
Bildnachweis
Albert III, Duke of Austria
Anonymous Unknown author
Kunsthistorisches Museum Wien, Bilddatenbank .
Bildquelle: File:Albrecht Dritte Habsburg1.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Albrecht III. von Österreich, genannt „Albrecht mit dem Zopf“, wurde wahrscheinlich zwischen November 1349 und März 1350 in der Wiener Hofburg geboren; als alternatives Geburtsdatum wird der 9. September 1349 oder 1350 genannt. Er starb am 28. oder 29. August 1395 auf Schloss Laxenburg. Als Albrecht VII. war er außerdem Graf von Habsburg. Von 1365 bis zu seinem Tod herrschte er über das Herzogtum Österreich und zeitweise gemeinsam oder allein auch über die Steiermark, Kärnten, Krain, Tirol und weitere habsburgische Besitzungen. Trotz erheblicher finanzieller Belastungen durch Gebietserweiterungen, Kriege und innerfamiliäre Konflikte gilt seine Regierungszeit besonders in Österreich als vergleichsweise erfolgreiche Epoche.
Albrecht war der Sohn Herzog Albrechts II. von Österreich und Johanna von Pfirt. Zu seinen Brüdern gehörten Herzog Rudolf IV. und Herzog Leopold III.; seine Schwester Margarethe war zunächst mit dem Tiroler Grafen Meinhard III. und später mit Markgraf Johann Heinrich von Mähren verheiratet. Eine weitere Schwester, Katharina, stand dem Klarissenkloster St. Clara in Wien als Äbtissin vor.
Seine erste Ehe ging Albrecht 1366 mit Elisabeth von Luxemburg-Böhmen ein, einer Tochter Kaiser Karls IV. Die Ehe war politisch vermittelt worden und blieb kinderlos. Elisabeth starb bereits 1373 im Alter von etwa sechzehn Jahren. 1375 heiratete Albrecht Beatrix von Zollern, eine Tochter des Nürnberger Burggrafen Friedrich V. Aus dieser Ehe ging 1377 sein einziger Sohn Albrecht IV. hervor. Beatrix überlebte ihren Mann um viele Jahre und starb 1414.
Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1358 sollten Albrechts Brüder nach habsburgischer Hausordnung gemeinsam regieren. Da die jüngeren Söhne noch minderjährig waren, übernahm zunächst Rudolf IV. die alleinige Herrschaft. Nach Rudolfs überraschendem Tod 1365 teilten sich Albrecht und Leopold III. die Regierung. Wegen seines höheren Alters führte Albrecht dabei eine führende Rolle. Die unterschiedlichen Charaktere der Brüder – Albrecht galt als besonnen und ausgleichend, Leopold als ehrgeizig und tatkräftig – führten jedoch zunehmend zu Spannungen.
Albrecht suchte im Gegensatz zu Rudolf die Nähe Kaiser Karls IV. Mit dessen Unterstützung und einer flexiblen Politik gelang es den Brüdern, die durch Rudolfs Tod ausgelöste Krise zu überwinden. Zugleich mussten sie ihre Besitzungen in mehreren Kriegen behaupten. Die Wittelsbacher versuchten, Tirol zurückzugewinnen, wurden 1368 zurückgeschlagen und erkannten den habsburgischen Besitz 1369 im Frieden von Schärding gegen eine finanzielle Entschädigung an. Freiburg unterstellte sich 1368 den Habsburgern, wodurch deren Stellung im Breisgau gestärkt wurde.
Ein wichtiges Ziel der habsburgischen Politik war der Zugang zur Adria. 1366 unterwarfen sich die Herren von Duino, und 1369 stellte sich Triest im Krieg gegen Venedig vorübergehend unter habsburgische Herrschaft. Nach einer Niederlage musste Albrecht auf die Stadt verzichten, doch 1382 unterstellte sich Triest freiwillig erneut den Habsburgern und blieb bis 1918/19 habsburgisch. Weitere Gewinne ergaben sich 1374 nach dem Aussterben der istrischen Linie der Görzer Meinhardiner. Dadurch fielen habsburgischen Besitzungen in Istrien und der Windischen Mark zu. Auch im späteren Vorarlberg bauten Albrecht und Leopold ihren Einfluss aus: Nach einem Kaufvertrag mit Graf Rudolf von Montfort-Feldkirch gelangten 1390 die Grafschaft und große Teile des Bregenzerwaldes an die Habsburger.
