Person

Marie Antoinette

Verbindung zu einer anderen Person finden

Geburt

  1. 02.11.1755

Tod

  1. 16.10.1793

Porträt von Marie Antoinette
Bildnachweis

Marie Antoinette in Court Dress

Élisabeth Louise Vigée Le Brun

http://www.khm.at/objektdb/detail/2423/

Bildquelle: File:Marie Antoinette Adult.jpg · Lizenz: Public domain

Für die Darstellung in der Größe angepasst.

Biografie

Marie-Antoinette, mit vollständigem Namen Marie-Antoinette Josèphe Jeanne von Habsburg-Lothringen, wurde am 2. November 1755 in Wien geboren. Sie war die fünfzehnte und vorletzte Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und ihres Ehemanns Franz I. Stephan, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Ihre Kindheit verbrachte sie zwischen der Wiener Hofburg und Schloss Schönbrunn, gemeinsam mit zahlreichen Geschwistern. Sie stand ihrer drei Jahre älteren Schwester Maria Karolina besonders nahe, die später Königin von Neapel und Sizilien wurde. Marie-Antoinette erhielt vor allem Unterricht in höfischer Etikette, Tanz, Musik und gesellschaftlichem Auftreten. Eine umfassende politische Bildung blieb ihr dagegen weitgehend versagt. Noch im Alter von zehn Jahren hatte sie Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben auf Deutsch und sprach Französisch und Italienisch nur unvollkommen. Sie galt als lebhaft, zerstreut und spöttisch. Zu den bemerkenswerten Begegnungen ihrer Kindheit gehörte das Treffen mit dem jungen Mozart im Jahr 1762 in Schönbrunn. Maria Theresia nutzte die Eheschließungen ihrer Kinder zur Festigung politischer Bündnisse. Nach Jahrhunderten der Feindschaft sollten Österreich und Frankreich durch die Heirat ihrer Häuser einander nähergebracht werden. Marie-Antoinette wurde deshalb dem französischen Thronfolger Louis-Auguste, dem späteren Ludwig XVI., versprochen. Sie lernte Französisch, wurde äußerlich auf ihre neue Rolle vorbereitet und verzichtete im April 1770 offiziell auf ihre Rechte an den habsburgischen Erblanden. Am 19. April heiratete sie den Dauphin zunächst stellvertretend in Wien; am 16. Mai wurde die Ehe in Versailles persönlich geschlossen. Marie-Antoinette war damals erst vierzehn Jahre alt. Der Übergang nach Frankreich wurde durch ein symbolisches Ritual am Rhein markiert: Auf einer eigens errichteten Insel musste sie ihre österreichische Kleidung und alle Gegenstände aus ihrer Heimat zurücklassen, bevor sie französischen Boden betrat. In Frankreich wurde sie zunächst begeistert empfangen, doch am Hof begegnete man ihr mit Misstrauen. Ihre Herkunft brachte ihr den abwertenden Spitznamen „die Österreicherin“ ein. Die strenge Etikette von Versailles, der Mangel an Privatsphäre und die Intrigen des Hofes belasteten sie. Zudem wurde die Ehe mit Ludwig XVI. erst nach mehreren Jahren vollzogen, was Gerüchte und Sorgen um die Zukunft der Dynastie auslöste. Nach dem Tod Ludwigs XV. am 10. Mai 1774 wurde Marie-Antoinette im Alter von achtzehn Jahren Königin von Frankreich und Navarra. Ihre anhaltende Kinderlosigkeit, ihre Vorliebe für elegante Kleidung, Bälle, Theater, Glücksspiel und aufwendige Feste machten sie schnell zum Ziel einer aggressiven öffentlichen Kampagne. In Pamphleten wurde sie sexueller Beziehungen und Verschwendung beschuldigt; auch Verbindungen zu ihrem Schwager oder dem schwedischen Grafen Axel von Fersen wurden behauptet. Die Königin hatte tatsächlich einen Kreis enger Freunde, darunter die Prinzessin von Lamballe und die Gräfin von Polignac, doch viele der gegen sie verbreiteten Anschuldigungen waren bewusst erfunden oder stark übertrieben. 