Person

Kunigunde von Österreich

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Geburt

  1. 1465

  2. 16.03.1465

Tod

  1. 1520

  2. 06.08.1520

Porträt von Kunigunde von Österreich
Bildnachweis

Portrait of Kunigunde of Austria

Unidentified painter

Web Gallery of Art : Image Info about artwork wga QS:P11807,"m/master/zunk_au/portkuni"

Bildquelle: File:Unknown painter - Portrait of Kunigunde of Austria - WGA23512.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Kunigunde von Österreich wurde am 16. März 1465 in Wiener Neustadt als viertes von fünf Kindern Kaiser Friedrichs III. und seiner Ehefrau Eleonore geboren. Von ihren Geschwistern erreichten allerdings nur sie und ihr älterer Bruder Maximilian das Erwachsenenalter. Friedrich machte Eleonore für den frühen Tod der älteren Kinder verantwortlich und glaubte, sie habe ihnen zu viele portugiesische Süßspeisen gegeben. Als Kunigunde einmal erkrankte, nahm er das Kind sogar aus dem Frauengemach und brachte es in seine eigene Kammer, um es der vermeintlich schädlichen Fürsorge der Mutter zu entziehen. Eleonore erkrankte bald darauf selbst; ob Mutter und Tochter sich vor Eleonores Tod im Jahr 1467 noch einmal sahen, ist unbekannt. Kunigunde wuchs zunächst in Wiener Neustadt und später am innerösterreichischen Hof in Graz in einer vergleichsweise ungezwungenen Umgebung auf. Anders als viele adelige Frauen ihrer Zeit erhielt sie nicht nur Unterricht im Lesen, Schreiben und Sticken. Sie lernte auch Reiten und Jagen sowie Grundzüge der Astronomie und Mathematik. Ihre Jugend war dennoch von den politischen Spannungen innerhalb des Hauses Habsburg geprägt. Die Familie hatte die Wiener Hofburg nach lang anhaltenden Auseinandersetzungen Friedrichs mit seinem jüngeren Bruder Erzherzog Albrecht VI. verlassen. Obwohl Albrecht 1463 unerwartet gestorben war und Friedrich einen allgemeinen Landfrieden ausgerufen hatte, dauerten bewaffnete Konflikte in den österreichischen Ländern an. Wie viele Töchter europäischer Herrscherhäuser wurde Kunigunde schon früh in Heirats- und Machtpläne einbezogen. 1470 warb der ungarische König Matthias Corvinus um ihre Hand. Friedrich lehnte jedoch ab, da er mit Matthias sowohl um die ungarische Stephanskrone als auch um die böhmischen Länder konkurrierte. Nach dem Tod ihrer Mutter wurde Kunigunde 1480 im Alter von fünfzehn Jahren erstmals offiziell an der Seite ihres Vaters bei Hof vorgestellt. Anlass war der Besuch Herzog Georgs von Bayern-Landshut, genannt „der Reiche“, in Wien. Nach den Feierlichkeiten wurde Kunigunde zu Burggraf Ulrich III. von Graben nach Graz geschickt, offenbar zu ihrer Sicherheit. Als dort eine Verschwörung gegen den Kaiser aufgedeckt wurde, brachte Ulrich sie zunächst nach Linz und ließ sie schließlich an den Tiroler Hof nach Innsbruck zu Erzherzog Sigismund bringen, einem Vetter Friedrichs und früheren Vormund. In Innsbruck lernte Kunigunde Herzog Albrecht IV. von Bayern-München kennen, einen etwa achtzehn Jahre älteren Verwandten Georgs. Die beiden heirateten am 2. Januar 1487 in der Innsbrucker Hofburg. Friedrich III. hatte der Verbindung zunächst zugestimmt, änderte seine Haltung jedoch, nachdem Albrechts Truppen die Reichsstadt Regensburg besetzt hatten. Die Hochzeit fand deshalb gegen den Willen des Kaisers statt. Kunigundes Bruder Maximilian vermittelte zwischen den Eheleuten und Friedrich und verhinderte, dass gegen das Paar eine Reichsacht verhängt wurde. Nach