Person

Franz Joseph I.

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Geburt

  1. 18.08.1830

Tod

  1. 21.11.1916

Porträt von Franz Joseph I.
Bildnachweis

Franz Joseph of Austria 1910 old

Unidentified painter

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Bildquelle: File:Franz Joseph of Austria 1910 old.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Franz Joseph I. wurde am 18. August 1830 im Schloss Schönbrunn in Wien geboren. Er war der älteste Sohn des Erzherzogs Franz Karl und der aus dem Haus Wittelsbach stammenden Sophie Friederike von Bayern. Seine Mutter prägte seine Erziehung maßgeblich, während sein eher zurückhaltender Vater kaum Einfluss auf seine Ausbildung nahm. Franz Joseph erhielt schon früh eine intensive Schulung in Religion, Geschichte, Recht, Sprachen und militärischen Fächern. Neben Deutsch und Französisch erlernte er unter anderem Tschechisch, Ungarisch, Polnisch und Italienisch. Besonders lagen ihm Sprachen, Geschichte und Geografie; Mathematik sowie die klassischen Sprachen empfand er dagegen als lästige Pflicht. Früh wurde er außerdem militärisch ausgebildet und entwickelte eine lebenslange Vorliebe für Uniformen, Ordnung, Disziplin und die Jagd. Die politischen Umwälzungen des Jahres 1848 erlebte Franz Joseph als junger Erzherzog. Nach der Wiener Revolution und dem Rücktritt Metternichs wurde er zunächst zum Statthalter von Böhmen ernannt und anschließend nach Norditalien zu Feldmarschall Radetzky geschickt. Dort nahm er als Siebzehnjähriger an Kämpfen gegen die italienische Revolution teil. Während der revolutionären Krise wurde zunehmend über einen Wechsel an der Spitze der Habsburgermonarchie nachgedacht. Kaiser Ferdinand I. galt als politisch ungeeignet, und Franz Josephs Vater zeigte kein ernsthaftes Interesse an der Übernahme der Regierung. So wurde der erst achtzehnjährige Franz Joseph am 2. Dezember 1848 in Olmütz zum Kaiser ausgerufen. Er nahm den Namen Franz Joseph an, der an seinen verehrten Großvater Kaiser Franz und an den reformorientierten Kaiser Joseph II. erinnern sollte. Seine Herrschaft begann im Zeichen des Kampfes gegen die ungarische Revolution. Franz Joseph erkannte die ungarische Verfassung von 1848 nicht an und ließ die kaiserlichen Truppen gegen die ungarischen Streitkräfte vorgehen. Als sich der Widerstand als stärker erwies als erwartet, bat er den russischen Zaren Nikolaus I. um militärische Hilfe. Ein russisches Heer von nahezu 200.000 Mann unterstützte die österreichischen Truppen; im August 1849 musste die ungarische Armee bei Világos kapitulieren. Auf die Niederlage folgte eine harte Vergeltungspolitik. Unter dem Oberbefehlshaber Julius Haynau wurden zahlreiche Soldaten und Zivilisten zum Tod oder zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Am 6. Oktober 1849 wurden in Arad dreizehn ungarische Generäle und ein Oberst hingerichtet, am selben Tag auch der frühere ungarische Ministerpräsident Lajos Batthyány. Franz Joseph ordnete die Verfolgung der Aufständischen an und unterstützte die strenge Bestrafung. Diese Maßnahmen zerstörten seine anfängliche Sympathie bei vielen Ungarn nachhaltig. Von 1850 bis 1859 herrschte Franz Joseph zunehmend absolutistisch. Die Regierung wurde in Wien zentralisiert, die politische Mitwirkung der Länder eingeschränkt und Ungarn in ein bürokratisch verwaltetes, stark kontrolliertes Gebiet umgewandelt. Der sogenannte Neoabsolutismus brachte Germanisierung, eine einheitliche Verwaltung, neue Bildungs- und Steuersysteme sowie eine umfangreiche Polizei- und Überwachungsstruktur. Gleichzeitig blieb die Bauernbefreiung bestehen und wurde 1853 mit einer weiteren Regelung abgeschlossen. Widerstand gegen das Regime zeigte sich sowohl in geheimen Verschwörungen als auch in passiver Verweigerung, die besonders mit dem Namen Ferenc Deák verbunden war. Militärische Niederlagen zwangen den Kaiser schließlich zu politischen Veränderungen. 1859 verlor Österreich im Krieg gegen Sardinien-Piemont und Frankreich die Lombardei. 