Person

Ferdinand Karl von Österreich-Este

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Geburt

  1. 01.06.1754

Tod

  1. 24.12.1806

Porträt von Ferdinand Karl von Österreich-Este
Bildnachweis

Portrait of Archduke Ferdinand Karl of Austria-Este (1754-1806)

Jean-Étienne Liotard

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Bildquelle: File:Archduke Ferdinand Karl of Austria-Este 1762 by Liotard.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Ferdinand Karl Anton von Habsburg-Lothringen wurde am 1. Juni 1754 im Schloss Schönbrunn bei Wien geboren und starb dort am 24. Dezember 1806. Er war Erzherzog von Österreich sowie königlicher Prinz von Ungarn und Böhmen. Als vierzehntes Kind und vierter Sohn Kaiser Franz’ I. und Maria Theresias gehörte er zu einer der mächtigsten Familien Europas. Zu seinen Geschwistern zählten unter anderem Marie-Antoinette, die spätere Königin von Frankreich, und Maria Karolina, Königin von Neapel und Sizilien. Ferdinand galt als unruhiges Kind und fürchtete besonders seine Mutter, die ihn häufig bestrafte. Eine Darstellung seiner Schwester Marie Christine zeigt ihn bei einer Züchtigung am Nikolaustag 1760. Gemeinsam mit seinem Bruder Maximilian Franz erhielt er von seinem Vater Münzprägemaschinen, damit die beiden den Wert des Geldes und die Arbeit zu dessen Erwerb kennenlernten. Von 1761 bis 1765 wurde Ferdinand wie mehrere seiner Brüder von dem österreichischen Juristen und Philosophen Karl Anton von Martini erzogen. Einen seiner ersten öffentlichen Auftritte hatte er 1760 bei der Hochzeit seines älteren Bruders Joseph, als er zusammen mit Marie-Antoinette und Maximilian Franz in einem Ballett tanzte. Seine Jugend fiel in die Zeit des Siebenjährigen Krieges. Maria Theresia versuchte vergeblich, Schlesien von Preußen zurückzugewinnen. Zugleich setzte sie auf eine Aussöhnung mit Frankreich und verband mehrere ihrer Kinder durch Ehen mit Angehörigen des Hauses Bourbon. Für Ferdinand spielte die dynastische Heiratspolitik zunächst keine zentrale Rolle, da seine älteren Brüder für wichtigere Nachfolgeregelungen vorgesehen waren. Nach dem Tod seines Bruders Karl Joseph im Jahr 1761 wurden diese Pläne jedoch geändert. Sein Bruder Peter Leopold wurde zum Erben der Toskana bestimmt, während Ferdinand an dessen Stelle die Verlobung mit Maria Beatrice d’Este übernahm. Maria Beatrice war die letzte Nachfahrin der Herzöge von Modena und Reggio. Ihr Vater, Herzog Ercole III., sollte die männliche Linie des Hauses Este fortsetzen, doch Ferdinand wurde als künftiger Nachfolger vorgesehen. Die Ehe beruhte auf den dynastischen Vereinbarungen zwischen den Häusern Habsburg-Lothringen und Este. Ferdinand heiratete Maria Beatrice am 15. Oktober 1771 in Mailand. Das Paar ließ sich im dortigen Königspalast nieder, wo seine Kinder geboren wurden. Mit dieser Verbindung begründeten beide die neue Linie Österreich-Este. Ferdinand wurde außerdem Gouverneur und Generalkapitän der österreichischen Lombardei; bis zu seiner Volljährigkeit übte Herzog Franz III. von Este dieses Amt in seinem Namen aus. Seit 1772 führte Ferdinand den Rang eines Feldmarschalls. Aus der Ehe gingen zehn Kinder hervor, darunter Marie-Thérèse, Marie-Léopoldine, Franz IV., Ferdinand, Maximilian, Karl Ambrosius und Marie-Louise. Seine Tochter Marie-Thérèse heiratete 1789 Viktor Emanuel von Savoyen, den Herzog von Aosta. Marie-Léopoldine wurde 1795 mit dem wesentlich älteren Kurfürsten Karl Theodor von Bayern und der Pfalz verheiratet. Die Verbindung sorgte wegen des Altersunterschieds von 52 Jahren für Aufsehen. Nach seinem Tod 1799 heiratete sie 1804 in morganatischer Ehe den Grafen Luigi d’Arco. Die jüngste Tochter Marie-Louise vermählte sich 1808, nach Ferdinands Tod, mit ihrem Cousin Franz I., dem Kaiser von Österreich. Die politischen Umwälzungen der Französischen Revolution trafen Ferdinand und seine Familie schwer. Den Prozess und die Hinrichtung Marie-Antoinettes empfanden er und Maria Beatrice als Verbrechen. Noch einschneidender war der Verlust ihrer italienischen Besitzungen. Das Herzogtum Modena wurde 1796 von französischen Truppen besetzt, 1797 in die Cisalpinische Republik eingegliedert und später Teil des von Napoleon beherrschten Königreichs Italien. Ferdinand und seine Frau mussten über Venedig und Triest nach Österreich fliehen und bei ihrem Neffen, Kaiser Franz II. des Heiligen Römischen Reiches, Zuflucht suchen. Dabei mussten sie ihren fürstlichen Lebensstil erheblich einschränken. Auch Ferdinands Schwiegervater verlor seine Staaten. Im Frieden von Lunéville erhielt Ercole III. 1801 als Entschädigung das von Frankreich eroberte Herzogtum Breisgau. Ferdinand verwaltete dieses Gebiet 1802 und 1803 stellvertretend für ihn. Als Ercole III. 1803 starb, wurde Ferdinand titulärer Herzog von Modena, Reggio und Mirandola sowie Herzog von Breisgau. Er konnte jedoch keines dieser Herrschaftsgebiete tatsächlich in Besitz nehmen. Nach der Schlacht von Austerlitz entzog der Frieden von Pressburg von 1805 den Breisgau und übertrug ihn an den mit Napoleon verbündeten Großherzog von Baden. Ferdinand behielt daraufhin nur die Ansprüche auf Modena, das weiterhin unter napoleonischer Herrschaft stand. Ferdinand starb 1806 in Schönbrunn und wurde in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt. Ein Jahr später lernte Kaiser Franz bei einem Kondolenzbesuch seine Cousine Marie-Louise kennen und heiratete sie 1808. Dadurch gelangte Ferdinands jüngste Tochter auf den österreichischen Kaiserthron. 1815 wurde sein Sohn Franz IV. als rechtmäßiger Erbe Ercole III. Herzog von Modena und Reggio. Ferdinands Witwe Maria Beatrice erhielt außerdem das Herzogtum Massa und Carrara zurück, dessen Herrscherin sie bereits seit 1790 war. Ferdinands Leben war damit trotz seiner Stellung als jüngerer Habsburger stark von dynastischen Verschiebungen, revolutionären Umbrüchen und dem Verlust seiner vorgesehenen Herrschaft geprägt.

Quelle: Ferdinand d'Autriche-Este (fr, 238458533). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0