Person

Franz Karl von Österreich

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Geburt

  1. 17.12.1802

Tod

  1. 08.03.1878

Porträt von Franz Karl von Österreich
Bildnachweis

Franz Karl Erzherzog Litho

Josef Kriehuber

Eigenes Foto iner Originallithographie aus der eigenen; Foto Peter Geymayer

Bildquelle: File:Franz Karl Erzherzog Litho.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Erzherzog Franz Karl Joseph von Österreich, ein Mitglied des Hauses Habsburg-Lothringen, wurde am 17. Dezember 1802 in Wien geboren und starb dort am 8. März 1878. Er war der jüngste seiner Geschwister, die das Erwachsenenalter erreichten, und ein Sohn Kaiser Franz’ II. des Heiligen Römischen Reiches, der ab 1804 als Kaiser Franz I. von Österreich regierte, sowie dessen zweiter Ehefrau Maria Theresia Karolina von Neapel-Sizilien. Von seinen zwölf Geschwistern überlebten sieben die Kindheit. Zu ihnen gehörten Erzherzog Ferdinand, der später als Kaiser Ferdinand I. von Österreich und König Ferdinand V. von Ungarn regierte, sowie mehrere Erzherzoginnen, die durch ihre Ehen mit europäischen Herrscherhäusern verbunden waren. Franz Karls Mutter starb bereits 1807, als er noch ein kleines Kind war. Am 4. November 1824 heiratete Franz Karl in Wien Prinzessin Sophie Friederike von Bayern aus dem Haus Wittelsbach. Sie war eine Tochter König Maximilians I. Joseph von Bayern und dessen zweiter Ehefrau Karoline Friederike Wilhelmine von Baden. Die Ehe blieb zunächst lange kinderlos und war von mehreren Fehlgeburten überschattet. Sophie musste sich wiederholt und über längere Zeit in den Heilbädern von Bad Ischl behandeln lassen. Schließlich wurden dem Paar fünf lebende Kinder geboren, von denen vier das Erwachsenenalter erreichten; außerdem kam ein Sohn tot zur Welt. Der erste Sohn, Erzherzog Franz Joseph, wurde 1830 geboren und bestieg später als Kaiser Franz Joseph I. den österreichischen Thron sowie als König Franz Joseph den ungarischen und böhmischen Thron. Er heiratete 1854 Elisabeth von Bayern, die als Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi, in die Geschichte einging. Der zweite Sohn, Erzherzog Ferdinand Maximilian, kam 1832 zur Welt. Er wurde 1864 mit Unterstützung des französischen Kaisers Napoleon III. als Kaiser Maximilian I. von Mexiko eingesetzt, jedoch 1867 von republikanischen Kräften gefangen genommen und hingerichtet. Maximilian war Sophies Lieblingskind; seinen Tod verkraftete sie nie vollständig. Franz Karls dritter Sohn, Erzherzog Karl Ludwig, wurde 1833 geboren. Er war nacheinander mit Margarete Karoline von Sachsen, Maria Annunziata von Neapel-Sizilien und Maria Theresia von Portugal verheiratet. Über Karl Ludwig wurde Franz Karl später zum Großvater des Thronfolgers Franz Ferdinand und zum Urgroßvater Kaiser Karls I. Die einzige Tochter des Ehepaares, Erzherzogin Maria Anna Karolina, litt wie ihr Onkel Kaiser Ferdinand an Epilepsie und starb bereits 1840 im Alter von vier Jahren. Der jüngste Sohn, Erzherzog Ludwig Viktor, wurde 1842 geboren. Er heiratete nicht und hatte keine Kinder. In Wien kursierten Gerüchte, Franz Joseph und Maximilian seien möglicherweise nicht Franz Karls leibliche Söhne. Als mögliche Väter wurden der schwedische Prinz Gustav von Wasa und der jung verstorbene Herzog von Reichstadt, Napoleon Franz, genannt. Begründet wurden diese Spekulationen unter anderem mit dem Aussehen der beiden ältesten Söhne, deren Gesichtszüge nach Ansicht mancher Beobachter nicht den typischen Merkmalen der Habsburger entsprachen. Die Gerüchte blieben jedoch Teil des höfischen Klatsches. Politisch spielte Franz Karl selbst keine herausragende Rolle. Da sein älterer Bruder Ferdinand voraussichtlich keinen eigenen Thronerben haben würde, galt Franz Karl nach dem Tod seines Vaters zunächst als möglicher künftiger Kaiser. Allerdings zeigte er nur geringes Interesse an der Leitung staatlicher Angelegenheiten. Während der revolutionären Krise von 1848 nahm er dennoch im Namen des Kaisers mehrfach Verhandlungen mit Abgesandten des ungarischen Reichstags auf und sprach später auch mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Graf Lajos Batthyány. Außerdem gehörte er der von Fürst Metternich eingerichteten Staatskonferenz an, die anstelle des politisch schwachen Kaisers einen erheblichen Teil der tatsächlichen Regierungsmacht ausübte. Die Revolutionen von 1848 verschärften die Lage des Habsburgerreiches. Am 2. Dezember 1848 wurde Kaiser Ferdinand in Olmütz unter dem Einfluss des Hofes zur Abdankung bewegt. Nach der gesetzlichen Erbfolge hätte nun Franz Karl den Thron besteigen müssen. Auf Drängen seiner energischen und politisch einflussreichen Ehefrau Sophie verzichtete er jedoch ebenfalls auf seinen Thronanspruch zugunsten seines ältesten Sohnes Franz Joseph. Dieser wurde noch am selben Tag Kaiser. Der Wechsel sollte das von Revolutionen bedrohte Reich stabilisieren und die Herrschaft der Habsburger sichern. Während Franz Karl politisch eher im Hintergrund blieb, wirkte Sophie am Hof mit großer Entschlossenheit. Sie betrieb Politik und Intrigen zunächst hinter ihrem Ehemann und später hinter ihrem Sohn. Franz Karls unmittelbarer Einfluss auf die österreichische Geschichte blieb daher begrenzt, doch seine Entscheidung von 1848 hatte weitreichende Folgen. Durch seinen Verzicht ermöglichte er die lange Herrschaft Franz Josephs, die das österreichische Kaiserreich und später die Österreichisch-Ungarische Monarchie über Jahrzehnte prägte. Franz Karl überlebte seine Ehefrau, die 1872 starb, sowie fast alle seine Schwestern. Er starb 1878 in Wien. Seine Söhne überlebten ihn mit Ausnahme des hingerichteten Maximilian. Die Nachkommen Franz Karls spielten weiterhin eine bedeutende politische Rolle in Europa. Nach dem Tod Kaiser Franz Josephs im Jahr 1916 bestieg schließlich Karl, der Enkel seines Sohnes Karl Ludwig, als letzter Kaiser Österreichs den Thron.

Quelle: Habsburg–Lotaringiai Ferenc Károly főherceg (hu, 26898566). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0