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Maximilian of Mexico bw
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Biografie
Ferdinand Maximilian von Habsburg-Lothringen wurde am 6. Juli 1832 im Schloss Schönbrunn bei Wien geboren. Er war der zweite Sohn des Erzherzogs Franz Karl von Österreich und der Erzherzogin Sophie von Bayern sowie der jüngere Bruder des späteren österreichischen Kaisers Franz Joseph I. Maximilian wuchs unter den strengen Regeln des Wiener Hofes auf. Gemeinsam mit seinem Bruder erhielt er eine umfassende Ausbildung, in der neben Deutsch, Englisch und Französisch auch mehrere Sprachen des Habsburgerreiches, Musik, Reiten und künstlerische Fächer gelehrt wurden. Schon als Kind interessierte er sich besonders für Pflanzen, Vögel und die Gestaltung von Gärten. Zugleich galt er als träumerischer, empfindsamer und großzügiger Charakter, der im Gegensatz zu seinem sparsamen und pflichtbewussten Bruder oft unentschlossen wirkte.
Nach dem Regierungsantritt Franz Josephs im Revolutionsjahr 1848 begleitete Maximilian seinen Bruder während des Feldzugs gegen die aufständischen Ungarn. Die anschließende brutale Bestrafung der Gegner erschütterte ihn. Da Franz Joseph ihm zunächst keine bedeutende politische Aufgabe übertragen wollte, wurde Maximilian zur österreichischen Marine geschickt. Dort fand er eine Tätigkeit, die seinen Interessen entsprach. Er unternahm Seereisen, erwarb technische und organisatorische Kenntnisse und wurde 1854 zum Oberbefehlshaber der österreichischen Marine sowie zum Konteradmiral ernannt. Unter seiner Förderung begann auch die wissenschaftliche Weltumsegelung der Fregatte Novara.
Während seiner Reisen lernte Maximilian verschiedene Länder des Mittelmeerraums kennen. Ein besonders einschneidendes Erlebnis war seine Begegnung mit Prinzessin Maria Amalia von Brasilien, in die er sich verliebte. Die geplante Verbindung kam jedoch nicht zustande, weil die junge Frau schwer erkrankte und 1853 auf Madeira an Tuberkulose starb. Maximilian blieb von ihrem Tod tief betroffen. Später ließ er am Golf von Triest das Schloss Miramare errichten, das nach seinen Vorstellungen gestaltet wurde und ihm als Rückzugsort diente.
1856 lernte Maximilian in Brüssel die sechzehnjährige Prinzessin Charlotte kennen, die einzige Tochter des belgischen Königs Leopold I. Charlotte verliebte sich rasch in ihn. Maximilian stimmte der Verbindung zu, verhandelte jedoch zugleich hart über ihre Mitgift. Am 27. Juli 1857 heirateten beide im königlichen Palast von Brüssel. Die Ehe verband die junge belgische Dynastie mit dem alten Haus Habsburg und erhöhte das Ansehen beider Familien.
Kurz vor der Hochzeit wurde Maximilian zum Vizekönig des österreichischen Königreichs Lombardo-Venetien ernannt. Gemeinsam mit Charlotte zog er nach Mailand und residierte auch in Monza und Venedig. Er versuchte, die wachsende italienische Abneigung gegen die österreichische Herrschaft durch eine liberale und ausgleichende Politik zu überwinden. Seine Regierung brachte zahlreiche praktische Verbesserungen: das Kataster wurde überarbeitet, Steuern gerechter verteilt, Schulen und medizinische Einrichtungen gefördert, Häfen und Verkehrswege ausgebaut, Sümpfe trockengelegt und Bewässerungsanlagen geschaffen. Auch städtebauliche Projekte in Mailand und Venedig wurden vorangetrieben.
Maximilians Handlungsspielraum blieb jedoch durch das österreichische Militär und die konservative Regierung in Wien begrenzt. Franz Joseph lehnte seine Bitte ab, Verwaltungs- und Militärgewalt zu bündeln und den Italienern weitere Zugeständnisse zu machen. Maximilian wurde zunehmend zu einer Art Polizeiverwalter herabgesetzt. Als er sich gegenüber italienischen Aufständischen zu nachsichtig zeigte und außerdem wegen seiner kostspieligen Bauvorhaben kritisiert wurde, zwang ihn sein Bruder am 10. April 1859 zum Rücktritt. Kurz darauf verlor Österreich den größten Teil seiner italienischen Besitzungen. Maximilian und Charlotte zogen sich zunächst nach Lokrum und anschließend nach Miramare zurück. Während dieser Jahre unternahm Maximilian eine Reise nach Brasilien, auf der er sich für Natur, Landwirtschaft und die Lebensbedingungen der Bevölkerung interessierte. Die Ehe der beiden entfernte sich jedoch zunehmend; Berichte schildern eine wachsende persönliche und räumliche Distanz.
