Person

Francisco de Asís de Borbón

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Geburt

  1. 13.05.1822

Tod

  1. 1902

  2. 17.04.1902

Porträt von Francisco de Asís de Borbón
Bildnachweis

El infante don Francisco de Asís, niño

Bernardo López Piquer

http://www.artnet.com/artists/bernardo-lópez-piquer/retrato-de-don-francisco-de-as%C3%ADs-de-borbón-niño-1bTMqWKfx9rmle1piNr-xA2

Bildquelle: File:El infante don Francisco de Asís, niño.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Francisco de Asís María Fernando de Borbón y Borbón-Dos Sicilias wurde am 13. Mai 1822 in Aranjuez geboren und starb am 17. April 1902 in Épinay-sur-Seine. Er war der dritte Sohn und der zweite Sohn des Infanten Francisco de Paula de Borbón, eines Sohnes König Karls IV., und der Prinzessin Luisa Carlota von Bourbon-Sizilien. Da sich der Hof zu dieser Zeit in Aranjuez aufhielt, wurde Francisco de Asís noch am Tag seiner Geburt im Oratorium des Palastes getauft. Seine ersten beiden Vornamen erinnerten an den heiligen Franz von Assisi. Zwei Tage später wurde am selben Ort sein Cousin Juan de Borbón y Braganza geboren. Francisco de Asís entstammte einer eng miteinander verbundenen bourbonischen Familie. Im Jahr 1846 wurde er aus politischen und dynastischen Gründen mit seiner Doppelcousine, der jungen spanischen Königin Isabel II., verheiratet. Ihre Väter, der Infant Francisco de Paula und König Ferdinand VII., waren Brüder; auch ihre Mütter, Luisa Carlota und María Cristina, waren Schwestern. Zudem waren beide Frauen Töchter von María Isabel de Borbón, einer Schwester ihrer Väter. Andere Bewerber waren zuvor verworfen worden. Der Ehemann der Königin sollte einer hochadligen Familie angehören, durfte aber keinen Anspruch auf einen anderen europäischen Thron haben. Die Hochzeit fand am 10. Oktober 1846 im Thronsaal des Königlichen Palastes in Madrid statt und wurde gemeinsam mit der Vermählung von Isabels Schwester Luisa Fernanda und Antonio de Orleans, dem Herzog von Montpensier, gefeiert. Am selben Tag erhielt Francisco de Asís die Würde eines Königs und die Anrede „Majestät“. Außerdem wurde er zum Generalkapitän der Armeen ernannt. In der Öffentlichkeit wurde er später sehr unterschiedlich dargestellt. Der Historiker Pierre Luz beschrieb ihn als klein und schlank, mit auffälligen Gesten und einer hohen Stimme, und hob seine Vorliebe für Bäder, Parfüms, Schmuck und feine Stoffe hervor. Aus der Ehe mit Isabel II. gingen zwölf Kinder hervor, von denen jedoch nur fünf das Kindesalter überlebten. Mehrere Kinder wurden tot geboren oder starben kurz nach der Geburt. Zu den überlebenden Kindern gehörten María Isabel Francisca, die im Volksmund „la Chata“ genannt wurde und zweimal Prinzessin von Asturien war, Alfonso XII., der später König von Spanien wurde, sowie die Infantinnen María de la Paz und María Eulalia. María Isabel heiratete den Prinzen Cayetano von Bourbon-Sizilien, María de la Paz den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern, und María Eulalia Antonio de Orleans y Borbón. Ein weiterer Sohn, Francisco de Asís Leopoldo, der von König Leopold II. von Belgien aus der Taufe gehoben wurde, starb früh. Die Quelle erwähnt, dass die nahe Verwandtschaft der Eltern und Großeltern möglicherweise zum frühen Tod mehrerer Kinder beigetragen haben könnte. Die Ehe der Könige war von Spannungen und höfischen Intrigen geprägt. Es gab wiederholt Auseinandersetzungen, während politische Gegner und verschiedene Gruppen am Hof Pläne und Verschwörungen