
Bildnachweis
Isabella II of Spain photo
José Albiñana
Museo Del Prado
Bildquelle: File:Isabella II of Spain photo.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Isabella II. von Spanien, vollständig María Luisa Isabel de Borbón y Borbón-Dos Sicilias, wurde am 10. Oktober 1830 in Madrid geboren und starb am 9. April 1904 in Paris. Sie war von 1833 bis 1868 Königin von Spanien. Ihre Herrschaft fiel in eine Zeit tiefgreifender politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen, in der sich die alte monarchische Ordnung schrittweise zu einer konstitutionellen Monarchie wandelte.
Isabella war die älteste Tochter König Ferdinands VII. und dessen vierter Ehefrau Maria Christina von Sizilien. Da Ferdinand keine überlebenden Kinder aus seinen früheren Ehen hatte, änderte er 1830 die Thronfolgeregeln und setzte die weibliche Erbfolge wieder in Kraft. Damit überging er seinen Bruder Don Carlos, der von absolutistischen Kräften unterstützt wurde. Isabella wurde zur Kronerbin erklärt. Nach dem Tod ihres Vaters am 29. September 1833 bestieg sie im Alter von knapp drei Jahren den Thron. Ihre Mutter übernahm als Regentin die Regierung und sicherte Isabellas Anspruch mit Unterstützung liberaler Parteien und einflussreicher Militärs. Don Carlos erkannte die Nachfolge nicht an; der daraus entstehende Erste Karlistenkrieg dauerte von 1833 bis 1840.
Maria Christina musste während der Regentschaft erhebliche politische Zugeständnisse machen. Unter ihrem Einfluss begann Spanien den Weg zu einer konstitutionellen Monarchie. 1840 zwang der mächtige General Baldomero Espartero sie jedoch zum Rücktritt und ins Exil. Die zehnjährige Isabella blieb in Spanien und stand nun unter Esparteros Vormundschaft. Ihre Erziehung übernahmen liberale Persönlichkeiten, darunter der Dichter Manuel José Quintana und der Politiker Agustín Argüelles. Dennoch blieb ihre Ausbildung lückenhaft. Isabella interessierte sich besonders für Gesang, Klavier, Oper und Theater; außerdem liebte sie Hunde und Pferde. Wegen einer Hautkrankheit musste sie regelmäßig zur Kur in Seebäder reisen.
Nach dem Sturz Esparteros wurde Isabella im November 1843, erst dreizehnjährig, für volljährig erklärt und übernahm formal selbst die Regierung. Tatsächlich bestimmten weiterhin wechselnde politische Gruppen und vor allem hochrangige Generäle die Politik. Während der sogenannten Década moderada von 1844 bis 1854 dominierten die gemäßigten Liberalen. General Ramón María Narváez wurde zur prägenden politischen Figur. Die Verfassung von 1845 stärkte die Stellung der Krone erheblich: Isabella konnte Minister ernennen und entlassen, die Cortes auflösen, Senatoren berufen und Gesetzesvorhaben beeinflussen. Trotz dieser starken monarchischen Befugnisse wechselten die Regierungen häufig, vor allem wegen innerer Rivalitäten.
Die Ehe der Königin wurde zu einer internationalen politischen Frage. Am 10. Oktober 1846 heiratete Isabella gegen ihren Willen ihren Cousin Francisco de Asís. Die Verbindung war von Anfang an unglücklich. Isabella fand ihren Ehemann wenig anziehend und begann bald mehrere außereheliche Beziehungen, unter anderem mit dem General Francisco Serrano Domínguez und später mit José Ruiz de Arana. Ihr offen gelebtes Liebesleben beschädigte das Ansehen der Monarchie und wurde von der oppositionellen Presse gegen sie verwendet. Gleichzeitig blieb Isabella zeitweise beim Volk beliebt, weil sie großzügig war und Bedürftige unterstützte. Sie gab jedoch auch große Summen für Luxus, Bälle, Theater und andere Vergnügungen aus.
Isabella gebar neun Kinder, von denen mehrere früh starben. Ihr bedeutendstes Kind war Alfons, der 1857 geboren wurde und später als Alfons XII. König von Spanien wurde. Die Vaterschaft Francisco de Asís’ wurde bei mehreren Kindern öffentlich bezweifelt. 1852 überlebte Isabella ein Attentat eines Franziskanerpriesters, der sie mit einem Dolch leicht am Arm verletzte.