Die gemeinsame Herrschaft wurde schließlich 1379 im Neuberger Teilungsvertrag neu geordnet. Albrecht erhielt Österreich ob und unter der Enns einschließlich des Salzkammerguts, jedoch ohne Wiener Neustadt. Leopold bekam die Steiermark, Kärnten, Tirol und die schwäbischen Besitzungen. Damit spaltete sich das Haus Habsburg in eine albertinische und eine leopoldinische Linie. Nach Leopolds Tod in der Schlacht bei Sempach 1386 übernahm Albrecht zunächst als Vormund seines Neffen Wilhelm die alleinige Herrschaft und setzte die zuvor vereinbarte Teilung vorläufig außer Kraft.
In Österreich stärkte Albrecht die Stellung der Habsburger als Landesherren. Durch Käufe und die sogenannte Schaunberger Fehde zwang er die Grafen von Schaunberg, seine Landeshoheit anzuerkennen, und dehnte das Land ob der Enns bis zum Hausruck aus. Seine Politik in den schwäbischen und oberrheinischen Gebieten führte dagegen zu Konflikten mit Städten und zur Niederlage der Habsburger 1386 bei Sempach. Nach weiteren Kämpfen gegen die Eidgenossen, insbesondere gegen Glarus, wurden deren Eroberungen 1389 in einem Friedensvertrag bestätigt. In den politischen Auseinandersetzungen um König Wenzel wurden Albrecht selbst Ambitionen auf den Königsthron zugeschrieben. Er schloss Bündnisse mit bedeutenden Fürsten und Städten, doch die Frage seiner tatsächlichen Absichten bleibt offen.
Albrecht war nicht nur Politiker und Landesherr, sondern auch Förderer von Wissenschaft und Kunst. Er soll sich besonders für Mathematik und Astrologie interessiert haben, sammelte Bücher und ließ lateinische Werke ins Deutsche übersetzen. Unter seiner Herrschaft entstand in Wien eine Hofwerkstatt für bedeutende Buchmalerei. Aus seinem Besitz stammt das 1368 geschriebene und reich illuminierte Evangeliar des Johann von Troppau. Außerdem gab er die „Österreichische Chronik von den 95 Herrschaften“ in Auftrag.
Besonders nachhaltig war sein Einsatz für die Wiener Universität, die 1365 von seinem Bruder Rudolf gegründet worden war. 1384 erreichte Albrecht von Papst Urban VI. die Genehmigung zur Einrichtung einer theologischen Fakultät. Im selben Jahr stiftete er mit dem Herzogskolleg das erste eigentliche Universitätsgebäude. Deshalb gilt er als der eigentliche Vollender und Stifter der Wiener Universität, die sich damals zu einem bedeutenden wissenschaftlichen Zentrum für den mitteleuropäischen Raum entwickelte. Vermutlich setzte er zudem den Ausbau des Wiener Stephansdoms fort.
Albrecht lebte überwiegend in Wien und Umgebung. Die Hofburg war seine bevorzugte Residenz, während er Schloss Laxenburg zu einem Jagdschloss ausbauen ließ und besonders schätzte. Dort verfasste er im August 1395 sein Testament. Er starb während der Vorbereitungen zu einem gemeinsamen Feldzug gegen König Wenzel. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Herzogsgruft des Wiener Stephansdoms. Sein Sohn Albrecht IV. folgte ihm in Österreich nach, musste die Herrschaft jedoch mit seinem Cousin Wilhelm aus der leopoldinischen Linie teilen. Die von Albrecht begründete albertinische Linie erlosch 1457 mit dem Tod seines Urenkels Ladislaus Postumus.
Quelle: Albrecht III. (Österreich) (de, 268371866). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0