
Bildnachweis
Ritratto di Ferdinando 4. Granduca di Toscana
Otto Mayer
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Bildquelle: File:FerdinandVierteToskana.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Ferdinand IV. Salvator wurde am 10. Juni 1835 in Florenz als ältester Sohn des Großherzogs Leopold II. von Toskana und dessen Ehefrau Maria Antonia von Bourbon-Sizilien geboren. Sein vollständiger Name lautete Ferdinand Salvator Maria Joseph Johann Baptist Franz Ludwig Gonzaga Raphael Rainer Januarius. Innerhalb der Familie wurde er Nando genannt. Er stammte aus der habsburgischen Sekundogenitur Habsburg-Lothringen-Toskana und war ein Urenkel Kaiser Leopolds II. Ferdinand erhielt eine für seine Zeit vergleichsweise liberale Erziehung.
Am 24. November 1856 heiratete er in Dresden Prinzessin Anna Maria von Sachsen, eine Tochter König Johanns I. von Sachsen und Prinzessin Amalie Auguste von Bayern. Das Paar bekam am 10. Januar 1858 die Tochter Maria Antonia. Eine zweite Tochter wurde 1859 geboren, starb jedoch am Tag ihrer Geburt. Anna Maria selbst starb am 10. Februar 1859 bei dieser Geburt.
Zu dieser Zeit geriet die habsburgische Herrschaft über die Toskana zunehmend unter den Druck der italienischen Nationalbewegung. Im Vorfeld des zweiten italienischen Unabhängigkeitskriegs erklärte Ferdinands Vater Leopold II. die Neutralität des Großherzogtums. Er wollte weder gegen Österreich, mit dessen Wiener Linie das Haus Habsburg eng verbunden war, noch auf Seiten der nationalen Kräfte in den Krieg ziehen. Diese Haltung verschärfte die politische Krise. Eine Revolution brach aus, die großherzogliche Familie floh zunächst nach Bologna und anschließend ins Exil nach Wien.
Leopold II. versuchte, den Thron für seine Dynastie zu bewahren, und dankte am 21. Juli 1859 zugunsten seines Sohnes ab. Damit wurde Ferdinand IV. Großherzog der Toskana. Die Macht konnte er jedoch nicht tatsächlich ausüben. Nach einer Volksabstimmung wurde die Toskana 1860 im Zuge der italienischen Einigung an das Königreich Sardinien angeschlossen. Damit endete die Herrschaft des Hauses Habsburg-Lothringen-Toskana über das Land. Ferdinand hielt zunächst diplomatisch an seinem Anspruch fest und beließ die bisherigen toskanischen Botschafter in ihren Ämtern. Erst nach der österreichischen Niederlage im Deutschen Krieg von 1866 ließ Kaiser Franz Joseph I. das Symbol der Toskana aus seinem Wappen entfernen.
Am 20. Dezember 1866 wurden Ferdinand und seine Kinder wieder in den kaiserlichen Haushalt aufgenommen. Das Haus Toskana verlor damit seinen Status als souveräner habsburgischer Nebenbereich und ging im österreichischen Kaiserhaus auf. Ferdinand durfte seine persönliche Würdequelle, das sogenannte Ehrenverleihungsrecht, lebenslang behalten. Seine Kinder führten dagegen nur noch die Titel kaiserlicher Prinzen und Prinzessinnen beziehungsweise Erzherzöge und Erzherzoginnen von Österreich. 1870 verzichtete Ferdinand zugunsten seines Großcousins Franz Joseph I. auf sämtliche dynastischen Rechte für sich und seine künftigen Erben im erloschenen Großherzogtum. Zugleich sollte dieser Schritt offene Vermögensfragen regeln.
Seit 1868 lebte Ferdinand abwechselnd im Sommer in der Villa Toskana in Lindau am Bodensee und im Winter in einem Teil der Salzburger Residenz, den ihm Kaiser Franz Joseph überlassen hatte. Dieser Bereich wurde später Toskanatrakt genannt. Im selben Jahr heiratete Ferdinand in zweiter Ehe Prinzessin Alicia von Bourbon-Parma, eine Tochter des verstorbenen Herzogs Karl III. von Parma und der Prinzessin Louise Marie Therese von Frankreich. Aus dieser Ehe gingen zahlreiche Kinder hervor. Zu ihnen gehörten Leopold Ferdinand, Luise, Joseph Ferdinand, Peter Ferdinand, Heinrich Ferdinand, Anna, Margareta, Germana, Robert Ferdinand und Agnes Maria Theresa. Einige seiner Söhne schlugen militärische Laufbahnen ein; Heinrich Ferdinand war außerdem Offizier, Maler und Fotograf. Seine Tochter Luise war zunächst mit König Friedrich August III. von Sachsen verheiratet und ging später eine Ehe mit Enrico Toselli ein. Maria Antonia aus Ferdinands erster Ehe wurde Äbtissin des Theresianischen Damenstifts in Prag.
Ferdinand interessierte sich stark für die Fotografie und war Schirmherr des Amateur-Photographen-Clubs in Salzburg. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er jedoch im Exil, ohne seine frühere Herrschaft in der Toskana wiederzuerlangen. Kaiser Franz Joseph untersagte nach Ferdinands Tod seinen Nachkommen die Verwendung toskanischer Herrschertitel. Auch die mit der ehemaligen großherzoglichen Würde verbundenen dynastischen Orden konnten von ihnen nicht ordnungsgemäß weitergeführt werden.
Ferdinand IV. starb am 17. Januar 1908 in Salzburg. Er wurde in der Toskana-Gruft der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt. Seine Witwe Alicia blieb bis 1918 in Salzburg und zog anschließend nach Schwertberg. Ferdinands Leben steht damit beispielhaft für den politischen Bedeutungsverlust einer habsburgischen Nebenlinie im Zeitalter des italienischen Nationalstaats und der europäischen Neuordnung des 19. Jahrhunderts.
Quelle: Ferdinand IV. (Toskana) (de, 268895236). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Archduchess Agnes Maria of Austria
- Archduchess Germana of Austria
- Archduchess Maria Antonietta of Austria
- Erbherzogin Anna, Fürstin zu Hohenlohe-Bartenstein
- Heinrich Ferdinand von Österreich-Toskana
- Joseph Ferdinand von Österreich-Toskana
- Leopold Wölfling
- Luise von Österreich-Toskana
- Margareta von Österreich-Toskana
- Peter Ferdinand von Österreich-Toskana
- Robert Ferdinand Erzherzog von Österreich