Person
Elisabeth von Luxemburg
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
28.02.1409
07.10.1409
Tod
19.12.1442
Biografie
Elisabeth von Luxemburg wurde am 7. Oktober 1409 in Visegrád als einzige Tochter und einziges bis zum Erwachsenenalter lebendes Kind des ungarischen Königs und späteren römisch-deutschen Kaisers Sigismund und der Königin Barbara von Cilli geboren. Von ihrer Geburt an galt sie als Erbin der Königreiche Ungarn und Böhmen. Ihre Abstammung verband sie mit dem Haus Luxemburg, das seit 1310 in Böhmen herrschte und zeitweise auch die deutsche Königswürde sowie die römisch-deutsche Kaiserwürde innehatte. Über ihre väterliche und mütterliche Linie war Elisabeth außerdem mit dem ungarischen Árpádenhaus verbunden.
Sigismund verlobte seine damals zweijährige Tochter am 7. Oktober 1411 in Pressburg mit dem vierzehnjährigen österreichischen Herzog Albrecht von Habsburg. Die Verbindung wurde ohne Zustimmung der ungarischen Stände vereinbart und zunächst vor allem von den österreichischen und deutschen Kanzleien bekannt gemacht. 1419 geriet Elisabeth gemeinsam mit ihrer Mutter in eine schwere familiäre Krise. Sigismund ließ Barbara wegen des Verdachts des Ehebruchs aus dem königlichen Umfeld verbannen. Mutter und Tochter mussten in der Nähe von Großwardein unter schwierigen Bedingungen leben, bis es zu einer Aussöhnung der Eltern kam. Dabei spielte Elisabeth, die Sigismund besonders liebte, eine wichtige Rolle.
Am 28. September 1421 wurde Elisabeth in Pressburg mit Albrecht verheiratet. Sie war zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt. Die Ehe war wegen der engen Verwandtschaft der beiden zunächst kirchenrechtlich nicht vollständig abgesichert; die erforderliche päpstliche Dispens wurde erst später eingeholt, als Elisabeth ihr erstes Kind erwartete. Die Ehe verband die luxemburgische Erbansprüche mit der Macht des Hauses Habsburg. Als Mitgift erhielt Elisabeth 100.000 Goldstücke, die Sigismund jedoch unmittelbar zurückforderte. Zusätzlich nahm er von seinem Schwiegersohn ein Darlehen für den Krieg gegen die Hussiten auf.
Die Geburt von Kindern ließ lange auf sich warten. Erst nach zehn Jahren Ehe brachte Elisabeth am 12. April 1432 in Wien ihre Tochter Anna zur Welt. Da Anna ein Mädchen war, konnte sie in Österreich nicht erben; in Ungarn stand sie hinter ihrer Mutter in der Thronfolge. Am 16. Februar 1435 gebar Elisabeth einen Sohn, Georg. Der erhoffte männliche Erbe starb jedoch bereits drei Stunden nach seiner Geburt. Zwei Jahre später kam in Wien eine zweite Tochter zur Welt, die ebenfalls Elisabeth hieß. Am 22. Februar 1440 wurde schließlich in Komorn ein lebensfähiger Sohn geboren: Ladislaus, der später als Ladislaus Postumus bekannt wurde.
Nach Sigismunds Tod im Dezember 1437 wählten die ungarischen Stände nicht Elisabeth, die rechtmäßige Erbin, sondern ihren Ehemann Albrecht zum König. Gemeinsam wurden beide am 1. Januar 1438 gekrönt. Während Albrecht vom Erzbischof von Gran gekrönt wurde, erhielt Elisabeth die Krönung durch den Bischof von Wesprim. Damit wurde ihre Stellung als Königin, nicht als alleinige Herrscherin, sichtbar gemacht. Dennoch gewann sie zunehmend politischen Einfluss, da Albrecht häufig außerhalb des Landes war. Bei einem unruhigen Landtag in Buda im Jahr 1439 setzte Elisabeth ihre Erbrechte durch. Sie wurde zur Erbin ihres Mannes erklärt und dadurch faktisch zu seiner Mitregentin.
Als Albrecht am 27. Oktober 1439 starb, war Elisabeth mit ihrem vierten Kind schwanger. Sie übernahm nun selbst die Ausübung der königlichen Rechte und sollte nach dem Willen vieler Stände erneut heiraten. Wegen der drohenden polnischen Gefahr luden die ungarischen Stände jedoch den polnischen König Władysław III. auf den ungarischen Thron ein. Elisabeth stimmte einer möglichen Ehe mit ihm nur unter Druck und zum Schein zu. Die Geburt ihres Sohnes Ladislaus im Februar 1440 veränderte die Lage grundlegend: Von nun an regierte Elisabeth im Namen des Kindes und zog ihre Zustimmung zur Verbindung mit Władysław zurück.
Um die Thronansprüche ihres Sohnes zu sichern, ließ Elisabeth die Heilige Krone aus der Burg von Visegrád bringen. Ihre Hofdame Helena Kottanner, die Amme ihrer jüngeren Tochter, entwendete die Krone in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 1440 und brachte sie nach Komorn. Am 15. Mai ließ Elisabeth ihren erst wenige Monate alten Sohn in Stuhlweißenburg durch den Erzbischof von Gran zum ungarischen König krönen. Władysław konnte jedoch seinen Anspruch ebenfalls durchsetzen und zog am 21. Mai in Buda ein. Dadurch begann ein Bürgerkrieg, der das Land spaltete.
Elisabeth kontrollierte mit ihren Söldnertruppen, die von Jan Giskra geführt wurden, nur noch die westlichen und nördlichen Landesteile. Die Entwendung der Krone isolierte sie politisch; frühere Anhänger wie der Palatin Lorenz Hédervári und der Banus Ladislaus Garai wandten sich von ihr ab. Elisabeth musste mit ihrem Sohn und der Krone schließlich nach Pressburg fliehen und den kleinen Ladislaus sowie die Krone dem späteren Kaiser Friedrich III. überlassen. Zugleich setzte sie Giskra in Oberungarn ein und lehnte mehrere Vermittlungsversuche ab.
Der Thronstreit zog sich trotz überwiegend kleinerer Gefechte bis 1442 hin. Auf Vermittlung von Papst Eugen IV. und dessen Gesandtem Giuliano Cesarini kam es schließlich zu Verhandlungen. Elisabeth und Władysław trafen am 25. November 1442 persönlich in Raab zusammen und schlossen am 13. Dezember Frieden. Die Vereinbarung bewahrte die Rechte ihres Sohnes, erkannte aber zugleich Władysławs Herrschaft an. Außerdem wurde Elisabeths ältere Tochter Anna mit Władysław verlobt, während die jüngere Elisabeth den Bruder des polnischen Königs, Kasimir, heiraten sollte.
Nur sechs Tage nach dem Friedensschluss, am 19. Dezember 1442, starb Elisabeth überraschend in Raab. Sie wurde in Stuhlweißenburg bestattet. Von den geplanten dynastischen Verbindungen wurde später nur die Ehe ihrer jüngeren Tochter mit Kasimir verwirklicht. Elisabeths kurzer Lebensweg war eng mit den Erbansprüchen der Häuser Luxemburg und Habsburg, den politischen Spannungen zwischen Krone und Ständen sowie dem Kampf um die Nachfolge im ungarischen Königreich verbunden.
Quelle: Luxemburgi Erzsébet magyar királyné (hu, 29243841). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0