Person
Elisabeth von Luxemburg-Böhmen
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
19.03.1358
Tod
19.09.1373
Biografie
Elisabeth von Böhmen, auch Elisabeth von Luxemburg genannt, wurde am 19. März 1358 in Prag im Königreich Böhmen geboren. Sie gehörte dem Haus Luxemburg an und war die einzige Tochter Kaiser Karls IV. und dessen Ehefrau Anna von Schweidnitz. Ihre Geburt wurde sogar vom Gelehrten Francesco Petrarca mit einem Glückwunschschreiben an den Kaiser bedacht.
Elisabeth wuchs in einer politisch bedeutenden Herrscherfamilie auf. Zu ihren Geschwistern gehörte Wenzel IV., der später römisch-deutscher König und König von Böhmen wurde. Nach dem Tod ihrer Mutter heiratete Karl IV. Elisabeth von Pommern. Aus dieser Ehe hatte Elisabeth sechs Halbgeschwister: Anna, die später Königin von England wurde, Sigismund, der zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aufstieg, Johann, Herzog von Görlitz, sowie Margarete von Böhmen, Karl und Heinrich.
Wie bei Angehörigen mittelalterlicher Herrscherhäuser üblich, wurde Elisabeths Ehe früh für politische Zwecke geplant. Im Jahr 1363, als sie erst fünf Jahre alt war, wurde sie in Nürnberg mit dem 21-jährigen Otto V. von Bayern verlobt, der später Markgraf von Brandenburg wurde. Diese Verbindung wurde jedoch drei Jahre später aufgelöst, weil Kaiser Karl IV. seine politischen Pläne änderte. Elisabeth sollte nun Herzog Albrecht III. von Österreich aus dem Haus Habsburg heiraten.
Die neue Ehe diente einem wichtigen dynastischen Ziel. Sie sollte verhindern, dass Albrecht III. sich mit Elisabeth von Ungarn, der Erbin König Ludwigs I. von Ungarn, verband. Eine solche Ehe hätte die politischen Kräfteverhältnisse verändert und möglicherweise die geplante Verlobung Elisabeths von Ungarn mit Wenzel, dem Sohn Karls IV., gefährdet. Als Ausgleich für die aufgehobene Verlobung heiratete Otto V. Katharina von Luxemburg, Elisabeths Halbschwester und Witwe Rudolfs IV., des 1365 verstorbenen Bruders Albrechts III.
Am 19. März 1366, an Elisabeths achtem Geburtstag, fand in Prag eine Doppelhochzeit statt: Elisabeth heiratete Albrecht III. von Habsburg, während zugleich die Ehe ihrer Schwester geschlossen wurde. Mit diesen Eheschließungen entstand ein böhmisch-österreichisches Bündnis. Es stärkte die Verbindung zwischen dem Haus Luxemburg und den Habsburgern und trug unter anderem dazu bei, dass Tirol im Besitz der habsburgischen Familie blieb.
Elisabeth führte den Titel einer Herzogin von Österreich seit ihrer Hochzeit im Jahr 1366 bis zu ihrem frühen Tod. Die Ehe blieb kinderlos. Elisabeth starb am 19. September 1373 in Wien im Herzogtum Österreich, erst fünfzehn Jahre alt. Ihre kurze Lebenszeit war damit von den politischen Interessen ihrer Familie und den dynastischen Bündnissen des 14. Jahrhunderts geprägt. Beigesetzt wurde sie in der Kirche des Kartäuserklosters von Gaming, das von ihrem Schwiegervater Albrecht II. gegründet worden war und heute in Niederösterreich liegt.
Quelle: Elisabeta de Boemia (1358–1373) (ro, 17689023). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.