Person
Ferdinand von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
04.12.1571
Tod
18.10.1578
Biografie
Ferdinand von Österreich, Fürst von Asturien, wurde am 4. Dezember 1571 in Madrid geboren und starb dort am 18. Oktober 1578 im Alter von sechs Jahren. Er war der zweite überlebende Sohn des spanischen Königs Philipp II. und der erste Sohn aus dessen Ehe mit Anna von Österreich, seiner vierten Ehefrau. Seine Geburt besaß für die spanische Monarchie besondere Bedeutung, da die Frage der Thronfolge zuvor von schweren Schicksalsschlägen geprägt gewesen war.
Philipps ältester Sohn Don Carlos, der aus seiner ersten Ehe mit Maria von Portugal stammte, war psychisch instabil und galt als ungeeignet für die Regierung. Er war bereits drei Jahre vor Ferdinands Geburt gestorben. Auch aus den beiden folgenden Ehen des Königs hatte Philipp keinen weiteren überlebenden Sohn. Mit Elisabeth von Valois, seiner dritten Ehefrau, hatte er zwar zwei Töchter, Isabella Clara Eugenia und Katharina Michaela, doch Elisabeth war wie Maria von Portugal bei einer Geburt gestorben. Seine zweite Ehefrau, Maria I. von England, war kinderlos geblieben. Ferdinands Geburt wurde deshalb als große Erleichterung und als Zeichen göttlicher Gnade empfunden. Aus Dankbarkeit ließ Philipp Gefangene frei; dieses Ereignis wurde auch in einem Gemälde Tizians festgehalten.
Ferdinand wuchs in einer großen, von hoher Kindersterblichkeit geprägten königlichen Familie auf. Nach ihm bekamen Philipp II. und Anna von Österreich vier weitere Kinder: Karl Laurenz, der 1573 geboren wurde, Diego im Jahr 1575, Philipp im Jahr 1578 und Maria im Jahr 1580. Maria starb bei ihrer Geburt, die bei Anna zu Herzversagen führte. Wie es den Verpflichtungen des Hofes und den Bräuchen der Zeit entsprach, lebten die Kinder nicht ständig bei ihren Eltern, sondern wurden getrennt von ihnen erzogen. Diese Distanz konnte den Eindruck erwecken, Philipp und Anna seien ihren Kindern gegenüber gleichgültig gewesen. Möglicherweise schützten sie sich auf diese Weise auch vor einer allzu engen Bindung, weil der frühe Tod von Kindern damals häufig vorkam und für Eltern eine kaum erträgliche Erfahrung sein konnte.
Dennoch wird Philipp II. trotz des später verbreiteten Bildes eines grausamen Tyrannen als liebevoller und aufmerksamer Vater beschrieben. Er kaufte seinen Kindern Puppen, Miniaturen und anderes Spielzeug. Während seines Aufenthalts in Portugal in den Jahren 1581 und 1582 schrieb er seinen älteren Töchtern regelmäßig, erkundigte sich nach ihrer Gesundheit und ihrem Lernerfolg und brachte ihnen bei seiner Rückkehr zahlreiche Süßigkeiten und Konfitüren mit. Diese Zeugnisse geben einen Einblick in seine persönliche Beziehung zu seinen Kindern und widersprechen dem einseitigen Bild, das von ihm in der sogenannten Schwarzen Legende gezeichnet wurde.
Im Sommer 1578 hielt sich Ferdinand in der Stadt Galapagar auf, als er schwer an Ruhr erkrankte. Die Ärzte konnten sich nicht darauf einigen, welche Behandlung am besten geeignet sei. Philipp, der sich in Madrid aufhielt und den Zustand seines Sohnes aufmerksam verfolgen ließ, riet ihm, Tortillas zu essen. Zunächst schien sich Ferdinand allmählich zu erholen. Doch nach drei Tagen verschlechterte sich sein Zustand erneut, und er starb kurz darauf.
Mit Ferdinands Tod ging der Titel des Fürsten von Asturien auf seinen jüngeren Bruder Diego über. Auch Diego starb jedoch bereits vier Jahre später an den Pocken. Von den Kindern Annas von Österreich überlebte nur der jüngste Sohn, der ebenfalls Philipp hieß, die frühe Kindheit. Er folgte seinem Vater 1598 auf den spanischen Thron. Ferdinands kurzes Leben stand damit im Zusammenhang einer von Krankheit, dynastischen Sorgen und hoher Kindersterblichkeit geprägten Epoche, in der die Geburt jedes männlichen Thronerben für die Stabilität der Monarchie von großer Bedeutung war.
Quelle: Фердинанд (принц Астурийский) (ru, 151030595). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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Kinder
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Partnerinnen und Partner
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