Person

Margarethe von Parma

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Geburt

  1. 05.07.1522

Tod

  1. 18.01.1586

Porträt von Margarethe von Parma
Bildnachweis

Portrait of female

Antonis Mor

World Wide Web

Bildquelle: File:MargarethevonParma02.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Margarethe von Parma wurde am 5. Juli 1522 in Oudenaarde als uneheliche Tochter Kaiser Karls V. und der flämischen Zofe Johanna van der Gheynst geboren. Ihren Namen erhielt sie nach ihrer Großtante Margarethe von Österreich, die damals Statthalterin der habsburgischen Niederlande war. Zunächst wuchs Margarethe bei der Brüsseler Familie de Douvrin auf, später lebte sie am Hof ihrer Großtante in Mechelen und am Brüsseler Hof ihrer Tante Maria, der ungarischen Königinwitwe. Dort erhielt sie eine für eine Prinzessin angemessene Ausbildung. Sie wurde eine ausgezeichnete Reiterin und Jägerin. Im Juli 1529 erkannte Karl V. sie offiziell als seine „natürliche“ Tochter an. Schon als Kind war Margarethe für eine politisch bedeutsame Ehe vorgesehen. Nach der Aussöhnung Karls V. mit Papst Clemens VII. wurde ihre Verbindung mit Alessandro de’ Medici beschlossen, dem Herzog von Florenz und wahrscheinlich unehelichen Sohn des Papstes. Margarethe wurde 1533 nach Italien geschickt und lebte zunächst in Neapel, wo sie auf ihre Rolle als italienische Fürstin vorbereitet wurde. Am 29. Februar 1536 heiratete sie Alessandro in Anwesenheit ihres Vaters. Die Ehe dauerte jedoch kaum ein Jahr: Am 6. Januar 1537 wurde Alessandro von seinem entfernten Verwandten und Weggefährten Lorenzino ermordet. Margarethe zog sich daraufhin in die Fortezza da Basso in Florenz zurück. Der neue Herzog Cosimo I. de’ Medici wollte die junge Witwe heiraten, doch Karl V. lehnte ab, weil er andere politische Pläne mit seiner Tochter hatte. Im folgenden Jahr wurde Margarethe mit Ottavio Farnese verheiratet, dem Sohn Pier Luigis, eines unehelichen Sohnes Papst Pauls III. Der Ehevertrag wurde im Oktober 1538 unterzeichnet, die Hochzeit fand im November in Rom statt. Die Verbindung begann unglücklich. Margarethe empfand Ottavio als unreif und weigerte sich zunächst, mit ihm zusammenzuleben. Erst auf Druck Karls V. nahm sie ein gewöhnliches Eheleben auf. Auch die politischen Spannungen zwischen dem Kaiser und dem Papst belasteten die Ehe. Nach 1540 besserte sich das Verhältnis zeitweise. 1545 brachte Margarethe Zwillingssöhne zur Welt, von denen einer früh starb. Der überlebende Sohn Alessandro Farnese wurde später ein erfolgreicher Feldherr im Dienst König Philipps II. von Spanien. Kurz nach der Geburt der Kinder geriet Margarethe erneut in Konflikt mit ihrem Mann und dessen Familie. Papst Paul III. hatte 1545 Parma und Piacenza zu Herzogtümern gemacht und sie seinem Sohn Pier Luigi übertragen. Nach dessen Ermordung wollte Ottavio Farnese sein Erbe sichern und stellte sich dafür sogar gegen seinen Schwiegervater Karl V. Erst 1556/57 wurden die Auseinandersetzungen beigelegt, als Philipp II. Ottavio als Herr von Parma, Piacenza und Novara anerkannte. Um seine Loyalität gegenüber den Habsburgern zu sichern, wurde Alessandro an den spanischen Hof gebracht. Margarethe übergab ihn 1557 ihrem Halbbruder Philipp II. in London. Ihren abgedankten Vater, der sich in ein spanisches Kloster zurückgezogen hatte, durfte sie kurz darauf nicht mehr besuchen. Nach dem Frieden von Cateau-Cambrésis ernannte Philipp II. Margarethe 1559 zur Statthalterin der habsburgischen Niederlande. Sie trat damit die Nachfolge Emanuel Philiberts von Savoyen an. Am 25. Juni verließ sie Italien, im Juli kam sie in Gent an und wurde im August den Generalstaaten vorgestellt. Philipp kehrte anschließend nach Spanien zurück und überließ ihr die Regierung der aus 17 weitgehend selbstständigen Provinzen. Margarethe stand vor einer äußerst schwierigen Aufgabe. Sie sollte