1778 brachte sie nach acht Ehejahren ihre erste Tochter, Marie-Thérèse, zur Welt. Drei weitere Kinder folgten: Louis-Joseph, der 1789 starb, Louis-Charles, der später als Ludwig XVII. bezeichnet wurde, und Sophie, die bereits im Säuglingsalter starb. Zwei Fehlgeburten werden ebenfalls genannt. Nach dem Verlust ihrer Kinder bemühte sich Marie-Antoinette stärker darum, als fürsorgliche Mutter wahrgenommen zu werden. Die Königin litt unter den Zwängen des Hoflebens und suchte Rückzug in einer persönlicheren, ungezwungeneren Umgebung. Ludwig XVI. schenkte ihr das Petit Trianon, wo sie mit ausgewählten Freunden lebte, Theater spielte und den sogenannten Hameau de la Reine, ein künstlich angelegtes Dorf mit Bauernhof, einrichten ließ. Sie liebte Musik, spielte Harfe und Flöte, sang und unterstützte Komponisten wie Christoph Willibald Gluck, Piccinni, Sacchini und Grétry. Ihre Ausgaben für Kleidung, Feste und Umbauten waren zwar im Verhältnis zum gesamten Staatshaushalt begrenzt, wurden aber in einer Zeit wachsender sozialer und finanzieller Spannungen zum Symbol höfischer Verschwendung. Besonders verheerend für ihren Ruf war die Halsbandaffäre von 1785. Betrüger täuschten den Kardinal von Rohan, indem sie vorgaben, im Namen der Königin ein kostbares Diamantenhalsband zu erwerben. Marie-Antoinette wusste von den Verhandlungen nichts, wurde jedoch in der Öffentlichkeit mit dem Skandal verbunden. Sie erhielt den Spitznamen „Madame Defizit“, und die Feindschaft gegen sie nahm weiter zu. Mit dem Ausbruch der Französischen Revolution 1789 verschärfte sich ihre Lage. Nach dem Tod ihres ältesten Sohnes und den politischen Unruhen setzte sie weiterhin auf die Autorität der Monarchie und befürwortete eine Gegenbewegung gegen die Revolution. Im Oktober 1789 zwang der Marsch der Frauen nach Versailles die königliche Familie, in die Tuilerien nach Paris umzuziehen. Die oft mit Marie-Antoinette verbundene Bemerkung, das Volk solle statt Brot Brioche essen, stammt jedoch nicht von ihr. Die Königsfamilie stand nun unter Bewachung. Im Juni 1791 scheiterte der Fluchtversuch nach Varennes. Dieses Ereignis zerstörte einen großen Teil des verbliebenen Vertrauens in die Monarchie. Marie-Antoinette unterhielt geheime Kontakte zu gemäßigten Revolutionären, hoffte jedoch zugleich auf Unterstützung durch ausländische Monarchien und auf eine Wiederherstellung der königlichen Macht. Als Frankreich 1792 Österreich den Krieg erklärte und militärische Niederlagen erlitt, wurde sie als Verräterin und „Madame Veto“ beschimpft. Am 10. August stürmten Revolutionäre die Tuilerien. Die königliche Familie wurde zunächst in Sicherheit gebracht und anschließend im Temple-Gefängnis inhaftiert. Nach der Abschaffung der Monarchie und der Hinrichtung Ludwigs XVI. am 21. Januar 1793 wurde Marie-Antoinette im August in die Conciergerie überstellt. Am 14. Oktober begann ihr Prozess vor dem Revolutionstribunal. Man beschuldigte sie des Hochverrats, der Zusammenarbeit mit ausländischen Mächten und der Beteiligung an einer Verschwörung gegen die Republik. Die Verhandlung wurde unter großem Zeitdruck geführt; ihre Verteidiger hatten kaum Gelegenheit, die Anklage zu prüfen. Besonders empörend war der Versuch, sie durch eine Inzestbeschuldigung gegen ihren Sohn zu diskreditieren. Marie-Antoinette wies den Vorwurf mit einer leidenschaftlichen Berufung auf die Gefühle aller anwesenden Mütter zurück. Das Gericht sprach sie in allen Anklagepunkten schuldig und verhängte die Todesstrafe. In ihrer letzten, an ihre Schwägerin Elisabeth gerichteten Nachricht bat sie Gott um Vergebung, erklärte ihre Verbundenheit mit dem katholischen Glauben und äußerte vor allem Sorge um ihre Kinder. Sie vergab ihren Feinden und bat ihren Sohn, niemals den Tod seiner Eltern zu rächen. Am 16. Oktober 1793 wurde Marie-Antoinette im Alter von 37 Jahren auf dem Revolutionsplatz in Paris mit der Guillotine hingerichtet. Sie wurde zunächst in einem Massengrab beigesetzt; 1815 wurden ihre sterblichen Überreste gemeinsam mit denen Ludwigs XVI. in die Basilika Saint-Denis überführt. Ihr Bild wandelte sich nach ihrem Tod mehrfach: Für Royalisten wurde sie zur Märtyrerin, für Republikaner lange zur Verkörperung von Leichtsinn und politischer Verfehlung. Bis heute gilt sie als eine der bekanntesten und zugleich umstrittensten Gestalten der französischen Geschichte, als glamouröse und tragische letzte Königin des Ancien Régime.

Quelle: Marie-Antoinette d'Autriche (fr, 238816285). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0