Person

Maria II.

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 04.04.1819

Tod

  1. 15.11.1853

Porträt von Maria II.
Bildnachweis

Portuguese: Retrato de D. Maria II de Portugal label QS:Lpt,"Retrato de D. Maria II de Portugal"

Ferdinand Krumholz

imc-ip.pt

Bildquelle: File:D. Maria II Rainha.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Maria II., auch Maria da Glória genannt, wurde am 4. April 1819 in Rio de Janeiro geboren und starb am 15. November 1853 in Lissabon. Sie war von 1826 bis 1828 sowie von 1834 bis zu ihrem Tod Königin von Portugal und die letzte Herrscherin des Landes aus dem Haus Braganza. Ihre Regierungszeit fiel in eine politisch äußerst unruhige Epoche, in der sich Anhänger einer gemäßigten konstitutionellen Monarchie und radikalere Liberale bekämpften. Maria war die älteste Tochter des späteren brasilianischen Kaisers Peter I. und dessen erster Ehefrau, Maria Leopoldine von Österreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen. Ihre Geburt in Brasilien hing mit der Flucht der portugiesischen Königsfamilie vor den napoleonischen Invasionen zusammen. König Johann VI., Marias Großvater, war 1807 mit dem Hof nach Rio de Janeiro ausgewichen und kehrte 1821 nach Portugal zurück. Marias Vater blieb als Regent in Brasilien, erklärte 1822 dessen Unabhängigkeit und ließ sich zum Kaiser ausrufen. Maria verbrachte ihre frühe Kindheit auf dem Gut São Cristóvão bei Rio de Janeiro. Sie hatte mehrere Geschwister; ihr Bruder Johann Karl starb bereits als Kleinkind, während ihr jüngerer Bruder Peter später als Peter II. den brasilianischen Thron erbte. Maria war eng mit ihrer Mutter verbunden. Diese litt jedoch unter der offenen Beziehung ihres Mannes zu Domitila de Castro, die zeitweise als Hofdame am königlichen Hof lebte und mit Peter mehrere Kinder hatte. Nach einer gemeinsamen Reise entfernte Peter Domitila zwar aus dem Palast, setzte die Beziehung aber zunächst fort. Maria musste zudem den frühen Tod ihrer Mutter verkraften, die am 11. Dezember 1826 an den Folgen einer Fehlgeburt starb. Nach dem Tod Johann VI. am 10. März 1826 bestieg Marias Vater als Peter IV. auch den portugiesischen Thron. Er erließ eine konstitutionelle Charta, konnte Brasilien und Portugal jedoch nicht gleichzeitig regieren. Deshalb verzichtete er am 2. Mai 1826 zugunsten seiner damals siebenjährigen Tochter auf die portugiesische Krone. Zunächst führte seine Schwester Isabella Maria die Regentschaft. Peter plante jedoch, seinen jüngeren Bruder Michael zum Regenten einzusetzen. Michael, der wegen seiner absolutistischen politischen Haltung im Exil in Wien lebte, sollte die Charta anerkennen, Maria heiraten und später gemeinsam mit ihr regieren. Nach seiner Ernennung zum Regenten im Jahr 1827 kehrte Michael nach Portugal zurück, setzte die Charta außer Kraft und strebte selbst nach der Krone. 1828 wurde er von den Cortes zum König ausgerufen. Maria, die inzwischen auf dem Seeweg nach Europa gebracht worden war, suchte zunächst in Großbritannien Unterstützung. Dort wurde sie zwar als Königin begrüßt und sogar von König Georg IV. empfangen, doch die britische Regierung verweigerte ihr aus politischen und wirtschaftlichen Gründen die Anerkennung. Schließlich kehrte sie 1829 mit ihrer künftigen Stiefmutter Amélie von Leuchtenberg nach Rio de Janeiro zurück. Amélie kümmerte sich liebevoll um Maria und ihre Geschwister; zugleich endete Peters Beziehung zu Domitila de Castro. Peter gab den Kampf um die Wiedereinsetzung seiner Tochter nicht auf. 1831 dankte er zugunsten seines Sohnes Peter II. als Kaiser von Brasilien ab und reiste mit Amélie und Maria nach Europa. Maria gelangte auf einem französischen Handelsschiff nach Paris, wo sie mit ihrer Familie vom französischen König Louis-Philippe I. und dessen Ehefrau aufgenommen wurde. In Paris erhielt sie ihre weitere