Person
María Eulalia von Spanien
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
1864
12.02.1864
Tod
08.03.1958
1958

Bildnachweis
Italian: Ritratto dell'Infanta Eulalia di Spagna label QS:Lit,"Ritratto dell'Infanta Eulalia di Spagna"
Giovanni Boldini
http://jssgallery.org/Other_Artists/Boldini_Giovanni/Dona_Eulalia_of_Spain.html
Bildquelle: File:Boldini - Maria Eulalia of Spain.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
María Eulalia de Borbón wurde am 12. Februar 1864 im Königlichen Palast von Madrid geboren. Sie war die jüngste Tochter der spanischen Königin Isabel II. und ihres Gemahls Francisco de Asís de Borbón, wobei ihre leibliche Vaterschaft bereits zu Lebzeiten umstritten war. Bei der Taufe am folgenden Tag erhielt sie eine lange Reihe von Vornamen, wurde jedoch stets Eulalia genannt – nach der heiligen Eulalia, zu deren Ehren ihre Mutter diesen Namen gewählt hatte. Äußerlich ähnelte sie Isabel II.: Sie hatte blondes Haar und blaue Augen. Ihr Wesen galt dagegen als unabhängig, eigenwillig und widerspenstig, was wiederholt zu Spannungen mit ihrer älteren Schwester Isabel führte.
Ihre Kindheit war von den politischen Umwälzungen Spaniens geprägt. Bis 1868 wurde Eulalia in Madrid erzogen. Nach dem Sturz ihrer Mutter durch die Revolution von 1868 ging sie mit Isabel II. und ihren Schwestern Paz und Pilar nach Paris. Zunächst erhielt sie Privatunterricht, später besuchte sie das Collège du Sacré-Cœur. Die Familie lebte im Palais de Castille an der Avenue Kléber. Eulalias Bruder Alfonso bestieg 1874 den spanischen Thron, nachdem Isabel II. im Vorjahr auf ihre Rechte verzichtet hatte und die Erste Spanische Republik gefallen war. Eulalia und ihre beiden Schwestern durften jedoch erst 1876 nach Spanien zurückkehren. Ihre Schwester Isabel war bereits früher nach Madrid zurückgekehrt und übernahm dort vorübergehend Aufgaben, die einer künftigen Königin zugedacht waren. Isabel II. blieb weiterhin überwiegend in Paris und reiste nur gelegentlich nach Spanien.
Nach dem Tod Alfonso’ XII. war Eulalia die einzige ihrer Schwestern, die noch unverheiratet war. Isabel war verwitwet und wollte nicht erneut heiraten, Paz war mit ihrem Cousin, dem Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern, verheiratet, und Pilar war bereits 1879 unerwartet gestorben. Aus einem Versprechen gegenüber ihrem verstorbenen Bruder heraus heiratete Eulalia am 6. März 1886 in Madrid ihren Cousin Antonio de Orleans y Borbón. Die Verbindung erfolgte gegen ihren Willen und vor allem aus staatspolitischen Gründen. Antonio war der Sohn des Herzogs von Montpensier und der Infantin Luisa Fernanda de Borbón sowie der Bruder der verstorbenen Königin María de las Mercedes. Später wurde er Herzog von Galliera, wodurch Eulalia diesen Titel durch ihre Ehe ebenfalls führte.
