Person

Peter I.

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Geburt

  1. 12.10.1798

Tod

  1. 24.09.1834

Porträt von Peter I.
Bildnachweis

Portrait of Dom Pedro, Duke of Bragança title QS:P1476,en:"Portrait of Dom Pedro, Duke of Bragança" label QS:Len,"Portrait of Dom Pedro, Duke of Bragança"

Unidentified artist; after John Simpson (1782–1847) Details on Google Art Project

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Bildquelle: File:Portrait of Dom Pedro, Duke of Bragança - Google Art Project edited.jpeg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Peter I. von Brasilien, in Portugal als Peter IV. bekannt, wurde am 12. Oktober 1798 im Palácio Nacional de Queluz bei Lissabon geboren und starb dort am 24. September 1834. Er gehörte dem Haus Braganza an und war der älteste überlebende Sohn König Johanns VI. von Portugal und Charlotte Joachimes von Spanien. Wegen seiner späteren Rolle bei der Unabhängigkeit Brasiliens wurde er unter anderem „der Befreier“ und „der Soldatenkönig“ genannt. Von 1822 bis 1831 war er Kaiser von Brasilien, 1826 außerdem kurzzeitig König von Portugal. Seine Kindheit war von familiären Spannungen geprägt. Seine Eltern lebten faktisch getrennt, und Peter wuchs überwiegend bei seiner Großmutter, Königin Maria I., auf. Ein engeres Vertrauensverhältnis entwickelte er zu seiner Gouvernante Maria Genoveva do Rêgo e Matos und zu seinem Erzieher António de Arrábida. Er erhielt eine vielseitige Ausbildung in Mathematik, Geschichte, Geografie, Volkswirtschaft, Logik und mehreren Sprachen. Zugleich war er ein temperamentvoller und impulsiver junger Mann, der körperliche Betätigung, Reiten, Jagd, Holzarbeiten und Musik liebte. Er spielte mehrere Instrumente, komponierte Lieder und blieb sein Leben lang geistig aktiv, auch wenn er sich nur schwer beherrschen konnte. Als Napoleons Truppen 1807 in Portugal einfielen, floh die königliche Familie nach Brasilien. Der neunjährige Peter reiste mit ihr nach Rio de Janeiro, wo er aufwuchs. Nach der Erhebung Brasiliens zum Königreich im Jahr 1815 blieb der Hof zunächst in der Neuen Welt. 1817 heiratete Peter per Stellvertretung die österreichische Erzherzogin Maria Leopoldine, die bald darauf nach Rio de Janeiro kam. Das Paar hatte sieben Kinder, darunter Maria II. von Portugal und den späteren Kaiser Peter II. von Brasilien. Die Ehe wurde jedoch durch Peters zahlreiche außereheliche Beziehungen schwer belastet. Die liberale Revolution in Porto von 1820 zwang Johann VI. und den größten Teil der königlichen Familie, nach Portugal zurückzukehren. Peter blieb 1821 als Prinzregent in Brasilien. In dieser Lage musste er zwischen der Loyalität zu seinem Vater und den Interessen seines Geburts- und Lebenslandes entscheiden. Die portugiesischen Cortes wollten die politische Eigenständigkeit Brasiliens rückgängig machen und Peter nach Lissabon zurückrufen. Gegen diesen Druck stellte er sich zunehmend auf die Seite der brasilianischen Nationalbewegung. Am 9. Januar 1822 erklärte Peter, auf eine Petition mit Tausenden Unterschriften hin, in Brasilien bleiben zu wollen. Dieser Entschluss wurde als „Fico“ bekannt. In den folgenden Monaten gewann er mit Unterstützung seines Ministers José Bonifácio de Andrada Rückhalt in den Provinzen Minas Gerais und São Paulo. Am 7. September 1822 erklärte er am Fluss Ipiranga die politischen Beziehungen zu Portugal für beendet und rief die Unabhängigkeit oder den Tod aus. Am 12. Oktober wurde er zum Kaiser von Brasilien ausgerufen und am 1. Dezember gekrönt. Die Unabhängigkeit musste anschließend militärisch durchgesetzt werden. Portugiesische Truppen hielten sich noch in mehreren Landesteilen, und Peter ließ die Widerstände im Norden, Nordosten und Süden bekämpfen. Auch die Konföderation des Äquators, ein separatistischer Aufstand in mehreren nordöstlichen Provinzen, wurde 1824 niedergeschlagen. Am 29. August 1825 erkannte Portugal die Unabhängigkeit Brasiliens offiziell an. Der Vertrag verpflichtete Brasilien allerdings zu hohen Entschädigungszahlungen und zu wirtschaftlich nachteiligen Zugeständnissen an Portugal und Großbritannien. Peters Herrschaft war von einem Spannungsverhältnis zwischen einer starken kaiserlichen Exekutive und liberalen Forderungen nach parlamentarischer Kontrolle geprägt. 