1866 unterlag es Preußen und musste außerdem Venetien an Italien abtreten. Damit verlor Österreich seine führende Stellung unter den deutschen Staaten und geriet finanziell wie politisch unter Druck. Franz Joseph entließ Alexander Bach, versprach Reformen und leitete mit dem Oktoberdiplom von 1860 sowie dem Februarpatent von 1861 vorsichtige Verfassungsänderungen ein. Die Spannungen mit dem ungarischen Landtag blieben jedoch bestehen. Erst die Niederlage gegen Preußen und die Einsicht, dass die Monarchie ohne Verständigung mit Ungarn schwer regierbar war, führten zu einem Kompromiss. 1867 kam der Ausgleich mit Ungarn zustande. Franz Joseph erkannte die ungarischen Gesetze von 1848 an, setzte eine verantwortliche ungarische Regierung unter Gyula Andrássy ein und ließ sich am 8. Juni 1867 in Budapest zum König von Ungarn krönen. Damit entstand die dualistische Österreichisch-Ungarische Monarchie. Ungarn erhielt weitgehende innere Selbstverwaltung, während Außenpolitik, Heerwesen und bestimmte Finanzfragen gemeinsame Angelegenheiten blieben. Franz Joseph behielt beträchtlichen Einfluss, insbesondere als Oberbefehlshaber der Armee und durch seine Zustimmung zu Gesetzesvorhaben. Seine Frau Elisabeth, die als Sisi bekannt wurde und den Ungarn besonders nahestand, trug zur Annäherung bei. Die Monarchie modernisierte in den folgenden Jahrzehnten Verwaltung, Justiz, Bildung und Steuerwesen. 1868 wurde ein Nationalitätengesetz verabschiedet, das verschiedenen Volksgruppen weitreichende Möglichkeiten zum Gebrauch ihrer Sprachen einräumte. Dennoch blieb die nationale Frage ungelöst. Tschechen, Polen, Kroaten, Slowaken und andere Völker empfanden den Ausgleich mit Ungarn als Bevorzugung der Deutschen und Ungarn. Vorschläge, die Monarchie in ein föderales oder trialistisches System umzuwandeln, scheiterten am Widerstand österreichischer und ungarischer Eliten. 1908 annektierte Franz Joseph Bosnien und Herzegowina, die seit 1878 unter österreichisch-ungarischer Besetzung standen. Dieser Schritt verschärfte die Spannungen auf dem Balkan. In der Außenpolitik setzte Franz Joseph lange auf dynastische Beziehungen und eine vorsichtige Friedenspolitik. Die Monarchie schloss Bündnisse mit Deutschland und Italien, doch die Rivalität mit Russland und die Konflikte auf dem Balkan belasteten ihre Stellung. Nach der Ermordung seines Neffen und Thronfolgers Franz Ferdinand und dessen Ehefrau Sophie in Sarajevo am 28. Juni 1914 unterstützte Franz Joseph ein hartes Vorgehen gegen Serbien. Das von der Monarchie gestellte Ultimatum trug schließlich zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei. Franz Josephs Privatleben war von familiären Tragödien geprägt. 1854 heiratete er Elisabeth von Bayern. Die Ehe war nicht glücklich; Elisabeth hielt sich häufig fern vom Wiener Hof. Ihre gemeinsame Tochter starb bereits im Kindesalter. Der einzige Sohn, Kronprinz Rudolf, nahm sich 1889 im Jagdschloss Mayerling das Leben, nachdem er seine Geliebte Maria Vetsera getötet hatte. Elisabeth wurde 1898 in Genf von einem Anarchisten ermordet. Nach Rudolfs Tod folgte Franz Josephs Neffe Franz Ferdinand in der Thronfolge, zu dem der Kaiser wegen politischer und persönlicher Unterschiede ein gespanntes Verhältnis hatte. Franz Ferdinands Ermordung erschütterte die Familie und wurde von Franz Joseph als schwerer Schicksalsschlag verstanden. Franz Joseph war tief religiös, äußerst arbeitsam und stark von Pflichtbewusstsein geprägt. Er lebte nach einem strengen Tagesplan, studierte täglich Akten und hielt an höfischen Traditionen fest. Trotz seiner konservativen Haltung akzeptierte er grundlegende Veränderungen, wenn er sie für den Erhalt der Monarchie notwendig hielt. Insgesamt regierte er 68 Jahre und damit länger als jeder andere Herrscher der Habsburgermonarchie. Am 21. November 1916 starb er in Wien im Alter von 86 Jahren an einer Lungenentzündung. Er wurde in der Kaisergruft neben seiner Frau und seinem Sohn beigesetzt. Sein Nachfolger wurde sein Großneffe Karl, der letzte Kaiser der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Quelle: I. Ferenc József magyar király (hu, 29295249). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0