Person
Maria Amalia von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
05.04.1724
1724
Tod
19.04.1730
1730
Biografie
Erzherzogin Marie-Amélie von Österreich, auch Maria Amalia von Habsburg genannt, wurde am 5. April 1724 in der Wiener Hofburg geboren und starb dort am 19. April 1730 im Alter von sechs Jahren. Sie war das vierte Kind und die jüngste Tochter Kaiser Karls VI. des Heiligen Römischen Reiches und seiner Ehefrau Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel, der Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches.
Marie-Amélie gehörte dem österreichischen Zweig des Hauses Habsburg an und trug von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod den Titel einer kaiserlichen und königlichen Erzherzogin, einer kaiserlichen Prinzessin von Österreich sowie einer königlichen Prinzessin von Ungarn, Böhmen und der Toskana. Ihre Eltern waren eng mit den führenden Dynastien des Reiches verbunden. Karl VI. war ein Sohn Kaiser Leopolds I. und Eleonores von Neuburg. Elisabeth Christine stammte aus dem Haus Braunschweig-Wolfenbüttel und war eine Tochter Ludwigs Rudolf und Christine Luises von Oettingen-Oettingen.
Marie-Amélie wuchs mit ihren älteren Schwestern Maria Theresia und Maria Anna auf. Die drei Mädchen waren die einzigen überlebenden Töchter ihrer Eltern. Für Karl VI. und Elisabeth Christine war dies eine große Enttäuschung, da sie sich vor allem einen männlichen Thronerben gewünscht hatten. Bereits der kurz nach seiner Geburt verstorbene Sohn Leopold Johann, der 1716 im Alter von nur sechs Monaten starb, hatte diese Hoffnung nicht erfüllen können. Auch Marie-Amélies Geburt wurde deshalb von ihrem Vater zunächst nicht freudig aufgenommen. Erst nach mehreren Monaten begann er, seine jüngste Tochter allmählich anzunehmen.
Die fehlende männliche Nachfolge prägte die politische Lage der Familie. Karl VI. hatte bereits 1713 die Pragmatische Sanktion erlassen. Sie sollte ermöglichen, dass auch seine Töchter die habsburgischen Länder und die damit verbundenen Erbansprüche übernehmen konnten. Damit wollte der Kaiser den Fortbestand seiner Dynastie sichern, obwohl kein Sohn als Nachfolger zur Verfügung stand. Marie-Amélie erlebte die Folgen dieser Regelung jedoch nicht mehr. Nach Karls Tod im Jahr 1740 wurde ihre älteste Schwester Maria Theresia die erste, die von diesem Erbrecht Gebrauch machte. Ihre Thronfolge führte zum Österreichischen Erbfolgekrieg, der acht Jahre dauerte.
Marie-Amélie starb am 19. April 1730 in Wien, wenige Tage nach ihrem sechsten Geburtstag. Zu diesem Zeitpunkt war Maria Theresia erst dreizehn Jahre alt, während Maria Anna zwölf Jahre zählte. Marie-Amélie wurde in der Wiener Kaisergruft beigesetzt und gilt als letztes Mitglied der österreichischen Habsburgerdynastie.
Ihr Sarg wurde aus Zinn gefertigt. Verantwortlich dafür war der Salzburger Zinngießer Hans Georg Lehrl. Die wellenförmige Gestaltung entspricht dem anspruchsvollen Barockstil. Auf dem Deckel liegt ein Hermelinfell, das als Symbol Christi beschrieben wird; auf einem Kissen ruht die österreichische Erzherzogskrone. Die Seitenwände sind mit geflügelten Engelsköpfen geschmückt, während der Sarg auf Löwenfüßen steht.
Obwohl Marie-Amélies eigenes Leben nur kurz war, war sie Teil einer Familie, deren Erbfolge die Geschichte des Hauses Habsburg und Europas nachhaltig beeinflusste. Über ihre Schwester Maria Theresia war sie zudem die Tante späterer Herrscher und Angehöriger europäischer Fürstenhäuser, darunter Kaiser Joseph II., Kaiser Leopold II., Königin Marie-Antoinette von Frankreich, Königin Maria Karolina von Neapel und Sizilien sowie die Herzoginnen Maria Amalia von Parma und Maria Christina von Teschen und Herzog Ferdinand von Modena. Ihr Schwager war Franz Stephan, der später als Franz I. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde.
Quelle: Marie-Amélie d'Autriche (1724-1730) (fr, 238458638). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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