Erziehung und freundete sich eng mit Louis-Philippes Tochter Clementine an. Währenddessen begann der Miguelistenkrieg zwischen den liberalen Kräften Peters und den absolutistischen Anhängern Michaels. Peter sammelte auf den Azoren Truppen und landete am 8. Juli 1832 bei Porto. Von dort aus kämpfte er für die Rückkehr seiner Tochter auf den portugiesischen Thron. Seine Verbündeten eroberten die Algarve und besiegten Michaels Flotte. Im Juli 1833 zog der Herzog von Terceira in Lissabon ein; Maria wurde erneut als konstitutionelle Königin ausgerufen. Im September kehrte sie nach Portugal zurück und wurde am 23. September 1833 gekrönt. Der Krieg endete 1834 mit dem Vertrag von Evoramonte, in dem Michael auf seine Ansprüche verzichtete und ins dauerhafte Exil ging. Maria war damit wieder unbestrittene Königin. Nach dem Tod ihres schwer erkrankten Vaters am 24. September 1834 begann Maria ihre eigenständige Regierung. Politisch stand sie überwiegend auf der Seite der Cartisten, die an der Charta von 1826 festhalten wollten. Ihre Gegner, die Setembristen, verlangten eine liberalere Verfassung und stärkere parlamentarische Mitwirkung. Der Konflikt führte zu häufig wechselnden Regierungen, Aufständen, Putschen und schließlich zu einem Bürgerkrieg. 1836 zwang die Septemberrevolution Maria, eine setembristische Regierung einzusetzen und die Verfassung von 1822 zu beschwören. Die Setembristen reformierten unter anderem das Schulwesen, legten Grundlagen für ein modernes Steuersystem und schafften die Sklaverei auch in den Kolonien ab. Maria versuchte vergeblich, durch die sogenannte Belenzada die alte Ordnung wiederherzustellen. 1842 gelang den Cartisten unter António Bernardo da Costa Cabral die Rückkehr an die Macht. Costa Cabral prägte die portugiesische Politik mehrere Jahre, regierte autoritär, führte aber auch Reformen durch. Sein Sturz im Zusammenhang mit dem Aufstand Maria da Fonte löste 1846 einen neuen Bürgerkrieg, die Patuleia, aus. Maria setzte sich erneut für eine cartistische Regierung ein, woraufhin sich Setembristen und Miguelisten gegen sie verbündeten. Erst die Unterstützung Großbritanniens, Frankreichs und Spaniens sowie der Vertrag von Gramido vom 29. Juni 1847 beendeten den Konflikt. Maria heiratete 1834 den Herzog Auguste de Beauharnais von Leuchtenberg. Er erhielt den Titel eines Prinzgemahls, starb jedoch bereits im März 1835. Im April 1836 heiratete sie Ferdinand aus dem Haus Sachsen-Coburg und Gotha. Er wurde nach der Geburt des ersten Sohnes als Ferdinand II. König von Portugal. Maria verband mit ihm eine tiefe Liebe und führte trotz der politischen Krisen ein enges Familienleben. Das Paar hatte elf Kinder. Die ältesten Söhne, Peter und Ludwig, bestiegen später nacheinander den portugiesischen Thron. In ihren letzten Regierungsjahren blieb die wirtschaftliche Lage Portugals schwierig. Finanzkrise, stagnierender Handel und politische Rivalitäten belasteten das Land. 1851 musste Maria nach einem von Teilen des Heeres unterstützten Aufstand Costa Cabral erneut entlassen und den siegreichen Herzog von Saldanha zum Ministerpräsidenten ernennen. Dieser reformierte die Verfassungscharta und gründete die Regenerationspartei. Marias Gesundheit war durch Übergewicht sowie Kreislauf- und Herzprobleme beeinträchtigt. Trotz ärztlicher Warnungen wurde sie erneut schwanger. Am 15. November 1853 starb sie im Alter von 34 Jahren in Lissabon bei der Geburt ihres elften Kindes Eugen. Ihr ältester Sohn Peter V. folgte ihr auf dem Thron. Mit Marias Tod endete die Herrschaft des Hauses Braganza in Portugal; anschließend gelangte das Haus Sachsen-Coburg und Gotha an die Macht. Maria II. wurde im königlichen Pantheon der Braganza im Kloster São Vicente de Fora in Lissabon beigesetzt.

Quelle: Maria II. (Portugal) (de, 267146774). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0