Die politische Lage blieb instabil. 1854 führte ein Militärputsch zur Revolution. Isabella musste Espartero erneut zum Ministerpräsidenten ernennen; es folgte das zweijährige sogenannte Progressive Biennium. Die Regierung förderte Eisenbahnen, Straßen, Telegraphen, Banken und eine Neuordnung des Agrarsektors. Durch die Enteignung und Versteigerung von Gemeinde- und Kirchengütern entstand eine neue bürgerliche Besitzschicht, während viele landlose Bauern ihre bisherigen Lebensgrundlagen verloren. 1856 unterstützte Isabella General Leopoldo O’Donnell gegen Espartero. Damit endete die progressive Regierungszeit, und zunächst kehrten die Moderados an die Macht zurück.
Von 1858 bis 1863 führte O’Donnell mit seiner Liberalen Union die bisher stabilste Regierung der Herrschaft Isabellas. Er verband gemäßigt liberale Politik mit der Stärkung der Monarchie und versuchte, die Königin durch öffentliche Auftritte und soziale Spenden populärer zu machen. Spanien betrieb zugleich eine aktivere Außenpolitik, unter anderem in Marokko, Cochinchina, Mexiko und der Dominikanischen Republik. Größere dauerhafte Erfolge blieben jedoch aus, und die militärischen Unternehmungen kosteten viele Menschenleben.
Nach O’Donnells Rücktritt 1863 verschärften sich die Konflikte. Die Regierungen der Moderados gingen zunehmend repressiv gegen Oppositionelle, Presse und Universitäten vor. Aufstände wurden niedergeschlagen, politische Gegner verbannt und die konstitutionellen Rechte eingeschränkt. Die enge Verbindung der Königin zu Hofleuten, Geistlichen und wechselnden Günstlingen verstärkte den Eindruck, dass persönliche Einflüsse und Intrigen die Politik bestimmten. Nach dem Tod Narváez’ im April 1868 verlor Isabella ihre wichtigste Stütze. Die wirtschaftliche Krise, die autoritäre Regierung und der Verlust der Unterstützung weiter Teile des Heeres machten ihre Lage unhaltbar.
Im September 1868 erhoben sich liberale, progressive und demokratische Kräfte. Die Bewegung breitete sich rasch aus, und die königlichen Truppen erlitten am 28. September bei Alcolea eine entscheidende Niederlage. Isabella floh am 30. September mit ihrem Gefolge nach Frankreich. Die sogenannte Glorreiche Revolution beendete ihre fast 35-jährige Herrschaft. 1870 verzichtete sie zugunsten ihres Sohnes Alfons auf ihre Rechte an der Krone. Alfons XII. bestieg Ende 1874 den spanischen Thron.
Isabella lebte danach überwiegend in Paris. Ihre Ehe mit Francisco de Asís wurde 1870 offiziell getrennt. Nach Alfons’ Thronbesteigung durfte sie vorübergehend nach Spanien zurückkehren, kehrte jedoch bald nach Paris zurück und blieb dort meist wohnhaft. Sie verfolgte die Entwicklung ihrer Familie und mischte sich weiterhin gelegentlich in religiöse und dynastische Fragen ein. Nach dem frühen Tod Alfons’ XII. 1885 und der Geburt seines nachträglichen Sohnes Alfons XIII. geriet Isabella erneut in politische Spannungen mit der spanischen Regierung.
Ihre Gesundheit verschlechterte sich nach 1898. Isabella starb 1904 in ihrem Pariser Palais und wurde ihrem Wunsch entsprechend im Pantheon der Könige im Escorial beigesetzt. Sie hinterließ hohe Schulden, weshalb Teile ihres Nachlasses verkauft wurden. Ihre Regierungszeit blieb als eine Epoche politischer Umbrüche, militärischer Machtkämpfe und des schwierigen Übergangs Spaniens zu einer liberalen Verfassungsordnung in Erinnerung.
Quelle: Isabella II. (Spanien) (de, 269840081). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Alfons XII.
- Fernando de Borbón y Borbón
- Infanta María Cristina of Spain
- Infanta María de la Concepción of Spain
- Infante Francisco de Asís of Spain
- Infante Francisco de Asís, Prinz von Asturien
- Infante Luis, Prinz von Asturien
- Infantin Margarita von Spanien
- María de la Paz von Spanien
- Maria del Pilar
- María Eulalia von Spanien
- Prinzessin Isabel, Grafin zu Agrigent