Person

Gisela von Österreich

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Geburt

  1. 12.07.1856

  2. 1856

Tod

  1. 1932

  2. 27.07.1932

Porträt von Gisela von Österreich
Bildnachweis

Rudolf Krziwanek - Gisela, Ezherzogin von Österreich - 02

Rudolf Krziwanek

Österreichische Nationalbibliothek, Bildarchiv Austria, Inventarnr. Pf 145 : C (12 a)

Bildquelle: File:Rudolf Krziwanek - Gisela, Ezherzogin von Österreich - 02.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Gisela Louise Marie von Habsburg-Lothringen wurde am 12. Juli 1856 im Schloss Laxenburg bei Wien geboren. Sie war das zweite Kind von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, und gehörte dem Haus Habsburg-Lothringen an. Durch ihre Abstammung war sie österreichische Erzherzogin sowie ungarische und böhmische Königliche Prinzessin. Ihre Geschwister waren Sophie Friederike, Kronprinz Rudolf und Marie Valerie. Nachdem ihre ältere Schwester Sophie 1857 im Alter von nur zwei Jahren während einer Reise in Ungarn gestorben war, wurde Gisela zum ältesten lebenden Kind der kaiserlichen Familie. Ihre Kindheit war von den strengen Vorstellungen ihrer Großmutter, Erzherzogin Sophie, geprägt. Diese übernahm früh die Erziehung von Gisela, Sophie und Rudolf und hielt sie von ihrer Mutter fern. Kaiserin Elisabeth litt nach dem Tod ihrer ersten Tochter längere Zeit unter Depressionen und wandte sich auch von Gisela emotional ab. Zwischen Mutter und Tochter entwickelte sich deshalb nie ein besonders inniges Verhältnis. Umso enger war Gisela mit ihrem Bruder Rudolf verbunden. Ihre Zuneigung blieb auch nach ihrer Heirat bestehen; beide standen weiterhin in regelmäßigem und ernsthaftem Briefwechsel. Rudolfs Selbstmord in Mayerling im Jahr 1889 konnte Gisela nie vollständig verwinden. Gisela sprach ausgezeichnet Ungarisch. Ihr erster Lehrer in dieser Sprache war der Abt Imre Homoky, der zuvor auch Elisabeth unterrichtet hatte. Bereits als Kind besuchte sie Ungarn: erstmals im Mai 1857 und erneut 1866, als sie gemeinsam mit Rudolf den Sommer in einer angemieteten Villa in den Budaer Bergen verbrachte. Am 20. April 1873 heiratete die damals 16-jährige Gisela in Wien den bayerischen Prinzen Leopold Maximilian Joseph. Er war ein Sohn des späteren bayerischen Prinzregenten Luitpold und diente als Oberst in der deutschen kaiserlichen Armee. Gisela und Leopold waren miteinander zweitgradig verwandt. Die Ehe verband sie dauerhaft mit Bayern, wo sie von der Familie ihres Mannes herzlich aufgenommen wurde. Das Paar hatte vier Kinder: Elisabeth Marie, die später Graf Otto Ludwig Philipp von Seefried auf Buttenheim heiratete; Auguste Marie Louise, die den österreichischen Erzherzog und ungarischen Honvéd-Generaloberst Joseph August heiratete; Prinz Georg Franz Joseph, der 1912 Erzherzogin Isabella von Österreich-Teschen zur Frau nahm; und Prinz Konrad Leopold Franz von Bayern. Die Beziehungen zu ihrer eigenen Familie blieben trotz ihres Umzugs nach Bayern eng. Kaiser Franz Joseph war im Münchner Leopoldinischen Palais ein gern gesehener Gast, und auch Gisela Schwester Marie Valerie besuchte die Familie regelmäßig. Kaiserin Elisabeth kam in München häufig zu ihrer Tochter und ihren Enkelkindern und verbrachte auch in Ungarn wiederholt Zeit mit Gisela, unter anderem während der Millenniumsfeiern von 1896. Als Elisabeth im Alter von 36 Jahren Großmutter wurde, übernahm sie die Patenschaft für eines der Mädchen, das ihren Namen erhielt. Gisela widmete einen großen Teil ihres Lebens sozialen und kirchlichen Aufgaben. Von 1898 bis 1916 war sie Schirmherrin des von Königin Eleonore Gonzaga gegründeten Sternkreuzordens, einer Organisation katholischer und wohltätiger adeliger Frauen. Während des Ersten Weltkriegs ließ sie im Münchner Palais ein Lazarett einrichten. Gemeinsam mit ihrem Mann übernahm sie außerdem im Auftrag des bayerischen Prinzregenten verschiedene diplomatische und karitative Aufgaben. Leopolds militärische Laufbahn gewann in dieser Zeit zunehmend an Bedeutung. Am 1. Januar 1905 wurde er zum Generalfeldmarschall der deutschen kaiserlichen Armee ernannt. Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 führte er zunächst die deutsche 9. Armee. Wegen seiner militärischen Erfolge erhielt er anschließend den Oberbefehl über eine österreichisch-ungarisch-deutsche Heeresgruppe und übernahm Ende August 1916 von General Hindenburg den Oberbefehl über die gesamte Ostfront. Nach dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk im März 1918 zog er sich mit zahlreichen hohen Auszeichnungen aus dem aktiven Dienst zurück. Das Ende des Krieges brachte auch das Ende der Monarchien im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn. Gisela lebte zunächst in München und später zurückgezogen im Schloss Wildenwart. Als 1919 in Bayern unter Führung des kommunistischen Spartakusbundes die Räterepublik ausgerufen wurde, geriet das Leben des Fürstenpaares in Gefahr. Beide flohen nach Tutzing am Starnberger See, doch auch dort wurden sie von Rotgardisten aufgespürt. Freunde brachten sie daraufhin in das Kloster Ettal. Unter großen Schwierigkeiten gelang ihnen mit gefälschten Papieren und diplomatischer Unterstützung die Flucht nach Tirol. Drei Monate verbrachten sie in Reutte, bis die Münchner Revolution niedergeschlagen und die Verhältnisse in Bayern stabilisiert waren. Danach konnten sie in ihr Münchner Zuhause zurückkehren. Am 20. April 1923 feierten Gisela und Leopold ihre goldene Hochzeit. Nach 57 Ehejahren starb Leopold am 28. September 1930. Gisela überlebte ihren Mann um knapp zwei Jahre. Sie starb am 27. Juli 1932 im Alter von 76 Jahren in München als letztes noch lebendes Kind Kaiser Franz Josephs. Ihre letzte Ruhestätte fand sie in der Krypta der Münchner St.-Michaels-Kirche neben ihrem Ehemann. An Gisela erinnern unter anderem die nach ihr benannte Giselabahn in Österreich sowie mehrere Straßen und Plätze in Budapest. Einige frühere Gisela-Plätze wurden später umbenannt, doch ihr Name blieb in Teilen des öffentlichen Raums und im historischen Gedächtnis erhalten.

Quelle: Habsburg–Lotaringiai Gizella főhercegnő (hu, 29270797). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0