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König Friedrich August III. um 1910
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Biografie
Friedrich August III. von Sachsen wurde am 25. Mai 1865 in Dresden als erster Sohn des späteren Königs Georg und dessen Gemahlin Maria Anna von Portugal geboren. Er entstammte der albertinischen Linie der Wettiner und war von 1904 bis zu seiner Abdankung 1918 der letzte König von Sachsen. Seine Kindheit verbrachte er zunächst in einer behüteten, stark religiös geprägten Hofumgebung. Früh wurde sein Lebensweg auf eine militärische Laufbahn ausgerichtet: Bereits an seinem ersten Geburtstag ernannte ihn sein Großvater König Johann zum Chef einer Infanteriebrigade. Während des Deutschen Krieges von 1866 musste die Königsfamilie vor den preußischen Truppen nach Böhmen und Bayern fliehen. Nach dem Friedensschluss kehrte sie nach Dresden zurück. Prägend für Friedrich August waren außerdem die Natur in der Umgebung von Pillnitz, seine enge Bindung an Sachsen und der Einzug der sächsischen Truppen nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871.
Ab 1874 besuchte Friedrich August das Königliche Gymnasium Dresden-Neustadt. Er zeigte Interesse an Geografie, Geschichte und Mathematik, sprach Französisch, Latein und Griechisch und verfügte über ein gutes Zahlengedächtnis. Im Alter von zwölf Jahren trat er als Unterleutnant in die sächsische Armee ein und verband den Militärdienst zunächst mit seiner schulischen Ausbildung. Nach dem Abitur 1883 nahm er den regulären Dienst auf. Von 1884 bis 1886 studierte er Rechts- und Staatswissenschaften sowie Geschichte in Straßburg und Leipzig. Danach sammelte er praktische Erfahrungen in sächsischen Verwaltungsbehörden, besuchte Sitzungen von Ministerien und Parlamenten, beobachtete Gerichtsverhandlungen und informierte sich bei Reisen durch Mitteleuropa und Großbritannien über andere Staaten und Gesellschaften.
Seine militärische Karriere verlief rasch. Friedrich August diente in der Infanterie, Kavallerie und Artillerie, wurde Bataillons- und später Brigadekommandeur und stieg 1894 zum Generalmajor auf. Als Inspekteur der sächsischen Militärbildungsanstalten kümmerte er sich um die Ausbildung des Offiziersnachwuchses. 1898 wurde er Generalleutnant und Kommandeur einer Division, 1902 schließlich General der Infanterie und kommandierender General des XII. Königlich Sächsischen Armeekorps. Er galt als streng, pflichtbewusst und fürsorglich gegenüber seinen Soldaten, ohne jedoch als besonders herausragender Stratege zu gelten.
1891 heiratete Friedrich August Luise von Österreich-Toskana, eine Tochter des Großherzogs Ferdinand IV. von Toskana. Das Paar hatte sieben Kinder, darunter die späteren Prinzen Georg, Friedrich Christian und Ernst Heinrich sowie die Töchter Margarete, Maria Alix und Anna Monika. Die Ehe zerbrach jedoch unter dem Druck der höfischen Verhältnisse. Luise galt als lebenslustig und eigenwillig und geriet besonders mit Friedrich Augusts Vater Georg in Konflikt. Sie verließ 1902 den Dresdner Hof und blieb im Ausland. Die Ehe wurde 1903 aufgehoben; Luise verlor ihre Stellung, den Kontakt zu den Kindern und das Recht auf Einreise nach Sachsen. Friedrich August heiratete danach nicht wieder, gewährte seiner ehemaligen Frau jedoch eine großzügige Leibrente und untersagte, in seiner Gegenwart schlecht über sie zu sprechen.
Nach dem Tod König Alberts im Jahr 1902 wurde Friedrich Augusts Vater Georg König, während Friedrich August zum Kronprinzen aufstieg. Als Georgs Gesundheitszustand sich verschlechterte, übernahm Friedrich August im Oktober 1904 die Regierungsgeschäfte. Nach dem Tod seines Vaters bestieg er am 15. Oktober den sächsischen Thron. Anders als Georg war er in der Bevölkerung beliebt. In seiner Antrittsrede versprach er, ein guter König für alle Untertanen zu sein. Seine Stellung war durch die sächsische Verfassung begrenzt; er sollte vor allem vermitteln und repräsentieren. Politisch mischte er sich nicht eigenmächtig in die Tagespolitik ein, nahm aber seine repräsentativen Pflichten intensiv wahr und bereiste bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs zahlreiche Städte und Gemeinden.
