Person

Elisabeth von Habsburg

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Geburt

  1. 1436

Tod

  1. 30.08.1505

Porträt von Elisabeth von Habsburg
Bildnachweis

Portrait of Queen Elisabeth of Austria (1436-1505) .

Anton Boys

bilddatenbank.khm.at

Bildquelle: File:Elżbieta Rakuszanka.JPG · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Elisabeth von Österreich, auch Elisabeth von Habsburg genannt, wurde Ende 1436 oder Anfang 1437 in Wien geboren und starb am 30. August 1505 in Krakau. Als Ehefrau des polnischen Königs Kasimir IV. war sie von 1454 bis 1492 Königin von Polen und Großfürstin von Litauen. Sie gehörte zu den prägenden Frauen des Hauses Habsburg und der Jagiellonen und spielte auch für die spätmittelalterliche Geschichte Ungarns eine bedeutende Rolle. Elisabeth war eine von drei Enkeln Kaiser Sigismunds und des ungarischen Königs, die das Erwachsenenalter erreichten. Nach dem Tod ihres Bruders Ladislaus Postumus und ihrer Schwester Anna erhob sie bis zu ihrem Lebensende Anspruch auf die Kronen von Ungarn und Böhmen. Ihre Abstammung verband sie sowohl mit dem Haus Habsburg als auch mit dem ungarischen Königshaus. Über ihre Mutter Elisabeth von Luxemburg war sie in weiblicher Linie eine Nachfahrin des ungarischen Königs Béla IV.; auch über ihre Großmutter Barbara von Cilli führte ihre Herkunft auf das Árpádenhaus zurück. Schon kurz nach ihrer Geburt wurde über eine Verbindung mit Kasimir, dem zweitgeborenen Sohn des polnischen Königs Władysław II. Jagiełło, gesprochen. Frühere Verhandlungen scheiterten jedoch mehrfach an politischen Bedingungen, am Tod Kaiser Sigismunds und am Gegensatz zwischen den beteiligten Parteien. Elisabeth kam Anfang 1439 aus Wien nach Ungarn, begleitet von ihrer Amme Helena Kottanner. Dadurch erlebte sie schon als kleines Kind das bewegte politische Leben am ungarischen Hof. Kottanner, die für ihre Erziehung und Betreuung zuständig war, hinterließ später eine anschauliche Darstellung jener Jahre. Nach dem Tod Elisabeths Vaters, König Albrecht II., am 27. Oktober 1439 verschärfte sich der Streit um die ungarische Thronfolge. Ihre Mutter, die Königin Elisabeth von Luxemburg, versuchte, die Ansprüche ihres nach Albrechts Tod geborenen Sohnes Ladislaus zu sichern. In dieser Auseinandersetzung wurde 1440 sogar die Heilige Krone aus der Burg von Visegrád entwendet. Elisabeth und ihr jüngerer Bruder mussten schließlich Ungarn verlassen. Der Abschied von ihrer Mutter fiel unter schwierigen und von politischen Unruhen geprägten Umständen. Am 13. Dezember 1442 wurde in Győr eine Vereinbarung getroffen, nach der Elisabeth Kasimir, den jüngeren Bruder des polnischen Königs Władysław III., heiraten sollte. Ihre Schwester Anna sollte mit Władysław verbunden werden. Der frühe Tod Władysławs im Jahr 1444 verhinderte jedoch diese doppelte Verbindung. Erst 1454 wurde Elisabeths Ehe verwirklicht; Kasimir war inzwischen als Kasimir IV. König von Polen. Die Hochzeit erwies sich als eine der erfolgreichsten politischen Verbindungen der polnischen Jagiellonenzeit. Aus der Ehe gingen dreizehn Kinder hervor, von denen elf das Erwachsenenalter erreichten. Vier ihrer Söhne wurden Könige, ein weiterer schlug eine kirchliche Laufbahn ein. Ihr Sohn Kasimir wurde später heiliggesprochen und gehört bis heute zu den Heiligen der römisch-katholischen Kirche. Zu ihren Kindern zählten außerdem Władysław, der als Władysław II. König von Ungarn und Böhmen wurde, Johann Albrecht und Alexander, die nacheinander Könige von Polen und Großfürsten von Litauen waren, sowie Sigismund, der später ebenfalls diese Herrschaften regierte. Ihre Tochter Hedwig heiratete den bayerischen Herzog Georg den Reichen. Von ihren dreizehn Kindern überlebten allerdings nur sechs ihre Mutter. Elisabeth betrachtete Matthias Corvinus, der 1458 den ungarischen Thron bestieg, als Usurpator. Nach dem Tod ihres Bruders Ladislaus im Jahr 1457 und ihrer Schwester Anna 1462 sah sie sich selbst als rechtmäßige Erbin Ungarns und bemühte sich, den Thron für einen ihrer Söhne zu gewinnen. Sie widersetzte sich auch wiederholt den Plänen, ihre Tochter Hedwig mit Matthias Corvinus zu verheiraten. Damit verhinderte sie, dessen Schwiegermutter zu werden. Zugleich setzte sie ihre politischen Ziele langfristig durch: Nach Matthias’ Tod bestieg ihr ältester Sohn 1490 als Władysław II. den ungarischen Thron. Mit ihm begann die Jagiellonenzeit in Ungarn. Auch im hohen Alter blieb Elisabeth eng mit den politischen und dynastischen Erwartungen ihrer Familie verbunden. Im Sommer 1503 schrieb sie ihrem Sohn Władysław, der inzwischen König von Ungarn und Böhmen war, anlässlich der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes. In ihrem lateinischen Brief gab sie ihm und seiner Frau Anna Ratschläge zur Erziehung des erwarteten Kindes. Besonders hoffte sie auf einen männlichen Erben, da bis dahin keiner ihrer sechs erwachsenen Söhne einen legitimen Sohn hatte. Geboren wurde zunächst jedoch eine Tochter, Anna. Den späteren Sohn Ludwig, der im Jahr nach Elisabeths Tod zur Welt kam, erlebte sie nicht mehr. Elisabeth starb 1505 im Alter von 68 Jahren in Krakau. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits Urgroßmutter. Zwei Urenkel, die noch zu ihren Lebzeiten geboren wurden und sie überlebten, stammten von ihrer Tochter Hedwig und deren Tochter Elisabeth ab. Ihr Leben war durch dynastische Ansprüche, politische Konflikte und die Interessen einer weit verzweigten Herrscherfamilie geprägt. Als Habsburgerin, polnische Königin und Mutter mehrerer Könige verband sie die politischen Traditionen Mitteleuropas und beeinflusste die Thronfolge in Ungarn und Böhmen noch über ihren Tod hinaus.

Quelle: Habsburg Erzsébet magyar hercegnő (hu, 29242978). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0