
Bildnachweis
Ernst der Eiserne
The original uploader was Caro1409 at German Wikipedia .
Transferred from de.wikipedia to Commons by Ireas using CommonsHelper .
Bildquelle: File:Ernst der Eiserne.jpg · Lizenz: Public domain
Für die Darstellung in der Größe angepasst.
Biografie
Ernst I., bekannt als Ernst der Eiserne, wurde um 1377 in Bruck an der Mur geboren und starb dort am 10. Juni 1424. Er entstammte dem Haus Habsburg und war Herzog von Steiermark, Kärnten und Krain. Als erster Habsburger seit Rudolf IV. führte er offiziell den Titel eines Erzherzogs von Österreich. Zugleich gilt er als einer der Stammväter jener habsburgischen Linie, die später für die weitere Geschichte des Hauses von großer Bedeutung wurde.
Ernst war ein jüngerer Sohn Herzog Leopolds III. von Österreich und dessen Ehefrau Viridis Visconti, einer Tochter des Mailänder Stadtherrn Bernabò Visconti und Beatrice della Scala. Sein Vater fiel 1386 in der Schlacht bei Sempach. Da Ernst zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig war, stand er zunächst unter der Vormundschaft seines Onkels Albrecht III. Nach dessen Tod 1395 übernahm Ernsts älterer Bruder Wilhelm diese Aufgabe. Im Jahr 1402 wurde Ernst Mitregent in den Herrschaften Wilhelms, mit Ausnahme des Herzogtums Steiermark. Bereits 1401 hatte er den deutschen König Ruprecht auf dessen Italienzug gegen die Mailänder Visconti begleitet.
Nach Wilhelms Tod 1406 entbrannte zwischen Ernst und seinem älteren Bruder Leopold IV. ein Streit um die Nachfolge und besonders um die Vormundschaft über ihren Verwandten Albrecht V. Bei einer im Herbst 1406 unter Vermittlung der Landstände erreichten Teilung erhielt Leopold Kärnten und Krain, während Ernst die Steiermark übernahm. Dafür verzichtete Ernst zunächst auf die Vormundschaft über Albrecht V. und damit auf einen entscheidenden Einfluss im Herzogtum Österreich.
Da Leopold die Verhältnisse dort nicht dauerhaft stabilisieren konnte, beanspruchte er die Vormundschaft 1407 erneut. Zwischen den Brüdern kam es daraufhin zu einem militärischen Konflikt, der gewöhnlich als Bürgerkrieg bezeichnet wird. Auch Wien wurde in die Auseinandersetzung hineingezogen. Der vom Patriziat beherrschte Stadtrat unterstützte Ernst, während die Handwerker auf Leopolds Seite standen. Die Spannungen führten unter anderem zur Hinrichtung des Wiener Bürgermeisters Konrad Vorlauf und der Ratsherren Konrad Ramperstorffer und Hans Rockh am 11. Juli 1408. Erst ein Schiedsspruch des späteren Kaisers Siegmund vom 13. März 1409 beendete den Streit. Danach sollten Leopold und Ernst die Vormundschaft gemeinsam ausüben.
Am 2. Juni 1411 erklärten die österreichischen Landstände Albrecht V. mit Ernsts Zustimmung für volljährig und regierungsfähig. Am folgenden Tag starb Leopold IV. überraschend. Damit musste Ernst seine Ansprüche auf das Herzogtum Österreich endgültig aufgeben. Als Nachfolger Leopolds übernahm er jedoch die Herrschaft in Kärnten und Krain und festigte damit seine Stellung als Regent Innerösterreichs.
Eine besondere Bedeutung hatte Ernsts Annahme des Erzherzogtitels. Am 18. März 1414 ließ er sich als Herzog von Kärnten auf dem Fürstenstein in Karnburg am Zollfeld huldigen. Dieses traditionsreiche Ritual wurde in slowenischer, historisch „windischer“, Sprache vollzogen und diente der symbolischen Einsetzung des Herrschers. Ernst war der letzte Kärntner Herzog, der sich diesem Brauch unterzog. Von diesem Zeitpunkt an bezeichnete er sich selbst als Erzherzog von Österreich. Der Titel wurde von Zeitgenossen unterschiedlich aufgenommen. Untertanen, auch Gegner Ernsts, verwendeten ihn, und mehrere geistliche und weltliche Fürsten erkannten ihn an. König Siegmund und vermutlich auch Albrecht V. gebrauchten die Bezeichnung dagegen nicht. Eine ausdrückliche päpstliche Anerkennung ist nicht überliefert. Ernst führte den Titel in seinen Urkunden und ließ sich mit den entsprechenden Herrschaftsinsignien darstellen, unter anderem in einer um 1415 entstandenen Miniatur und auf seiner Grabplatte.
Ebenfalls 1414 pilgerte Ernst nach Jerusalem. Seine Reise führte über Venedig, Tarvis und Portenau. In Jerusalem wurde er zum Ritter des Heiligen Grabes geschlagen. Die Pilgerfahrt knüpfte an eine Tradition innerhalb seiner Familie an; auch sein Cousin Albrecht IV. war zuvor nach Jerusalem gereist, und Ernsts ältester Sohn Friedrich sollte dies 1436 ebenfalls tun.
In seinen späteren Jahren stand Ernst meist im Gegensatz zu König Siegmund. Als sein jüngerer Bruder Friedrich 1415 von Siegmund geächtet worden war, versuchte Ernst zunächst, sich Friedrichs Gebiete anzueignen. Um 1416 oder 1417 kam es jedoch zu einer Verständigung zwischen den Brüdern. Anschließend verteidigte Ernst insbesondere Tirol gegen die Ansprüche des Königs und brachte Siegmund durch seine entschlossene Haltung dazu, auf den größten Teil seiner Forderungen zu verzichten. Ein späterer Chronistenmythos schrieb Ernst außerdem einen großen Sieg über angeblich in die Steiermark eingefallene Osmanen zu. Die sogenannte Türkenschlacht von Radkersburg aus dem Jahr 1418 hat jedoch nicht stattgefunden. Tatsächlich waren Truppen Siegmunds aus Ungarn in die Steiermark eingefallen, woraufhin sich Ernst und Friedrich erneut mit dem König aussöhnen mussten.
Ernst war zweimal verheiratet. Seine erste Ehe mit Margarethe, einer Tochter Herzog Bogislaws V. von Pommern, wurde 1392 in Bruck an der Mur geschlossen und blieb kinderlos. 1412 heiratete er Cymburgis von Masowien, eine Nichte des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło. Aus dieser Verbindung gingen neun Kinder hervor. Zu ihnen gehörten Friedrich III., der zunächst als Friedrich V. bezeichnet wurde und später Kaiser wurde, sowie Margarethe, Albrecht VI. und Katharina. Vier weitere Kinder starben bereits im Säuglings- oder Kindesalter.
Ernst starb 1424 in seiner Heimatstadt Bruck an der Mur. Seine letzte Ruhestätte fand er im Zisterzienserstift Rein nahe Graz, wo bereits seine erste Ehefrau bestattet worden war. Die Vormundschaft über seine noch unmündigen Kinder und damit auch die Regentschaft in seinen Herzogtümern übernahm Herzog Friedrich IV. im Einvernehmen mit den Landständen. Der Beiname „der Eiserne“ wird meist mit Ernsts körperlicher Erscheinung und seinem Charakter in Verbindung gebracht. Sicher geklärt ist seine Entstehung jedoch nicht; nachweisbar ist die Bezeichnung erst nach Ernsts Tod.
Quelle: Ernst der Eiserne (de, 266819911). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0