Eine wichtige Aufgabe war die Sanierung des hoch verschuldeten Staatshaushalts. Durch Einsparungen und spätere Steuermehreinnahmen gelang es, die Schulden bis zum Kriegsausbruch weitgehend abzubauen. Bedeutender war die Wahlrechtsreform von 1909. Das bisherige sächsische Wahlrecht hatte die politische Repräsentation stark zugunsten wohlhabender Schichten verzerrt, während die Sozialdemokratie in Sachsen großen Rückhalt besaß. Nach jahrelangen Protesten und politischen Auseinandersetzungen unterzeichnete Friedrich August ein neues Wahlgesetz, das die Bevölkerung breiter an der Landtagswahl beteiligte, auch wenn es weiterhin ein nach Steuerleistung und Alter abgestuftes Mehrstimmensystem vorsah. Seine geplante grundlegende Reform des Schulwesens scheiterte dagegen 1912 am Widerstand konservativer Kräfte und von Teilen der Lehrerschaft.
Als überzeugter Katholik geriet Friedrich August 1910 in einen Konflikt mit dem Vatikan, nachdem Papst Pius X. in einer Enzyklika Martin Luther angegriffen hatte. Der sächsische König protestierte schriftlich und berief sich auf die Wahrung des konfessionellen Friedens. Auch die Auseinandersetzung um seinen Bruder Maximilian, der wegen eines ökumenischen Artikels kirchlich gemaßregelt wurde, empfand er als Demütigung seiner Familie.
Im Ersten Weltkrieg übernahm Friedrich August als einziger der vier deutschen Könige nicht selbst den Oberbefehl über seine Armee. Er übertrug diese Aufgabe dem Kriegsminister und beschränkte sich auf repräsentative, organisatorische und karitative Tätigkeiten. Er besuchte Verwundete, Lazarette und Truppen an der Front. Zugleich unterstützte er weitreichende Gebietspläne zugunsten Sachsens. Besonders setzte er sich für eine territoriale Verbindung mit Kurland und später mit Litauen ein, doch diese Hoffnungen scheiterten letztlich an den Entscheidungen der Reichsleitung und am deutschen Kriegsverlauf.
Der Krieg führte in Sachsen zu schweren Verlusten, wirtschaftlichem Zusammenbruch, Lebensmittelknappheit und sozialen Unruhen. Friedrich August erkannte die wachsende Kriegsmüdigkeit spät und hielt lange an der monarchischen Ordnung fest. Im Herbst 1918 verlor er zunehmend seine politische Autorität. Als im November die Revolution Sachsen erreichte und Arbeiter- und Soldatenräte die Macht übernahmen, lehnte er einen gewaltsamen Einsatz königstreuer Truppen ab. Er verließ Dresden, zog sich zunächst auf verschiedene Schlösser zurück und unterzeichnete am 13. November 1918 auf Schloss Guteborn den kurzen Satz: „Ich verzichte auf den Thron.“ Dabei verzichtete er ausdrücklich nicht im Namen seiner Kinder. Anschließend entband er Beamte, Offiziere, Lehrer und Geistliche von ihrem Treueeid.
Friedrich August zog sich auf sein schlesisches Schloss Sibyllenort zurück. Dort stritt er jahrelang mit dem Freistaat Sachsen über die Vermögenswerte des ehemaligen Königshauses. Die Auseinandersetzungen endeten 1924 mit einem Vertrag, der ihm und dem Familienverein des Hauses Wettin Abfindungen, Besitzrechte und ein lebenslanges Jagdrecht zugestand, während bedeutende Kunstsammlungen in eine öffentliche Kulturstiftung übergingen.
Als Privatmann widmete sich Friedrich August vor allem der Jagd, dem Reiten, dem Bergsteigen und dem Reisen. Er besuchte unter anderem die Kanarischen Inseln, Brasilien, Indien und Ceylon. In Sibyllenort legte er einen kleinen „Sachsenwald“ an, der ihn an seine frühere Heimat erinnern sollte. Politisch äußerte er sich nur zurückhaltend, stand den revolutionären und republikanischen Entwicklungen jedoch distanziert gegenüber.
Zeitgenossen beschrieben Friedrich August als warmherzig, bescheiden, kontaktfreudig und volksnah. Er sprach sächsischen Dialekt, trat ohne großen Prunk auf und mischte sich gelegentlich unerkannt unter die Bevölkerung. Diese Eigenschaften machten ihn trotz seiner politischen Schwächen außergewöhnlich populär und brachten ihm den Beinamen „der Leutselige“ ein. Am 18. Februar 1932 starb er auf Schloss Sibyllenort an den Folgen eines Schlaganfalls. Zur Trauerfeier in Dresden kamen Hunderttausende Menschen; mehr als eine halbe Million erwiesen dem letzten sächsischen Monarchen die letzte Ehre. Beigesetzt wurde er in der Neuen Gruft der Dresdner Hofkirche.
Quelle: Friedrich August III. (Sachsen) (de, 268221052). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0