Biografie
Diego Félix von Österreich wurde am 15. August 1575 in Madrid geboren und gehörte dem spanischen Zweig der Habsburger an. Er war der zweite Sohn von Philipp II., König von Spanien und später auch von Portugal, und dessen vierter Ehefrau, Anna von Österreich. Die Ehe seiner Eltern war dynastisch besonders eng: Philipp und Anna waren leiblicher Onkel und Nichte. Dadurch stammte Diego aus einer der mächtigsten Herrscherfamilien Europas. Zu seinen Großeltern väterlicherseits gehörten Karl I. von Spanien und Isabella von Portugal, auf mütterlicher Seite waren es Kaiser Maximilian II. und Maria von Spanien.
Diegos Geburt erfolgte in einer für seine Familie schwierigen Zeit. Sein älterer Bruder Karl Lorenz war kurz zuvor gestorben, und zunächst galt Ferdinando, ein weiterer älterer Bruder, als Thronfolger. Königin Anna erklärte später, die Geburt Diegos habe ihr helfen sollen, den Schock und die Trauer über den Verlust ihres Sohnes zu überwinden. Diego wuchs somit in einer Familie auf, in der persönliche Schicksalsschläge eng mit den politischen Anforderungen einer europäischen Monarchie verbunden waren.
Als Ferdinando 1578 starb, wurde Diego im Alter von drei Jahren zum neuen Erben der spanischen Krone. Am 1. März 1580 erklärte Philipp II. ihn in Madrid offiziell zum Fürsten von Asturien, dem traditionellen Titel des spanischen Thronfolgers. Der Dichter Cristóbal de Virués verfasste zu diesem Anlass ein Sonett. Im selben Jahr veränderte sich Diegos dynastische Stellung erneut: Philipp II. wurde König von Portugal, wodurch Diego auch zum portugiesischen Thronfolger wurde. Von 1580 bis zu seinem Tod trug er daher neben dem Titel des Fürsten von Asturien auch den des Fürsten von Portugal.
Die Verbindung mit Portugal hatte für Philipp II. große politische Bedeutung. Der König plante, Diego eines Tages mit einer Tochter des Herzogs Johann von Braganza und dessen Ehefrau, der Herzogin Katharina von Portugal, zu verheiraten. Eine solche Ehe hätte die Beziehungen zu den portugiesischen Adelskreisen stärken können, doch der Plan wurde wegen Diegos frühem Tod nicht verwirklicht. Philipp ließ seinen Sohn außerdem Portugiesisch lernen, damit dieser später mit portugiesischen Adeligen und Ministern verhandeln konnte.
Diego verlor seine Mutter früh. Anna von Österreich starb im Alter von nur 30 Jahren auf dem Weg nach Portugal, während Philipp II. seine Reise fortsetzte und Lissabon erreichte. Die Betreuung des kleinen Prinzen übernahmen daraufhin vor allem seine älteren Halbschwestern Isabella Clara Eugenia und Katharina Michaela. Sie stammten aus der dritten Ehe Philipps II. mit Elisabeth von Valois, die bereits sieben Jahre vor Diegos Geburt im Kindbett gestorben war.
Philipp II. soll besonders stolz auf Diego gewesen sein. Der Prinz galt schon als Kind als ungewöhnlich aufnahmefähig und lernte nach den Angaben der überlieferten Biografie sehr früh. Mit zwei Jahren soll er bereits fließend Spanisch gesprochen haben. Im Alter von fünf Jahren beherrschte er außerdem das Schreiben und Lesen und konnte tanzen. Diese Fähigkeiten waren nicht nur Ausdruck einer sorgfältigen höfischen Erziehung, sondern sollten ihn auch auf seine künftige Rolle als Herrscher vorbereiten. 1582 ließ der König seinem Sohn durch Francisco de Mascarenhas, den Vizekönig von Indien, sogar einen Elefanten als Geschenk bringen.
Trotz seiner Stellung als Erbe bestieg Diego niemals einen Thron. Gegen Ende des Jahres 1582 erkrankte er an den Pocken und starb am 21. November in Madrid im Alter von sieben Jahren. Sein Tod war für die spanische Monarchie ein schwerer dynastischer Rückschlag. Philipp II. musste nun seinen letzten Sohn, den Prinzen Philipp, zum Thronfolger bestimmen. Dieser war zu diesem Zeitpunkt noch sehr jung und gesundheitlich schwach. Aus Sorge um das Überleben der königlichen Kinder ordnete der König an, dass im Marienkathedrale von Saragossa ununterbrochen für ihre Gesundheit gebetet werde.
Philipp II. starb 1598. Sein Sohn bestieg als Philipp III. den spanischen Thron, und unter ihm setzte sich die habsburgische Linie in Spanien fort. Diego selbst blieb dagegen eine kurze, aber politisch bedeutsame Gestalt: Als früh verstorbener Erbe stand er für die dynastischen Hoffnungen, mit denen Philipp II. die Herrschaft über Spanien und Portugal dauerhaft miteinander verbinden wollte.
Quelle: დიეგო ავსტრიელი (ka, 4952756). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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