Person
Ferdinand II.
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Tod
Keine geprüfte Todesangabe vorhanden.

Bildnachweis
Portrait of Ferdinand II, Holy Roman Emperor (1578-1637) label QS:Len,"Portrait of Ferdinand II, Holy Roman Emperor (1578-1637)" label QS:Lde,"Ferdinand II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1578-1637)"
Unidentified painter
Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .
Bildquelle: File:Kaiser Ferdinand II. 1614.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Ferdinand II. wurde am 9. Juli 1578 auf Schloss Graz geboren. Er war der Sohn des Erzherzogs Karl II. von Innerösterreich und Maria von Bayern, die beide überzeugte Katholiken waren. Seine Familie gehörte zu den führenden katholischen Dynastien des Heiligen Römischen Reiches. Karls Herrschaftsgebiete umfassten unter anderem die Steiermark, Kärnten und Krain, doch musste er den überwiegend protestantischen Ständen religiöse Zugeständnisse machen, um ihre finanzielle Unterstützung für die Verteidigung gegen das Osmanische Reich zu gewinnen.
Ferdinands Erziehung lag vor allem in den Händen seiner Mutter. Mit acht Jahren besuchte er die Jesuitenschule in Graz. Nach dem frühen Tod seines Vaters am 10. Juli 1590 wurde er Erbe der innerösterreichischen Länder, stand wegen seines geringen Alters jedoch zunächst unter Vormundschaft. Seine Familie wollte ihn vom Einfluss der lutherischen Adligen und Bürger fernhalten und schickte ihn deshalb an das Jesuitenkolleg in Ingolstadt. Dort studierte er intensiv, obwohl seine empfindliche Gesundheit ihn gelegentlich zwang, im Zimmer zu bleiben. Seine Frömmigkeit wurde während dieser Jahre weiter gefestigt; er besuchte regelmäßig die Messe und unternahm Wallfahrten zu bayerischen Heiligtümern. Als persönliches Motto wählte er die Worte: „Den recht Kämpfenden gebührt die Krone.“
Nach Abschluss seiner Studien im Dezember 1594 kehrte Ferdinand nach Graz zurück. 1596 übernahm er offiziell die Regierung in der Steiermark und wenig später auch in den übrigen innerösterreichischen Provinzen. In den höchsten Ämtern setzte er ausschließlich Katholiken ein. Zugleich erhielt er von Kaiser Rudolf II. den Auftrag, Kroatien, Slawonien und die südöstlichen Teile des königlichen Ungarn gegen die Osmanen zu verteidigen. Diese Aufgabe belastete die Finanzen Innerösterreichs schwer. 1600 eroberten die Osmanen Nagykanizsa, wodurch die Steiermark unmittelbar bedroht wurde. Ferdinands Versuch, die Festung 1601 zurückzugewinnen, scheiterte an Hunger, schlechtem Wetter und der mangelhaften Führung seiner Truppen.
Religiöse Fragen betrachtete Ferdinand als königliches Vorrecht. Ab 1598 leitete er in seinen Ländern eine strenge Gegenreformation ein. Protestantische Pfarrer und Lehrer wurden aus der Steiermark, aus Kärnten und Krain ausgewiesen; besondere Kommissionen setzten katholische Geistliche ein und gingen gegen verbotene Bücher vor. Protestanten mussten sich in der Praxis zwischen Konversion und Auswanderung entscheiden, wobei insbesondere Bauern kaum die Möglichkeit hatten, ihre Heimat zu verlassen. Diese Politik stärkte die katholische Kirche, verschärfte aber den Gegensatz zu den protestantischen Ständen.
Ferdinand heiratete 1600 seine Cousine Maria Anna von Bayern. Die Ehe verbesserte die Beziehungen zwischen den Habsburgern und den Wittelsbachern. In den Auseinandersetzungen innerhalb der habsburgischen Familie unterstützte Ferdinand zunächst Matthias, den Bruder Rudolfs II., weil er Rudolf wegen seiner Unentschlossenheit und politischen Schwäche für unfähig hielt. Matthias gewährte den Protestanten jedoch Zugeständnisse, die Ferdinand empörten. Ferdinand strebte deshalb nach einem Bündnis katholischer Fürsten. Die Katholische Liga wurde 1610 zwar gegründet, zunächst aber ohne seine direkte Beteiligung.
