Person

Anton Habsburg-Lothringen

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Geburt

  1. 20.03.1901

Tod

  1. 22.10.1987

Porträt von Anton Habsburg-Lothringen
Bildnachweis

Archduke Anton Austria-Tuscany

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Bildquelle: File:Archduke Anton Austria-Tuscany.png · Lizenz: Public domain

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Biografie

Anton von Österreich, mit vollem Namen Anton Maria Franz Leopold Blanka Karl Joseph Ignatius Raphael Michael Margareta Nicetas von Habsburg-Lothringen, wurde am 20. März 1901 in Wien geboren und starb am 21. Juni 1986 in Salzburg. Er war ein österreichischer Erzherzog aus der toskanischen Linie des Hauses Habsburg-Lothringen. Anton war das dritte von zehn Kindern des Erzherzogs Leopold Salvator von Österreich-Toskana und dessen Ehefrau, der spanischen Infantin Blanca. Bei seiner Taufe erhielt er den Titel „Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit Erzherzog von Österreich, Prinz von Ungarn, Böhmen und der Toskana“. Seine Familie gehörte zu den wohlhabenden Häusern des alten österreichischen Adels. Sie besaß den Toskanischen Palast und Schloss Wilhelminenberg bei Wien und verbrachte die Sommer gewöhnlich in Italien, wo Blanca eine Villa in Viareggio besaß. Anton wuchs in einem Umfeld auf, das durch weitreichende dynastische Verbindungen geprägt war: Die Vorfahren seines Vaters hatten in Österreich, der Toskana und im Königreich beider Sizilien geherrscht, während seine mütterliche Familie mit den Herrscherhäusern Spaniens, Frankreichs und Parmas verbunden war. Er erhielt eine umfassende Ausbildung und interessierte sich schon früh für technische Neuerungen. Besonders faszinierten ihn die damals noch junge Telegrafie und der Funkverkehr. Während des Ersten Weltkriegs hörte er Funksprüche gegnerischer Staaten ab und schrieb die darin übermittelten Zahlenfolgen mit. Diese Informationen leitete er an den militärischen Nachrichtendienst Österreich-Ungarns weiter. Zu den von ihm abgehörten Stationen gehörten Sender, die unter den Bezeichnungen FL für den Eiffelturm in Paris, ICI für Cotonou und MSK für Moskau bekannt waren. Der Zusammenbruch des österreichischen Kaiserreichs veränderte das Leben der Familie grundlegend. Anton lebte zunächst mit seinen Eltern in Spanien. Dort hatte die Familie aus dem Verkauf von Schmuck kleinere Wohnungen erworben. Während des Zweiten Weltkriegs diente Anton bis 1944 als Pilot in der deutschen Wehrmacht. Am 26. Juli 1931 heiratete er Prinzessin Ileana von Rumänien, die jüngste Tochter des rumänischen Königs Ferdinand I. und seiner Frau Maria. Ileana war über ihre Mutter eine Enkelin der britischen Königin Victoria und des russischen Kaisers Alexander II. Die Ehe war von Ileanas Bruder, König Karl II. von Rumänien, arrangiert worden. Karl II. missfiel die große Popularität seiner Schwester. Nach der Hochzeit erklärte er, das rumänische Volk werde Habsburger auf rumänischem Boden nicht hinnehmen, sodass das junge Paar Rumänien verlassen musste. Anton und Ileana lebten zunächst in München und Mödling. Außerdem gehörte ihnen Schloss Sonnbergstuben in Niederösterreich. Während des Krieges und in den folgenden Jahren war ihr Leben von den politischen Umbrüchen Europas geprägt. Nach dem Krieg zog Anton zu seiner Frau und den Kindern auf Schloss Bran, wo Ileana mit der Familie lebte. Als König Michael I. am 30. Dezember 1947 abdanken musste, war die Familie gezwungen, Rumänien zu verlassen. Sie ging zunächst in die Schweiz, anschließend nach Argentinien und Anfang der 1950er Jahre in die Vereinigten Staaten. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Der älteste Sohn Stephan wurde 1932 geboren. Es folgten Maria Ileana, Alexandra, Dominik sowie Maria Magdalena und Elisabeth. Die Kinder heirateten später in verschiedene adlige und bürgerliche Familien ein. Maria Ileana kam 1959 gemeinsam mit ihrem Ehemann bei einem Flugzeugunglück in Brasilien ums Leben; ihre Tochter überlebte. Alexandra war zunächst mit Herzog Eugen Eberhard von Württemberg verheiratet, die Ehe wurde 1972 geschieden, und sie heiratete im folgenden Jahr erneut. Dominik erhielt 2006 vom rumänischen Parlament die Besitzrechte an Schloss Bran. Maria Magdalena und Elisabeth gingen jeweils sogenannte morganatische Ehen ein, also Verbindungen, die nicht dem Rang des Hauses entsprachen. Die Ehe zwischen Anton und Ileana wurde am 29. Mai 1954 geschieden. Ileana heiratete noch im selben Jahr den Arzt Stefan Nicolai Issarescu; auch diese Ehe endete mit einer Scheidung. 1961 trat sie in ein Kloster ein und starb 1991 in den Vereinigten Staaten. Nach der Scheidung kehrte Anton nach Österreich zurück und blieb dort bis zu seinem Tod. Er lebte zuletzt in der Villa Minola, die nach seinem Tod verkauft und von den neuen Eigentümern in Villa Mitzi umbenannt wurde. Für seine Herkunft und seinen Rang erhielt er mehrere bedeutende Auszeichnungen, darunter den Orden vom Goldenen Vlies der österreichisch-ungarischen Monarchie, den preußischen Schwarzen Adlerorden und den bayerischen Hubertusorden. Sein Leben verband damit die letzten Jahre der Habsburgermonarchie, die politischen Erschütterungen zweier Weltkriege und die schwierige Neuorientierung europäischer Adelsfamilien nach dem Ende ihrer früheren Herrschaftsordnung.

Quelle: Антон Австрийский (ru, 153036704). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0