
Bildnachweis
Albert IV of Austria label QS:Len,"Albert IV of Austria"
Anton Boys
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Bildquelle: File:Albrecht IV.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Albrecht IV. von Österreich, als Graf von Habsburg Albrecht VIII., wurde am 19. oder 20. September 1377 in Wien geboren und starb am 25. August oder 14. September 1404 vermutlich auf dem Rückweg von Znaim nach Wien. Er war ein Reichsfürst aus dem Haus Habsburg und der einzige Sohn Herzog Albrechts III. von Österreich und dessen zweiter Ehefrau Beatrix von Nürnberg-Hohenzollern. Mit ihm setzte sich die albertinische Linie der Habsburger fort, während sein Onkel Leopold III. die leopoldinische Linie begründet hatte.
Bereits 1381, im Alter von vier Jahren, wurde Albrecht mit Johanna Sophie von Baiern verlobt, einer Tochter Herzog Albrechts I. von Baiern-Straubing-Holland. Die Verbindung sollte einen Konflikt zwischen ihren Vätern beilegen. Als Teil der Vereinbarung wurden ein Heiratsgut sowie die Festung Natternberg und die Stadt Deggendorf als Sicherheiten zugesagt. Die Hochzeit fand am 24. April 1390 in Wien statt. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Margarete von Österreich, die später Herzog Heinrich XVI. von Baiern heiratete, und Albrecht, der als Herzog Albrecht V. und später als König Albrecht II. eine bedeutende Rolle spielen sollte.
Nach dem Tod seines Vaters am 29. August 1395 übernahm Albrecht IV. die Herrschaft im Herzogtum Österreich. Dabei geriet er sofort in einen Konflikt mit seinem Cousin Wilhelm, dem ältesten männlichen Mitglied des Hauses Habsburg. Wilhelm leitete aus seiner Stellung und aus dem Testament Albrechts III. einen Anspruch auf eine besondere Vorrangstellung ab. Unter Vermittlung der österreichischen Landesstände wurde am 22. September 1395 im Vertrag von Hollenburg eine gemeinsame Regierung vereinbart. Albrecht herrschte vor allem über Österreich ob und unter der Enns, während Wilhelm die innerösterreichischen Länder Steiermark, Kärnten, Krain und die Küstenlande regierte. Beide waren zugleich Mitregenten im Herrschaftsbereich des jeweils anderen, teilten die Einkünfte und nutzten die Wiener Hofburg als gemeinsame Hauptresidenz.
Die habsburgische Politik blieb jedoch durch unterschiedliche Interessen und wechselnde Teilungsverträge kompliziert. Die Verwaltung Tirols und der Vorderen Lande lag bei Wilhelms jüngerem Bruder Leopold IV.; 1402 wurden auch die jüngeren Brüder Ernst I. und Friedrich IV. zu Mitregenten. Eine einheitliche politische Linie fanden Albrecht und seine Cousins nicht, was die Stellung der Dynastie schwächte und die späteren Darstellungen ihrer Herrschaft zusätzlich unübersichtlich machte.
Um 1398 unternahm Albrecht eine Pilgerfahrt ins Heilige Land. Er reiste über Venedig und Zypern nach Akkon und gelangte auf dem Landweg nach Jerusalem, wo er zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab geschlagen wurde. Seine Frau und seine Kinder begleiteten ihn nicht. Im Dezember desselben Jahres kehrte er nach Wien zurück. Von der Reise brachte er Schätze und Sammlerstücke mit. Spätere Erzählungen über seine Erlebnisse, die auch fabelhafte Elemente enthalten haben sollen, trugen vermutlich zu dem Beinamen „Albrecht das Weltwunder“ bei. Nach seiner Rückkehr soll er sich häufig im Kartäuserkloster Mauerbach aufgehalten und ein besonders enthaltsames Leben geführt haben, weshalb er auch „Albrecht der Mönch“ oder „Frater Albertus“ genannt wurde.