Nach dem Tod Rudolfs II. 1612 wurde Matthias Kaiser. Da Matthias und seine Brüder kinderlos waren, war die habsburgische Nachfolge ungeklärt. Ferdinand wurde Statthalter in Ober- und Niederösterreich und Vertreter des Kaisers in Ungarn. Mit Unterstützung Spaniens gelang es ihm, seine Erbfolge abzusichern. 1617 bestätigten die böhmischen Stände ihn als König von Böhmen, nachdem er zugesagt hatte, ihre Privilegien und die religiösen Rechte zu achten. Im folgenden Jahr wurde er auch zum König von Ungarn gewählt.
Die unterschiedliche Auslegung des sogenannten Majestätsbriefs, der den böhmischen Protestanten religiöse Freiheiten garantierte, führte 1618 zum Aufstand. Protestantische Adlige warfen zwei königliche Statthalter und einen Sekretär aus einem Fenster der Prager Burg. Dieser Prager Fenstersturz löste den Böhmischen Aufstand aus und wurde zu einem Ausgangspunkt des Dreißigjährigen Krieges. Die Rebellen setzten eine eigene Regierung ein, stellten ein Heer auf und boten die böhmische Krone Friedrich V. von der Pfalz an.
Während der Krise wurde Ferdinand am 28. August 1619 in Frankfurt einstimmig zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Am selben Tag setzten ihn die böhmischen Stände als König ab, doch Ferdinand verließ Frankfurt erst nach seiner Krönung. Er verbündete sich mit Maximilian I. von Bayern und erneuerte die Katholische Liga. Mit Unterstützung Bayerns, Spaniens und polnischer Söldner bekämpfte er die Aufständischen. Am 8. November 1620 besiegten die kaiserlichen und katholischen Truppen die böhmischen Rebellen und ihre Verbündeten in der Schlacht am Weißen Berg. Friedrich V. floh, und Ferdinand erklärte ihn zum Geächteten.
Nach dem Sieg ging Ferdinand hart gegen seine Gegner vor. Führende Rebellen wurden vor Gericht gestellt, 27 von ihnen 1621 in Prag hingerichtet. Der Besitz hunderter Adliger und Bürger wurde eingezogen. In Böhmen und Mähren wurden protestantische Geistliche vertrieben, später auch in Oberösterreich. Als sich dort Bauern gegen die religiöse Zwangspolitik erhoben, ließ Ferdinand den Aufstand militärisch niederschlagen. Zehntausende Protestanten verließen in den folgenden Jahren das Land. 1629 erließ Ferdinand das Restitutionsedikt, das katholische Institutionen in den Besitz zahlreicher seit dem 16. Jahrhundert verlorener Kirchengüter zurückführen sollte.
Für seine Kriegsführung war Ferdinand stark auf Albrecht von Wallenstein angewiesen, einen reichen böhmischen Adligen, der ihm ein großes Söldnerheer bereitstellte. Die kaiserlichen Truppen errangen bedeutende Siege gegen protestantische Heere und Dänemark. Wallensteins wachsende Macht und seine umstrittene Kriegsfinanzierung führten jedoch zu Misstrauen; Ferdinand entließ ihn 1630, berief ihn später aber erneut. Nach Wallensteins Ermordung 1634 siegten die kaiserlichen Truppen bei Nördlingen. Frankreich trat daraufhin auf protestantischer Seite in den Krieg ein. Der 1635 geschlossene Prager Frieden beendete den Konflikt nicht.
Ferdinand war zweimal verheiratet. Mit Maria Anna von Bayern hatte er sieben Kinder, darunter seinen Nachfolger Ferdinand III., Maria Anna, die spätere Königin von Polen, und Leopold Wilhelm. 1622 heiratete er Eleonora Gonzaga aus Mantua; diese Ehe blieb kinderlos. Ferdinand II. starb am 15. Februar 1637. Er wurde in seinem Mausoleum in Graz beigesetzt, während sein Herz in der Herzgruft der Wiener Augustinerkirche bestattet wurde. Sein Sohn Ferdinand III. übernahm ein weiterhin vom Krieg verwüstetes Reich.
Quelle: Ferdinand II, Holy Roman Emperor (en, 1368116652). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0