Die Ehe erwies sich bald als unglücklich. Eulalia und Antonio trennten sich am 31. Mai 1900, was am Madrider Hof einen Skandal auslöste. Es war bekannt, dass beide außereheliche Beziehungen unterhielten. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, die das Erwachsenenalter erreichten, sowie eine totgeborene Tochter. Der ältere Sohn Alfonso wurde Militärpilot und heiratete 1909 Beatrice von Sachsen-Coburg und Gotha, eine Cousine der spanischen Königin Victoria Eugenia. Aus dieser Verbindung gingen drei Kinder hervor. Der jüngere Sohn Luis Fernando war für sein bewegtes Leben und mehrere Skandale bekannt. Er heiratete 1930 Marie Constance Charlotte Say, die verwitwete Prinzessin von Broglie; die Ehe blieb kinderlos. 1924 entzog Alfonso XIII. ihm wegen seines als unangemessen betrachteten Verhaltens sämtliche zuvor verliehenen Ehren und Vergünstigungen. Zu den im Zusammenhang mit Luis Fernando genannten Gründen gehörten seine Homosexualität und Skandale im Umfeld von Drogen. Zwei weitere Söhne Alfonsos und Beatrices, Alfonso und Ataúlfo, blieben unverheiratet; Alfonso starb während seiner Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg, Ataúlfo hinterließ keine Nachkommen.
Eine wichtige öffentliche Aufgabe übernahm Eulalia 1893. Die Regentin María Cristina beauftragte sie, die spanische Krone auf einer offiziellen Reise nach Kuba, Puerto Rico und in die Vereinigten Staaten zu vertreten. Eulalia bereitete die achtzig Tage dauernde Reise sorgfältig vor. Ihr sicheres Auftreten gewann ihr die Sympathie vieler Menschen, während ihre scharfe Beobachtungsgabe sie zu der Einschätzung führte, dass der Verlust der letzten spanischen Kolonien in Amerika und ein bevorstehender Krieg um Kuba kaum noch abzuwenden seien. Während der Reise schrieb sie zahlreiche Briefe an ihre Mutter, die später als Buch veröffentlicht wurden.
Eulalia war schriftstellerisch tätig und verarbeitete ihre Erfahrungen in mehreren Werken. 1911 erschien in Frankreich unter dem Pseudonym „Gräfin von Ávila“ ihr Buch „Au fil de la vie“. Wegen seiner feministischen und für die Zeit als zu modern geltenden Haltung wurde es in Spanien auf Anweisung ihres Neffen Alfonso XIII. verboten. Bereits 1915 hatte sie in England „Court Life from Within“ veröffentlicht. In den 1930er Jahren schrieb sie ihre Memoiren, und 1949 erschienen ihre Briefe über die Reise nach Kuba und in die Vereinigten Staaten. Ihre Erinnerungen wurden später erneut herausgegeben und schildern ihre Reisen durch Europa sowie ihre Begegnungen mit zeitgenössischen Monarchen.
Eulalia führte ein bewegtes, oft unstetes Leben. Sie reiste viel und lebte zeitweise in Paris in einer von Mutter Lóriga geführten Unterkunft für Frauen, weil sie sich kein eigenes Haus leisten konnte. Auf ihren Reisen lernte sie unter anderem den portugiesischen König Karl I., den russischen Zaren Nikolaus II. und den deutschen Kaiser Wilhelm II. kennen. Mit Wilhelm II. verband sie eine enge Freundschaft. Karl I. fertigte ein Pastellporträt von ihr an. Ihr Verhältnis zu ihrer Schwester Isabel und zu ihrem Neffen Alfonso XIII. blieb schwierig; Alfonso ließ sie schließlich für zehn Jahre ins Exil gehen.
Nachdem Eulalia die Kontrolle über ihr eigenes Vermögen erlangt hatte und die Verschwendung ihres ehemaligen Mannes nicht länger hinnehmen musste, verbrachte sie ihre letzten Lebensjahre in einer Villa in Irún. 1942 erhielt sie von General Franco ein lebenslang zur Verfügung gestelltes Auto mit Chauffeur. Eulalia starb am 8. März 1958 in Irún. Sie wurde im Pantheon der Infantinnen und Infanten im Kloster von San Lorenzo de El Escorial beigesetzt. Ihr Leben als königliche Außenseiterin, Reisende, Autorin und streitbare Angehörige der spanischen Dynastie machte sie zu einer ungewöhnlichen Gestalt innerhalb der spanischen Monarchie.
Quelle: Eulalia de Borbón (es, 171547866). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0