Person

Eleonora Gonzaga

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Geburt

  1. 23.09.1598

  2. 1598

Tod

  1. 27.06.1655

  2. 1655

Porträt von Eleonora Gonzaga
Bildnachweis

German: Eleonore von Gonzaga (1598-1655), Kaiserin, im Alter von zwei Jahren, Kniestück Eleonora Gonzaga (1598-1655), Empress, at the age of two, knee-length portrait title QS:P1476,de:"Eleonore von Gonzaga (1598-1655), Kaiserin, im Alter von zwei Jahren, Kniestück " label QS:Lde,"Eleonore von Gonzaga (1598-1655), Kaiserin, im Alter von zwei Jahren, Kniestück " label QS:Len,"Eleonora Gonzaga (1598-1655), Empress, at the age of two, knee-length portrait"

Peter Paul Rubens

Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .

Bildquelle: File:Eleonora Gonzaga 001.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Eleonora Anna Maria Gonzaga, bekannt als Eleonora Gonzaga die Ältere, wurde am 23. September 1598 in Mantua geboren und starb am 27. Juni 1655 in Wien. Sie entstammte dem Haus Gonzaga und war durch ihre Geburt Prinzessin von Mantua und Montferrat. Als zweite Ehefrau Kaiser Ferdinands II. wurde sie Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches, deutsche Königin sowie Königin von Ungarn und Böhmen und Erzherzogin von Österreich. Eleonora war die jüngere Tochter Vincenzo’ I., des Herzogs von Mantua und Montferrat, und Eleonoras von Toskana aus dem Haus Medici. Ihre Familiengeschichte war eng mit den Habsburgern und anderen europäischen Herrscherhäusern verbunden. Zu ihren Großeltern gehörten Herzöge von Mantua und Toskana sowie habsburgische Erzherzoginnen; außerdem war sie eine Nichte der französischen Königin Maria. Am 22. November 1598 wurde sie in der Basilika Santa Barbara im Herzogspalast auf die Namen Eleonora Anna Maria getauft. Als Taufpate trat unter anderem Ferdinand, Herzog von Innerösterreich und ihr späterer Ehemann, auf. Ihre Kindheit verbrachte Eleonora am Hof von Mantua, der zu den bedeutenden Zentren europäischer Kultur und Wissenschaft gehörte. Im Alter von zehn Jahren wurde ihre Erziehung ihrer Tante Margherita Barbara anvertraut, der verwitweten Herzogin von Ferrara und Modena. Diese lebte in dem von ihr gegründeten Ursulinenkloster in Mantua und sorgte für eine umfassende Ausbildung ihrer Nichte. Eleonora lernte Sprachen, Geschichte, Musik und Malerei. Zugleich prägte sie die tiefe Frömmigkeit ihrer Tante, die sich in religiöser Hingabe und Wohltätigkeit ausdrückte. Schon früh wurde nach einer standesgemäßen Ehe für Eleonora gesucht. 1610 verhandelte ihr Vater über eine Verbindung mit Marcantonio IV. Colonna, dem Herzog und Fürsten von Paliano. Trotz einer vorgesehenen hohen Mitgift scheiterten die Gespräche. Auch eine Heirat mit Viktor Amadeus, dem Erbprinzen des Hauses Savoyen, kam nicht zustande, weil dessen Seite umfangreiche Gebietsabtretungen als Mitgift verlangte. Vincenzo I. starb 1612, ohne die Ehe seiner Tochter geregelt zu haben. Nach dem Tod seiner ersten Frau Maria Anna von Bayern, mit der er zwei Söhne und zwei Töchter hatte, ließ Kaiser Ferdinand II. im Juli 1621 durch seinen Vertrauten Johann Ulrich von Eggenberg in Mantua über eine Ehe mit Eleonora verhandeln. Für die Verbindung mit einer Verwandten und zugleich seiner Taufpatin wurde die Zustimmung des Heiligen Stuhls eingeholt. Der Ehevertrag wurde am 21. November 1621 geschlossen; am selben Tag fand in Mantua eine Trauung in Abwesenheit des Bräutigams statt. Die eigentliche Hochzeitsfeier wurde am 2. Februar 1622 in Innsbruck abgehalten. Die Zeremonie war vergleichsweise schlicht. Ferdinand schenkte seiner Braut einen Diamanten mit einer Perle, und auch die Tiroler Stände überreichten ihr ein Geldgeschenk. Kurz darauf reisten die Neuvermählten nach Wien. Obwohl Ferdinand deutlich älter war, galt die Ehe als glücklich. Gemeinsame Kinder hatten die beiden nicht, doch Eleonora gewann das Vertrauen ihrer Stiefkinder. Besonders