Person

Blanca de Borbón

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Geburt

  1. 07.09.1868

Tod

  1. 25.10.1949

Porträt von Blanca de Borbón
Bildnachweis

Blanka von Castilien, Prinzessin von Bourbon

Unknown author Unknown author

Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv Austria, Inventarnr.

Bildquelle: File:Blanka von Castilien, Prinzessin von Bourbon.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Blanche de Bourbon wurde am 7. September 1868 in Graz als älteste Tochter von Charles de Bourbon, Herzog von Madrid, und Marguerite von Parma geboren. Ihr Vater erhob als „Charles XI.“ Anspruch auf den französischen Thron und als „Carlos VII.“ auf den spanischen; ihre Mutter stammte aus dem Haus Bourbon-Parma. Blanche entstammte damit einer weitverzweigten europäischen Fürstenfamilie und war zugleich mit den Häusern Bourbon, Parma, Habsburg-Lothringen und Modena verbunden. Zu ihren nahen Verwandten gehörten mehrere abgesetzte oder Thron beanspruchende Monarchen. Ihr Bruder Jacques wurde später ebenfalls legitimistischer und carlistischer Thronprätendent. Blanches Kindheit war von politischen Unruhen und dem Leben im Exil geprägt. Während des Dritten Carlistenkriegs kämpfte ihr Vater erfolglos um die spanische Krone. Blanche wuchs deshalb unter anderem in Pau, Elizondo, Passy und Paris auf. 1880 empfing sie in Paris ihre erste Kommunion; im selben Jahr trennten sich ihre Eltern. Als ihr Vater 1881 aus Frankreich ausgewiesen wurde, zog ihre Mutter mit Blanche und den Schwestern nach Italien. Die Familie lebte auf dem Landgut Tenuta Reale bei Viareggio und in Frohsdorf. Blanche besuchte mit ihren Schwestern eine katholische Schule in Florenz. Sie spielte Mandoline, interessierte sich für Pferde und Geschichte und beherrschte zumindest teilweise Französisch, Spanisch, Englisch, Deutsch und Ungarisch. Zeitgenossen beschrieben sie als außergewöhnlich schön, selbstbewusst und bisweilen hochmütig, zugleich aber auch als herzlich. Ihre Mutter bemühte sich früh um eine standesgemäße Ehe. Sie hoffte, Blanche mit dem spanischen König Alfons XII. zu verheiraten; dieses Vorhaben wurde jedoch vor allem durch den Widerstand von Blanches Vater verhindert. Nach ihrem Eintritt in die Gesellschaft 1886 wurde Blanche in Wien als besonders eindrucksvolle junge Prinzessin wahrgenommen. Zwei Bewerber interessierten sich schließlich für sie: der portugiesische Thronprätendent Miguel von Braganza und Erzherzog Leopold Salvator von Österreich-Toskana, ein aus seiner Herrschaft vertriebener toskanischer Prinz. Obwohl die Verbindung mit Miguel politisch und dynastisch angesehener erschien, entschied sich Blanche für Leopold Salvator. Kaiser Franz Joseph I. stimmte der Ehe zu, obwohl die spanische Regentin zunächst dagegen war. Das Paar verlobte sich am 30. Oktober 1888 in der Kapelle von Schloss Frohsdorf. Die Hochzeit fand dort am 24. November 1889 in Anwesenheit zahlreicher Mitglieder europäischer Fürstenhäuser und des Hochadels statt. Nach einer ausgedehnten Hochzeitsreise in den Orient ließ sich das Paar in Wien im Palais Toskana nieder, der Residenz von Leopolds Eltern. Wegen Leopolds militärischer Aufgaben hielt sich die Familie auch häufig in Galizien und Kroatien auf. Besonders in Zagreb, wo sie sechs Jahre lebten, wurden Blanche und ihr Mann sehr beliebt. Die enge Verbindung zur kroatischen Bevölkerung trug später dazu bei, dass Leopold Salvator 1919 als Anwärter auf den kroatischen Thron galt und Blanche den entsprechenden Höflichkeitstitel einer Königin von