Inzwischen verfolgte der französische Kaiser Napoleon III. das Ziel, Mexiko zu einem von Frankreich abhängigen Kaiserreich zu machen. Nach der französischen Invasion und dem Rückzug Spaniens und Großbritanniens blieb die französische Armee im Land. Konservative mexikanische Monarchisten boten Maximilian am 3. Oktober 1863 die Kaiserkrone an. Er wollte seine Zustimmung zunächst von einem Volksentscheid sowie von verlässlicher finanzieller und militärischer Unterstützung abhängig machen. Nach langen Verhandlungen mit Napoleon III., seinem Schwiegervater Leopold I. und seinem Bruder Franz Joseph nahm er die Krone schließlich an. Dafür musste er auf seine Rechte und sein Vermögen in Österreich verzichten.
Am 10. April 1864 wurde Maximilian in Miramare zum Kaiser von Mexiko ausgerufen. Gemeinsam mit Charlotte reiste er über den Atlantik und traf am 28. Mai in Veracruz ein. Am 12. Juni hielt das Paar Einzug in Mexiko-Stadt. Weil der Nationalpalast heruntergekommen war, bezogen sie das Schloss Chapultepec, das Maximilian in Miravalle umbenannte. Er ließ eine große Straße zur Hauptstadt anlegen, die später Paseo de la Reforma heißen sollte, und investierte trotz der finanziellen Krise des Landes beträchtliche Summen in seine Residenzen.
Politisch erwies sich Maximilian als deutlich liberaler, als seine konservativen Unterstützer erwartet hatten. Er befürwortete Religionsfreiheit, Agrarreformen und eine Ausweitung des Wahlrechts. Er bot Benito Juárez und dessen republikanischen Anhängern sogar eine Amnestie an, doch Juárez lehnte jede Zusammenarbeit ab. Maximilian versuchte außerdem, die Lage der indigenen Bevölkerung zu verbessern. 1865 gründete er eine Schutzkommission und erließ ein Dekret gegen körperliche Strafen, überlange Arbeitszeiten und die Ausbeutung der Peonen. Die Großgrundbesitzer verhinderten jedoch weitgehend die Umsetzung dieser Maßnahmen. Auch seine Pläne, europäische und amerikanische Siedler nach Mexiko zu bringen, blieben erfolglos.
Das Kaiserreich blieb von Anfang an abhängig von den französischen Truppen. Die Republikaner unter Juárez setzten ihren Kampf fort, während die Vereinigten Staaten nach dem Ende ihres Bürgerkriegs die republikanische Seite verstärkt unterstützten. Maximilian erließ unter dem Druck der französischen Militärführung das sogenannte „Schwarze Dekret“, das bewaffnete Gegner vor Militärgerichte stellte und in vielen Fällen ihre Hinrichtung vorsah. Dadurch verlor er weitere Anhänger, ohne den Widerstand brechen zu können.
1866 beschloss Napoleon III. den schrittweisen Abzug der französischen Armee. Charlotte reiste nach Europa, um den französischen Kaiser um Hilfe zu bitten, scheiterte jedoch vollständig. Während ihres Aufenthalts in Europa erlitt sie einen schweren psychischen Zusammenbruch und erkrankte dauerhaft. Maximilian erwog daraufhin mehrfach seine Abdankung. Schließlich entschied er sich, in Mexiko zu bleiben, auch wenn seine Lage aussichtslos wurde.
Im Februar 1867 zog er sich mit seinen verbliebenen Truppen nach Santiago de Querétaro zurück. Die Stadt wurde von republikanischen Kräften belagert und am 15. Mai eingenommen. Maximilian ließ sich gefangen nehmen, nachdem er einen Fluchtversuch abgelehnt hatte. Ein Kriegsgericht verurteilte ihn, die Generäle Miguel Miramón und Tomás Mejía zum Tod. Bitten europäischer Herrscher und Persönlichkeiten wie Victor Hugo oder Giuseppe Garibaldi konnten Benito Juárez nicht umstimmen.
Am 19. Juni 1867 wurde Maximilian auf dem Cerro de las Campanas erschossen. Vor dem Exekutionskommando erklärte er, er vergebe allen und hoffe, sein Blut möge dem Wohl Mexikos dienen. Nach langen Verhandlungen wurde sein Leichnam nach Österreich überführt. Am 18. Januar 1868 fand Maximilian in der Kapuzinergruft in Wien seine letzte Ruhestätte. Seine tragische Herrschaft blieb in Europa und Mexiko umstritten: Für manche war er ein idealistischer, von Frankreich geopferter Herrscher, für andere ein ausländischer Monarch, der in einen Bürgerkrieg und eine fremde Intervention verwickelt war.
Quelle: Maximilien Ier (empereur du Mexique) (fr, 238824268). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0