die politischen, religiösen und steuerlichen Maßnahmen Philipps II. durchsetzen, stieß dabei jedoch auf den Widerstand des niederländischen Adels. Ihr eigener Handlungsspielraum war zudem durch geheime Anweisungen des Königs eingeschränkt. Eine zentrale Rolle in der Regierung spielte Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle, der ein stark zentralisiertes Herrschaftssystem befürwortete. Die Adligen lehnten seinen Einfluss ab und verlangten mehr Mitwirkung in Regierung, Rechtsprechung und Militärverwaltung. Die Lage wurde durch hohe Steuern, wirtschaftliche Schwierigkeiten, einen Handelskonflikt mit England und zeitweilige Getreideknappheit verschärft. Gleichzeitig wandte sich ein wachsender Teil der Bevölkerung dem Calvinismus zu. Margarethe selbst war eine gemäßigte Katholikin und bemühte sich, den Katholizismus als einzige anerkannte Religion zu erhalten, ohne unnötig hart vorzugehen. Die von Philipp II. geplante Neuordnung der Bistümer, die strengere Ketzerverfolgung und die Ausweitung der Inquisition stießen jedoch auf breite Ablehnung. Unter dem Druck des Adels unterstützte Margarethe schließlich Granvelles Abberufung; im März 1564 verließ der Kardinal die Niederlande. Damit war der Konflikt jedoch nicht beendet. Nach Missernten, wachsender wirtschaftlicher Not und neuen Hinrichtungen wegen Ketzerei radikalisierte sich die Opposition. Im Dezember 1565 schlossen sich zahlreiche calvinistische Adlige im sogenannten Adelskompromiss zusammen. Im April 1566 überreichten bewaffnete Vertreter Margarethe eine Petition gegen die Inquisition und für eine Änderung der Religionsgesetze. Die abwertende Bezeichnung „Bettler“, die dabei für sie verwendet wurde, übernahmen die Aufständischen bald selbst als Namen: Geuzen. Margarethe gewährte zunächst begrenzte Zugeständnisse und ordnete einen milderen Umgang mit Protestanten an. Dennoch breiteten sich protestantische Freiluftpredigten aus. Im August 1566 kam es zum Bildersturm: Radikale Calvinisten zerstörten in zahlreichen Kirchen und Klöstern religiöse Bilder, Statuen und Ausstattungsgegenstände. Unter dem Eindruck der Gewalt nahm Margarethe ihre Zugeständnisse teilweise zurück und stellte mit Unterstützung königlicher Truppen die Ordnung wieder her. Bis zum Frühjahr 1567 war der Aufstand weitgehend niedergeschlagen; viele Oppositionelle, darunter Wilhelm von Oranien, verließen das Land. Philipp II. entsandte dennoch den Herzog von Alba mit 15.000 Soldaten und weitreichenden Vollmachten in die Niederlande. Margarethe sah darin ein Zeichen des Misstrauens und warnte, Albas Härte werde die Spanier verhasst machen. Nachdem Alba im August 1567 in Brüssel eingetroffen war und sie praktisch von jeder politischen Einflussnahme ausgeschlossen hatte, reichte Margarethe ihren Rücktritt ein. Philipp II. nahm ihn an, lobte ihre Regierung und bewilligte ihr eine höhere Rente. Ende Dezember 1567 verließ sie die Niederlande; ihr gemäßigtes Regiment wurde im Vergleich zu Albas späterer Militärherrschaft von vielen Zeitgenossen positiv beurteilt. Margarethe lebte anschließend in Piacenza und L’Aquila. 1580 nahm sie auf Wunsch Philipps II. noch einmal das Amt der Statthalterin der Niederlande an, sollte es jedoch gemeinsam mit ihrem Sohn Alessandro ausüben. In der Praxis behielt Alessandro die politische Macht, während Margarethe wegen der Spannungen und ihrer angeschlagenen Gesundheit in Namur blieb, ohne das Amt wirklich aufzunehmen. Erst 1583 durfte sie nach Italien zurückkehren. Sie lebte wieder auf ihren Gütern bei L’Aquila und starb am 18. Januar 1586 im Alter von 63 Jahren in Ortona. Beigesetzt wurde sie in Piacenza. In Italien war sie als „Madama d’Austria“ bekannt; nach ihr wurden unter anderem der Palazzo Madama und die Villa Madama in Rom benannt.

Quelle: Margarethe von Parma (de, 265928847). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0