Kroatien führte. Blanche und Leopold Salvator hatten zehn Kinder: Dolores, Marie-Immaculée, Margarete, Rainier, Leopold, Marie-Antoinette, Anton, Assunta, Franz Joseph und Karl Pius. Die Erzherzogin war ihren Kindern eng verbunden, trat ihnen gegenüber aber auch besitzergreifend und streng auf. Sie las ihnen Geschichten vor und wechselte dabei zwischen Französisch, Deutsch und Spanisch, um ihre Sprachkenntnisse zu fördern. Im Familienalltag wurde meist Französisch gesprochen, während die Kinder Deutsch vollständig beherrschten. Blanche widmete sich neben ihrer Familie dem katholischen Glauben und karitativen Aufgaben. Während des Ersten Weltkriegs war sie Schirmherrin einer Hilfe für Witwen und Waisen; gemeinsam mit mehreren Töchtern arbeitete sie außerdem in Krankenhäusern. 1901 gehörte sie zu den ersten Frauen der österreichischen Hocharistokratie, die mit einem Ballon flogen. Der Erste Weltkrieg veränderte ihr Leben grundlegend. Der Zusammenbruch der Habsburgermonarchie führte 1918 zur Abdankung Kaiser Karls I. und zur Auflösung der alten politischen Ordnung. Blanche, ihr Mann und die meisten ihrer Kinder verließen Österreich und gingen 1919 mit Genehmigung des spanischen Königs Alfons XIII. nach Barcelona. Dort lebte die ehemals wohlhabende Familie deutlich bescheidener. Sie beschäftigte nicht mehr zahlreiche Bedienstete, sondern musste sich teilweise selbst um den Haushalt kümmern. Der Lebensunterhalt wurde durch Leopolds militärische Pensionen und den Verkauf von Schmuck gesichert. Während des spanischen Exils heirateten mehrere Kinder. Besonders bedeutend war die Ehe ihres Sohnes Anton mit Ileana, einer Tochter des rumänischen Königs Ferdinand. Auch die übrigen Kinder gingen Verbindungen mit spanischen, italienischen, amerikanischen und anderen europäischen Partnern ein. Blanche blieb dabei eine energische und einflussreiche Mutter. Sie legte großen Wert auf die Wahrung des familiären Rangs, akzeptierte jedoch auch Ehen, die nicht allen dynastischen Erwartungen entsprachen. Nach dem Tod ihres Mannes im September 1931 kehrte Blanche nach Wien zurück und bezog wieder das inzwischen in Wohnungen aufgeteilte Palais Toskana. Im selben Jahr starb auch ihr Bruder Jacques, dessen Beisetzungen sie in Paris und Italien besuchte. 1932 übergab sie gemeinsam mit ihren Schwestern dem französischen Staat historische Erinnerungsstücke aus dem Besitz des Hauses Bourbon. Der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland brachte eine neue Bedrohung. Blanche weigerte sich, die Hakenkreuzflagge auf dem Palais zu hissen. Daraufhin wurden sie und ihre Kinder Dolores und Karl Pius in der Wohnung eingeschlossen; über ihrer Tür wurde eine große Hakenkreuzfahne angebracht. 1938 floh Blanche mit ihren Kindern und deren Angehörigen über Triest nach Viareggio. Später ging sie weiter nach Brasilien und Argentinien. Sie verurteilte öffentlich die nationalsozialistische Herrschaft und warf Hitler vor, alte Traditionen sowie Religion und Kirche zu verfolgen. Nach dem Krieg kehrte Blanche nach Italien zurück. Aus Sorge über die politische Entwicklung in Rumänien blieb sie in Viareggio, während ihr Sohn Anton und dessen Frau Ileana noch einige Jahre in Rumänien lebten. Blanche starb am 25. Oktober 1949 im Alter von 81 Jahren auf dem Gut Tenuta Reale. Sie wurde in der dortigen Kapelle beigesetzt, in der auch ihre Mutter, mehrere Geschwister und weitere Angehörige ihrer Familie ruhen.

Quelle: Blanche de Bourbon (1868-1949) (fr, 239525508). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0