Als Herrscher musste Albrecht auf die unsichere Lage in den Nachbarländern Böhmen und Mähren reagieren. Seit 1402 führte er gemeinsam mit Wilhelm mit Zustimmung des Adels, der Prälaten und der Städte das sogenannte „Geräune“ ein, eine Form des Standrechts gegen Fehden, Übergriffe und Räuberbanden. In seiner Regierungszeit wurde außerdem erstmals deutlicher eine osmanische Bedrohung für die Länder des Heiligen Römischen Reiches wahrgenommen. Diese äußeren Gefahren und die inneren Auseinandersetzungen der Habsburger stärkten langfristig den Einfluss der österreichischen Landstände.
Albrecht blieb ein Verbündeter der Luxemburger. Nachdem König Wenzel 1400 als römisch-deutscher König abgesetzt und Ruprecht III. von der Pfalz zu seinem Nachfolger gewählt worden war, hielt Albrecht weiterhin zu Wenzel. In den Konflikten zwischen Wenzel und dessen Bruder Siegmund unterstützte er jedoch Siegmund. Dieser ernannte Albrecht im Spätsommer 1402 zu seinem voraussichtlichen Nachfolger im Königreich Ungarn beziehungsweise zu seinem Stellvertreter für den Fall eigener Abwesenheit.
1404 nahm Albrecht gemeinsam mit Siegmund an einem Feldzug gegen Böhmen und Mähren teil. Ziel war unter anderem die Bekämpfung mährischer Freibeuter, die österreichische Grenzgebiete verwüsteten, sowie die Eroberung von Znaim. Während der Belagerung der Stadt erkrankten beide Herrscher. Siegmund erholte sich, Albrecht starb dagegen auf dem Rückweg nach Wien, vermutlich in Klosterneuburg. Er wurde in der Herzogsgruft des Wiener Stephansdoms neben seinem Vater beigesetzt. Da sein gleichnamiger Sohn noch minderjährig war, übernahm zunächst Wilhelm die Regentschaft; nach dessen frühem Tod führten Leopold IV. und Ernst I. diese weiter.
Über Albrechts Persönlichkeit ist nur wenig Sicheres bekannt. Der Wappendichter Peter Suchenwirt beschrieb ihn als schlanken Mann mit ansprechenden Gesichtszügen, dunklem Bart und schwarzem, vermutlich natürlichem Lockenhaar. Ein authentisches Bildnis ist nicht erhalten. Überliefert ist, dass Albrecht handwerklich begabt und möglicherweise als Tischler und Instrumentenbauer tätig war. Außerdem galt er als fromm. Die häufige Darstellung als weltfremder Herrscher ist dagegen nicht belegt; wahrscheinlich trat er im Vergleich zu seinem tatkräftigeren Cousin Wilhelm eher zurückhaltend auf.
Albrecht förderte den Ausbau des Wiener Stephansdoms, insbesondere seines Hauptturms, und unterstützte gemeinsam mit Wilhelm den Weiterbau von Maria am Gestade. Außerdem stiftete er die Grundlage für das spätere Dorotheerkloster in Wien. Sein Andenken wurde durch mehrere Beinamen und Legenden geprägt. Dazu gehören „Albrecht der Geduldige“ und der ihm später zugeschriebene Wahlspruch „Paulatim“ – „nach und nach“. Wegen seiner kurzen Herrschaft, der Namensgleichheit mit seinem Vater und seinem Sohn sowie der komplizierten habsburgischen Teilungen wurde er in der Geschichtsschreibung häufig mit anderen Habsburgern verwechselt. Insgesamt blieb er einer der weniger bekannten österreichischen Herzöge des späten Mittelalters, obwohl seine Regierungszeit von wichtigen dynastischen Konflikten, politischen Bündnissen und den ersten Anzeichen größerer äußerer Bedrohungen geprägt war.
Quelle: Albrecht IV. (Österreich) (de, 268405495). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0