburt Mariens, getauft. Zu ihren Taufpaten gehörten ihre Schwester Anna und Francisco de Sandoval y Rojas, der Herzog von Lerma.
Schon früh wurde Maria Anna in die dynastischen Heiratspläne ihres Vaters einbezogen. Als Jugendliche wurde sie Johann Karl, dem ältesten Sohn und Erben Kaiser Ferdinands II., versprochen. Die Verbindung kam jedoch nicht zustande, weil Johann Karl 1618 starb. Wenige Jahre später wurde Maria Anna zur möglichen Braut des englischen Thronfolgers Karl, des späteren Königs Karl I. Die geplante Verbindung sollte die Beziehungen zwischen Spanien und England verbessern. König Jakob I. hoffte zudem, dass Spanien im Gegenzug die Pfalz an seine Tochter Elisabeth und deren Ehemann zurückgeben würde.
Die Verhandlungen zwischen Madrid und London führten 1623 zu einem spektakulären Besuch des Prinzen von Wales in Madrid. Karl reiste gemeinsam mit George Villiers, dem Herzog von Buckingham, nach Spanien, um seine mögliche Braut kennenzulernen. Das Vorhaben, das als „Spanisches Spiel“ bekannt wurde, löste in England und Schottland eine politische Krise aus. Maria Anna wollte jedoch eher in ein Kloster eintreten, als einen Protestanten zu heiraten, während Karl nicht zum Katholizismus übertreten wollte. Außerdem erschwerten politische Vorbehalte des neuen spanischen Königs gegenüber einer Verbindung mit dem Haus Stuart die Einigung. Die Ehe kam schließlich nicht zustande; Karl heiratete später die französische Katholikin Henriette Marie aus dem Haus Bourbon.
Ende 1626 verlobte sich Maria Anna mit Erzherzog Ferdinand, dem jüngeren Bruder ihres ersten Verlobten und neuen Thronfolger Kaiser Ferdinands II. Ferdinand war 1625 König von Ungarn geworden und bestieg 1627 auch den böhmischen Thron. Die Eheverhandlungen regelten unter anderem Maria Annas Stellung am Wiener Hof. Ein Ehevertrag von 1628 sicherte ihr das Recht, den spanischen Thron zu erben. Ihre Schwester Anna hatte dieses Recht durch ihre Heirat mit Ludwig XIII. von Frankreich aufgeben müssen.
Im Dezember 1629 verließ Maria Anna Madrid. Die Reise nach Wien dauerte wegen verschiedener Zwischenfälle mehr als ein Jahr. Eine Pestepidemie auf der italienischen Halbinsel verhinderte zunächst einen Aufenthalt in Bologna. In Neapel erhielt sie stattdessen die Goldene Rose, eine päpstliche Auszeichnung. Anschließend pilgerte sie zur Basilika Santa Casa und reiste durch den Kirchenstaat, begleitet von römischen Adligen. Am 26. Januar 1631 erreichte sie Triest. Noch am selben Tag heiratete sie Ferdinand stellvertretend; sein Bruder Leopold Wilhelm übernahm die Rolle des Bräutigams. Leopold Wilhelm geleitete sie anschließend nach Wien.
Vor der offiziellen Hochzeit hatte Ferdinand seine zukünftige Frau heimlich aufgesucht, weil er den bisherigen Porträts nicht vollständig vertraute. Er gab sich bei dieser Begegnung zu erkennen und sprach sie auf Spanisch an. Der Überlieferung zufolge beeindruckte Maria Anna ihn sofort. Seine Zuneigung und sein Respekt für sie hielten während der gesamten Ehe an. Ferdinand blieb ihr treu und hatte keine außerehelichen Kinder. Am 20. Februar 1631 wurde die Ehe in Wien offiziell geschlossen. Die Hochzeitsfeierlichkeiten dauerten einen Monat und die Verbindung galt als harmonisch. Maria Anna wurde als heiter, freundlich und klug beschrieben; sie soll die eher melancholische Art ihres Mannes ausgeglichen haben.