schmiedeten, um das Paar auseinanderzubringen. Über Francisco de Asís kursierten Spottgedichte und Pamphlete, die sich unter anderem auf Gerüchte über seine Homosexualität bezogen. Eine körperliche Besonderheit ist jedoch durch medizinische Angaben erklärt: Er litt an einer Harnröhrenfehlbildung, einer sogenannten Hypospadie, weshalb er nicht im Stehen urinieren konnte. Auch das Privatleben des Königspaares wurde politisch ausgeschlachtet. Isabel II. wurden zahlreiche Liebhaber zugeschrieben, und ihre Gegner nutzten diese Gerüchte, um sie lächerlich zu machen und ihre Entfremdung von Teilen der Bevölkerung zu verstärken. Francisco de Asís hingegen soll nur eine dauerhafte Beziehung zu Antonio Ramos Meneses gehabt haben. Nach einer anderen Darstellung war er Vater mehrerer unehelicher Kinder und hatte mehrere bekannte Geliebte. Die gemeinsame Herrschaft fiel in eine politisch unruhige Zeit. Die Revolution von 1854 bedrohte den Thron, doch die Könige konnten ihre Stellung zunächst sichern, indem sie den General Espartero erneut mit der Regierungsbildung betrauten. 1856 unterstützten Isabel II. und Francisco de Asís den Politiker Leopoldo O’Donnell, nachdem sie sich auf dem Thron sicher fühlten. Die politischen Konflikte, die private Situation der Königin und ihr Einfluss durch die geistliche Beraterin Schwester Patrocinio trugen jedoch zum Ansehensverlust der Monarchie bei. Weniger bekannt ist Francisco de Asís’ Rolle als Förderer von Kunst und Denkmalpflege. Er ließ mehrere Bauwerke in Madrid restaurieren und verschönern. Dazu gehörten die Kirchen Las Calatravas und San Jerónimo el Real, die sich damals in schlechtem Zustand befanden und durch sein Interesse instand gesetzt wurden. Ab 1864 amtierte er außerdem als Präsident des Staatsrats. 1868 kulminierten die politischen Spannungen in der Revolution, die von Juan Prim und Antonio de Orleans, dem Herzog von Montpensier, angeführt wurde und Isabel II. stürzte. Die königliche Familie ging ins Exil und ließ sich in Paris nieder. Francisco de Asís führte dort inkognito den Titel Graf von Moratalla. Am 25. Juni 1870 dankte Isabel II. zugunsten ihres Sohnes Alfonso ab, der 1874 als Alfonso XII. auf den spanischen Thron zurückkehrte. Nach der Trennung im Exil blieben Francisco de Asís und Isabel II. zunächst freundschaftlich verbunden und wurden mit der Zeit gute Freunde. Nach dem Tod seines jüngeren Bruders Enrique in einem Duell, in dem der Herzog von Montpensier sein Gegner gewesen war, nahm Francisco de Asís dessen verwaiste Kinder bei sich auf. 1881 zog er dauerhaft nach Épinay-sur-Seine in Frankreich und bewohnte dort weiterhin sein Schloss, auch nach der Wiederherstellung der Monarchie. Francisco de Asís starb dort am frühen Morgen des 17. April 1902. An seinem Sterbebett waren Isabel II. und zwei seiner Töchter, Isabel und Eulalia, anwesend. Sein Leichnam wurde in das Pantheon der Könige im Kloster von El Escorial überführt. In Spanien wurde eine einmonatige Staatstrauer angeordnet, die wegen der Feierlichkeiten zur tatsächlichen Übernahme der Krone durch seinen Enkel Alfonso XIII. vorübergehend unterbrochen und anschließend wieder aufgenommen wurde. Isabel II. überlebte ihren Ehemann um zwei Jahre. Sein Schloss in Épinay ging an Alfonso XIII. über und wurde 1906 versteigert. In Madrid erinnern außerdem eine nach ihm benannte Straße und eine Statue im Campo del Moro an den ehemaligen Königsgemahl.

Quelle: Francisco de Asís de Borbón (es, 174209767). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0