Biografie
Albrecht VI. von Bayern wurde am 26. Februar 1584 in München als neuntes von zehn Kindern Herzog Wilhelms V. von Bayern und dessen Frau Renata von Lothringen geboren. Er entstammte dem herzoglichen Haus Wittelsbach. Sein Leben war eng mit der bayerischen Dynastie, ihrer katholischen Politik im Heiligen Römischen Reich und den Machtverhältnissen während des Dreißigjährigen Krieges verbunden.
Im Jahr 1612 heiratete Albrecht Mechthilde von Leuchtenberg, die letzte Gräfin aus dem Geschlecht der Landgrafen von Leuchtenberg. Durch diese Ehe wurde er selbst Landgraf von Leuchtenberg. Schon bald führte er die Bezeichnungen Herzog von Leuchtenberg oder Herzog von Bayern-Leuchtenberg. Dieses Herrschaftsgebiet stand von 1612 bis 1650 unter seiner Leitung. Albrecht regierte dabei als Herzog in Bayern, nicht als Herzog von Bayern, eine Unterscheidung, die den besonderen Rang seiner Stellung innerhalb des Hauses Wittelsbach widerspiegelte.
Albrechts politische Umgebung wurde vor allem durch die Entscheidungen seines Vaters und seines älteren Bruders Maximilian geprägt. Sein Vater Wilhelm V. hatte im sogenannten Kölner Krieg verhindert, dass das Erzstift Köln protestantisch wurde. Dadurch konnten die Wittelsbacher den Kölner Erzbischof und Kurfürsten künftig selbst bestimmen und bevorzugt Mitglieder ihrer eigenen Familie in dieses Amt bringen. Diese Verbindung von dynastischer Politik und katholischer Konfessionspolitik blieb auch für Albrechts weitere Lebenszeit bedeutsam.
Albrechts Bruder Maximilian I. setzte diese katholisch ausgerichtete Politik im Heiligen Römischen Reich fort. Während des Dreißigjährigen Krieges belohnte Kaiser Ferdinand II. ihn mit der neu geschaffenen Würde eines Kurfürsten von Bayern. Über viele Jahre hinweg blieb Maximilian kinderlos. Deshalb bereitete Albrecht seinen Sohn Karl darauf vor, möglicherweise die bayerische Herrschaft zu übernehmen. Als Maximilian schließlich doch eigene Kinder bekam, blieb Karl dennoch an dessen Hof und wurde dort als möglicher Thronfolger erzogen. Albrechts zwei weitere Söhne bestimmte er für kirchliche Laufbahnen und ließ sie entsprechend ausbilden.
Auch für die politischen Entwicklungen in den kirchlichen Territorien am Niederrhein und in den angrenzenden Gebieten war Albrechts Haltung von Bedeutung. Eine Politik zugunsten Bayerns in den geistlichen Staaten Köln und Lüttich hätte zugleich eine französenfreundliche Ausrichtung unterstützt. Diese Entwicklung wurde später mit seinem Sohn Maximilian Heinrich verbunden. Als dieser eine französische Truppenbewegung durch Lüttich zuließ, trug dies zu den Ereignissen bei, die für die nördlichen Niederlande im Katastrophenjahr 1672 verhängnisvoll wurden. Albrechts dynastische und kirchenpolitische Entscheidungen wirkten damit über seine eigene Lebenszeit hinaus in die europäische Machtpolitik hinein.
Mit Mechthilde hatte Albrecht fünf Kinder. Die älteste Tochter Maria Renate wurde 1616 geboren und starb bereits 1630. Der 1618 geborene Karl Johann Franz wurde bei seinem Onkel Maximilian als Kronprinz von Bayern erzogen, starb jedoch 1640. Ferdinand Wilhelm, geboren 1620, verstarb schon 1629. Der dritte Sohn Maximilian Heinrich, geboren 1621, schlug die für ihn vorgesehene geistliche Laufbahn ein. Er wurde später Fürsterzbischof von Köln, Fürstbischof von Lüttich und Hildesheim sowie Fürstabt von Stablo-Malmedy. Der jüngste Sohn, Albert Sigismund, kam 1623 zur Welt und wurde Fürstbischof von Freising und Fürstbischof von Regensburg.
Im Jahr 1650 beendete Albrecht seine Herrschaft über Bayern-Leuchtenberg durch einen Tausch mit seinem ältesten Bruder Maximilian. Er überließ das Herzogtum Maximilians zweitem Sohn Maximilian Philipp Hieronymus. Im Gegenzug erhielt Albrecht die Grafschaft Haag. Damit änderte sich der territoriale Schwerpunkt seiner Stellung in den letzten Jahren seines Lebens.
Albrecht VI. starb am 5. Juli 1666 in München, dem Ort seiner Geburt. Seine Bedeutung lag weniger in einer eigenständigen bayerischen Regentschaft als in seiner Rolle innerhalb der Wittelsbacher Familienpolitik, in der Sicherung katholischer Machtpositionen und in der Vorbereitung seiner Söhne auf bedeutende weltliche und kirchliche Ämter.
Quelle: Albrecht VI van Beieren (nl, 70333153). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0