Am Wiener Hof bewahrte Maria Anna ihre spanische Prägung. Sie brachte spanische Kleidung, Theater, Tänze und Musik mit und förderte insbesondere die Verbreitung der Gitarre. Als Frau des Thronfolgers pflegte sie gute Beziehungen zu den meisten Mitgliedern der kaiserlichen Familie. Schwieriger war ihr Verhältnis zu Eleonora Gonzaga, der Stiefmutter Ferdinands, die nur wenige Jahre älter war als Maria Anna. Zwischen beiden entstand ein Wettbewerb um Einfluss am Hof. Maria Anna interessierte sich außerdem stark für die bildenden Künste und sammelte Werke italienischer, spanischer und flämischer Maler des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts.
Am 22. Dezember 1636 wurde Ferdinand in Regensburg zum römisch-deutschen König gewählt und eine Woche später gekrönt. Maria Anna erhielt am 21. Januar 1637 den Titel der deutschen Königin. Nach dem Tod seines Vaters am 15. Februar 1637 wurde Ferdinand als Ferdinand III. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sowie regierender König von Ungarn und Böhmen. Maria Anna wurde damit Kaiserin und Königin. Ihre ungarische Krönung fand in Pressburg statt.
Maria Anna spielte auch politisch eine wichtige Rolle. Sie beriet ihren Mann und vermittelte zwischen dem Kaiserhof und ihren Verwandten in Spanien. Dabei unterstützte sie sowohl die Interessen Ferdinands als auch die ihrer Brüder Philipp IV. und Ferdinand. Ihr Hof war stark spanisch geprägt; spanische Botschafter und andere Diplomaten gehörten zu den häufigen Besuchern. Während der Abwesenheit des Kaisers übernahm sie wiederholt die Regentschaft. Besonders bedeutsam war ihre Regentschaft im Jahr 1645, als Ferdinand III. während des Dreißigjährigen Krieges in Böhmen weilte.
Die letzten Jahre ihres Lebens waren von Krieg, Flucht und Krankheit geprägt. Im März 1645 musste Maria Anna mit ihren Kindern wegen des Vormarsches schwedischer Truppen Linz verlassen und nach Wien ziehen. Als die Schweden die Donau zu überschreiten drohten, floh die kaiserliche Familie vorübergehend nach Graz. Nach ihrer Rückkehr nach Wien zwang eine Seuche sie erneut, nach Linz auszuweichen.
Im Januar 1646 wurde Maria Annas sechste Schwangerschaft bekannt. Am 12. Mai bekam sie im Linzer Schloss plötzlich Fieber und starke Blutungen. Sie starb am folgenden Morgen, dem 13. Mai, im Alter von 39 Jahren. Das ungeborene Kind wurde durch einen Kaiserschnitt geboren, erhielt den Namen Maria und lebte nur wenige Stunden. Mutter und Tochter wurden in einem gemeinsamen Sarg nach Wien überführt und am 24. Mai in der Kaisergruft beigesetzt. Ferdinand III. war über den Tod seiner Frau und seines Kindes so erschüttert, dass er nicht an der Beisetzung teilnehmen konnte. Später erwies er den sterblichen Überresten seine Ehre.
Maria Anna und Ferdinand III. hatten sechs Kinder. Ihr ältester Sohn Ferdinand IV. wurde römisch-deutscher, ungarischer und böhmischer König. Ihre Tochter Maria Anna wurde Königin von Spanien. Weitere Söhne waren Philipp August und Maximilian Thomas, die beide als Kleinkinder starben, sowie Leopold I., der später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde. Das sechste Kind war die kurz nach der Geburt verstorbene Maria.
Maria Annas Leben wurde auch künstlerisch verarbeitet. Eine Figur in Philip Massingers Drama „The Renegado“ wurde als Anspielung auf ihre gescheiterte Verbindung mit dem englischen Prinzen gedeutet. 1634 trat sie gemeinsam mit Ferdinand bei einer Aufführung in Madrid auf, die den spanisch-österreichischen Sieg über schwedische Truppen bei Nördlingen feierte. Zahlreiche Porträts von ihr, darunter Werke von Diego Velázquez, Frans Luycx und weiteren Hofmalern, befinden sich heute in bedeutenden europäischen Sammlungen.
Quelle: María Ana của Tây Ban Nha (vi, 74958787). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0