ihrer Übersiedlung nach Bayern nahm Kunigunde weiterhin Einfluss auf politische Angelegenheiten. Sie wirkte als Mitregentin für ihren ältesten Sohn Wilhelm IV., der 1493 geboren wurde, und setzte sich besonders für die Rechte ihrer jüngeren Söhne ein. Dabei blieb sie in engem Kontakt mit ihrem Bruder Maximilian, der später als Maximilian I. Kaiser wurde, sowie mit zahlreichen Herrschern und Verwandten in Europa. Ihre Stellung als Herzogin von Bayern beruhte daher nicht nur auf ihrer Ehe, sondern auch auf ihren dynastischen Verbindungen und ihrer politischen Erfahrung. Mit Albrecht IV. hatte Kunigunde sieben Kinder. Die älteste Tochter Sidonie starb 1505 vor ihrer geplanten Hochzeit mit Ludwig V., dem späteren Kurfürsten von der Pfalz. Ihre Schwester Sibylle heiratete Ludwig 1511. Sabina wurde im selben Jahr mit Herzog Ulrich von Württemberg vermählt, unter anderem als Auszeichnung für dessen Unterstützung Albrechts im Krieg gegen Georg von Bayern-Landshut. Diese Ehe entwickelte sich jedoch katastrophal: Ulrich galt als träge und ausschweifend, verschuldete sich und misshandelte seine Frau. Nachdem er 1515 den Ehemann seiner Geliebten öffentlich ermordet hatte, holte Kunigunde Sabina zu sich zurück. Auf ihren Wunsch verhängte Maximilian 1516 die Reichsacht über Ulrich. Kunigundes weitere Kinder waren Wilhelm IV. und Ludwig X., die beide Herzöge von Bayern wurden, der Geistliche Ernst sowie ihre jüngste Tochter Susanna, die zweimal heiratete. Nach Albrechts Tod im Jahr 1508 trat Kunigunde in das von ihr bevorzugte Kloster Püttrich ein und blieb dort bis zu ihrem Lebensende. Sie war tief religiös und konnte ihren Bruder in kirchenpolitischen Fragen beeinflussen. Diese Einflussnahme zeigte sich besonders im Umgang mit Johannes Pfefferkorn, einem Gegner der Juden, der mit Maximilians Zustimmung jüdische Bücher beschlagnahmen ließ. Nach Protesten verschiedener kirchlicher und weltlicher Autoritäten ordnete Maximilian zunächst die Rückgabe der Bücher an. Unter dem Eindruck weiterer antijüdischer Anschuldigungen und auch auf Druck Kunigundes setzte er später jedoch eine Untersuchungskommission ein. Der Humanist Johannes Reuchlin verteidigte dabei insbesondere den Talmud. Kunigunde griff außerdem 1512 in den Fall der Augsburgerin Anna Laminit ein, die sich jahrzehntelang als besonders fromme „Hungerkünstlerin“ ausgegeben und dadurch Ansehen und Wohlstand gewonnen hatte. Da Gerüchte aufgekommen waren, Laminit esse heimlich, lud Kunigunde sie in ihr Kloster ein und ließ das Gästezimmer mit verborgen angebrachten Beobachtungsöffnungen vorbereiten. Tatsächlich fand Laminit dort unter dem Bett versteckte Taschen mit Früchten. Kunigunde verlangte später eine gerechte Bestrafung. Maximilian untersagte Laminit daraufhin, sich ihm oder Augsburg innerhalb einer Tagesreise zu nähern. Nach weiteren Betrügereien in Freiburg wurde Laminit schließlich als Hexe verurteilt und ertränkt. Kunigunde verbrachte ihre letzten Jahre in stiller Betrachtung und im Gebet, auch für ihren Bruder Maximilian, der 1519 starb. Sie überlebte ihn nur um ein Jahr und starb am 6. August 1520. Als Mitglied des Hauses Habsburg, Herzogin von Bayern und religiös einflussreiche Fürstin verband sie dynastische Politik, persönliche Fürsorge für ihre Kinder und ein starkes Interesse an religiösen und gesellschaftlichen Fragen ihrer Zeit.

Quelle: Kunigunde of Austria (en, 1363381814). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0