1823 löste er die verfassunggebende Versammlung auf, nachdem die Auseinandersetzungen mit José Bonifácio und dessen Anhängern eskaliert waren. Eine neue Verfassung trat am 25. März 1824 in Kraft. Trotz seiner politischen Fehler überschritt Peter ihre Bestimmungen nach der Darstellung des Artikels nicht grundsätzlich: Er griff nicht zu Wahlfälschungen, schränkte die Pressefreiheit nicht ein und löste das Parlament nicht allein aus persönlichem Unmut auf. Er befürwortete zudem eine schrittweise Abschaffung der Sklaverei und gewährte freigelassenen Menschen auf seinem Gut Santa Cruz Land. Außenpolitisch belastete vor allem der Krieg um die Cisplatinische Provinz seine Regierung. Ein separatistischer Aufstand, unterstützt von den Vereinigten Provinzen des Río de la Plata, führte zum Krieg, der sich lange hinzog. 1828 erkannte Brasilien schließlich die Unabhängigkeit der Provinz an, die als Uruguay selbstständig wurde. Auch Peters portugiesische Verpflichtungen schadeten seinem Ansehen in Brasilien. Nach dem Tod seines Vaters im März 1826 wurde er als Peter IV. König von Portugal. Bereits im Mai verzichtete er zugunsten seiner minderjährigen Tochter Maria II. auf die portugiesische Krone, doch sein Bruder Michael übernahm später die Macht und ließ sich zum König ausrufen. Peters Privatleben verschärfte seine politischen Schwierigkeiten. Seine Beziehung zu Domitila de Castro, der späteren Marquise von Santos, führte zu einem Hofskandal. Er bevorzugte sie offen und behandelte Maria Leopoldine zunehmend schlecht. Die Kaiserin starb 1826 nach einer Fehlgeburt; Gerüchte beschuldigten Peter, ihren Tod verursacht zu haben. Von Schuldgefühlen belastet, trennte er sich 1829 endgültig von Domitila und heiratete Amélie von Leuchtenberg. Diese Ehe verlief harmonischer, und Amélie wurde eine aufmerksame Stiefmutter für seine Kinder. Der wachsende Widerstand der Liberalen, die Unruhen zwischen Brasilianern und Portugiesen in Rio de Janeiro sowie Peters Erschöpfung führten schließlich zum Rücktritt. Am 7. April 1831 dankte er zugunsten seines fünfjährigen Sohnes Peter II. ab. Gemeinsam mit Amélie und seiner Tochter Maria II. verließ er Brasilien, um die Rechte seiner Tochter in Portugal wiederherzustellen. Unter dem Titel Herzog von Braganza organisierte er auf den Azoren eine liberale Armee, landete 1832 in Porto und führte den Kampf gegen seinen Bruder Michael. Trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit hielten seine Truppen lange stand. Durch den Vorstoß nach Süden und die Einnahme Lissabons wendete sich der Bürgerkrieg zugunsten Marias II.; 1834 wurde Michael aus Portugal vertrieben. Der Krieg hatte Peters Gesundheit schwer geschädigt. Er erkrankte an Tuberkulose und starb am 24. September 1834 im Palast von Queluz. Sein Herz wurde auf seinen Wunsch in Porto beigesetzt, während sein Körper zunächst in Lissabon ruhte. 1972 wurden seine sterblichen Überreste, mit Ausnahme des Herzens, nach Brasilien überführt und im Ipiranga-Denkmal in São Paulo neben Maria Leopoldine und Amélie beigesetzt. In der historischen Erinnerung gilt Peter I. sowohl als impulsiver und fehlerhafter Herrscher als auch als entscheidende Gestalt bei der Bewahrung der territorialen Einheit Brasiliens und bei der Durchsetzung des konstitutionellen Liberalismus in Portugal.

Quelle: Pierre Ier (empereur du Brésil) (fr, 237839461). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0