auf den jüngeren Stiefsohn übte sie großen Einfluss aus und weckte in ihm die Liebe zu Kunst und Literatur. Wie ihr Ehemann war sie streng religiös und unterstützte die Gegenreformation. Sie förderte Kirchen und Klöster, kümmerte sich um Bedürftige und stand besonders den Jesuiten nahe. Beide Eheleute teilten außerdem ihre Begeisterung für die Jagd und die Musik. Später änderte Ferdinand den Ehevertrag zugunsten seiner Frau. Nach ihrer Ankunft in Wien lernte Eleonora Deutsch. Sie übernahm viele Bedienstete der verstorbenen Kaiserin und schickte einen großen Teil ihres eigenen Gefolges zurück nach Mantua. Ferdinand überließ ihr zunächst das Gut Favorite, später erhielt sie auch die Schlösser Laxenburg und Schönbrunn. Am 26. Juli 1622 wurde sie in Pressburg zur Königin von Ungarn gekrönt. Am 7. November 1627 folgte in Regensburg ihre Krönung zur Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches und zur deutschen Königin; am 21. November desselben Jahres wurde sie in Prag zur Königin von Böhmen gekrönt. Eleonora zeigte wenig persönliches Interesse an der Tagespolitik, bemühte sich jedoch, ihre Rolle als Herrscherin gewissenhaft auszufüllen. Sie begleitete Ferdinand zu Treffen mit Kurfürsten und führenden Vertretern des Reiches. Große Bedeutung hatte ihr religiöses und wohltätiges Engagement. In der Wiener Augustinerkirche ließ sie die Loretokapelle errichten, die 1627 geweiht wurde und zur zweiten Hofkapelle wurde. Sie gründete oder unterstützte mehrere Klöster der unbeschuhten Karmeliten in Wien und Graz. Außerdem förderte sie eine Bruderschaft, die sich um das Andenken und die Bestattung mittelloser Verstorbener sowie um die Unterstützung Bedürftiger kümmerte. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Hofhaltung war die Musik. Eleonora nahm italienische Musiker und Tänzer unter ihren Schutz und trug dazu bei, den Wiener Kaiserhof zu einem Zentrum der europäischen Barockmusik zu machen. Unter ihrer Mitwirkung entstand die Tradition, bei Festen der kaiserlichen Familie Opern und Ballette aufzuführen. Für solche Darbietungen wurde im Wiener Hofburgkomplex ein großer Holzsaal errichtet. Die erste Aufführung fand 1625 anlässlich des Geburtstags Ferdinands II. statt. Schwer traf Eleonora der Krieg, der nach dem Tod ihrer Brüder ausbrach, die keine männlichen Erben hinterließen. In diesem Konflikt kämpften unter anderem der Kaiser, der König von Spanien und der Herzog von Savoyen gegen Frankreich, Venedig und den Herzog von Mantua und Montferrat. Kaiserliche Truppen eroberten und plünderten dabei Mantua, Eleonoras Heimatstadt. Nach Ferdinands Tod am 15. Februar 1637 lebte die verwitwete Kaiserin zunächst in Graz in der Nähe seines Grabmals. Noch im selben Jahr zog sie nach Wien und nahm im von ihr gegründeten Karmelitenkloster Wohnung. Zeitgenossen beschrieben ihr Leben als fromm und zurückgezogen, doch sie blieb gesellschaftlich und politisch verbunden. Einen Teil ihrer Zeit verbrachte sie in ihren Landsitzen, darunter Schönbrunn, das sie im italienischen Barockstil ausbauen ließ. Sie stand in regem Briefwechsel mit Verwandten in Italien und Österreich und spielte später eine wichtige Rolle bei der Ehevereinbarung zwischen ihrer jüngeren Schwester Eleonora und ihrem Stiefsohn, Kaiser Ferdinand III. Der Vertrag wurde am 8. Februar 1651 unterzeichnet. In ihrem 1651 verfassten und kurz vor ihrem Tod nochmals geänderten Testament bestimmte Eleonora die jüngere Eleonora zu ihrer Haupterbin. Außerdem vermachte sie beträchtliche Summen für Seelenmessen und Almosen. Sie starb 1655 in Wien und wurde zunächst im Karmelitenkloster beigesetzt. Ihr Herz wurde in einem Gefäß neben dem Grab Ferdinands II. bestattet. 1782 überführte man ihre sterblichen Überreste in den Wiener Stephansdom.

Quelle: Էլեոնորա Ավագ (hy, 10384770). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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