Person

Vittoria della Rovere

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Geburt

  1. 07.02.1622

  2. 1623

Tod

  1. 06.03.1694

  2. 05.03.1694

Porträt von Vittoria della Rovere
Bildnachweis

Portrait of Vittoria della Rovere

Workshop of Justus Sustermans

http://forum.alexanderpalace.org/index.php?topic=3425.15

Bildquelle: File:Vittoria della Rovere after Justus Sustermans, Chambéry ; musée des beaux-arts.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Vittoria della Rovere wurde am 7. Februar 1622 als einziges Kind von Federico Ubaldo della Rovere und Claudia de’ Medici geboren. Ihr Vater war der Sohn Francesco Marias, des regierenden Herzogs von Urbino; ihre Mutter gehörte dem Haus Medici an und war eine Schwester Cosimos II., des Großherzogs der Toskana. Damit verband Vittoria von Geburt an zwei bedeutende italienische Dynastien. Ursprünglich galt sie als Erbin des Herzogtums Urbino. Papst Urban VIII. überzeugte ihren Großvater jedoch, das Herzogtum dem Papsttum zu überlassen. Urbino wurde schließlich dem Kirchenstaat einverleibt. Vittoria erhielt stattdessen die Allodialbesitzungen der Familie, die Herzogtümer Rovere und Montefeltro, sowie die umfangreiche Kunstsammlung der della Rovere. Dieses Erbe fiel ihr 1631 im Alter von neun Jahren zu. Schon als Kleinkind wurde Vittorias Zukunft politisch geplant. Im Alter von nur einem Jahr verlobte man sie mit ihrem Medici-Cousin Ferdinando II., dem späteren Großherzog der Toskana. Unter dem Einfluss ihrer Mutter wurde sie nach Florenz geschickt, wo sie am toskanischen Hof aufwuchs. Die Ehe war von Ferdinands Großmutter Christina von Lothringen arrangiert worden. Christina übte gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter Maria Maddalena von Österreich die Regentschaft aus und blieb auch nach Ferdinands Volljährigkeit 1628 eine entscheidende politische Kraft. Vittorias Erziehung erfolgte im Kloster Crocetta und war stark religiös geprägt. Die regierenden Großherzoginnen hatten die Toskana eng an die Interessen der katholischen Kirche und der mit ihr verbundenen politischen Kräfte gebunden. Vittoria und Ferdinando heirateten am 2. August 1634 zunächst heimlich. Die öffentliche Hochzeit wurde am 6. April 1637 gefeiert, am 5. Juli desselben Jahres wurde Vittoria zur Großherzogin gekrönt. Ihre Besitzungen und Kunstschätze wurden als Mitgift dem Haus Medici übertragen. Dadurch gelangten wertvolle Werke der della Rovere in den Besitz des Großherzogtums Toskana; Teile dieser Sammlung sind heute im Palazzo Pitti und in den Uffizien in Florenz zu sehen. Die Ehe blieb dennoch schwierig. Erst sechs Jahre nach der Eheschließung wurde sie vollzogen. Das erste Kind des Paares, ein Sohn, starb nach zwei Tagen. Ein weiterer Sohn kam 1640 tot zur Welt. 1642 wurde schließlich Cosimo III. geboren, der als Großprinz der Toskana bezeichnet wurde und später der am längsten regierende Monarch des Landes werden sollte. Vittoria bestand darauf, ihre Kinder streng römisch-katholisch zu erziehen. Dies führte wiederholt zu Auseinandersetzungen mit Ferdinando, der liberalere Vorstellungen hatte. Kurz nach Cosimos Geburt zerbrach das Verhältnis der Eheleute endgültig. Vittoria überraschte ihren Mann mit dem Pagen Graf Bruto della Molera im Bett. Zunächst verweigerte sie Ferdinando jede Kommunikation. Als sie später eine Verständigung versuchte, lehnte er eine Versöhnung ab. Fast zwei Jahrzehnte dauerte der Konflikt an. Eine vorübergehende Aussöhnung im Jahr 1659 führte zur Geburt des letzten gemeinsamen Kindes, Francesco Maria, im Jahr 1660. Insgesamt blieb die Ehe unglücklich; beide lebten über lange Zeit in gegenseitigem Einvernehmen getrennt. Nach Ferdinando II.s Tod im Jahr 1670 bestieg Cosimo III. den Thron. Er war seit 1661 mit Marguerite Louise d’Orléans verheiratet, einer Cousine Ludwigs XIV. von Frankreich. Das Paar hatte drei Kinder: den späteren Großprinzen Ferdinando, die Tochter Anna Maria Luisa und Gian Gastone. Zwischen Vittoria und ihrer selbstbewussten Schwiegertochter entbrannte bald ein erbitterter Machtkampf. Aufgrund ihres starken Einflusses auf Cosimo setzte sich Vittoria durch. Ihr Sohn übertrug ihr sogar die tägliche Verwaltung der Toskana und nahm sie formell in die Consulta, den inneren Staatsrat, auf. Marguerite Louise fühlte sich dadurch an den Rand gedrängt. Die beiden Großherzoginnen stritten häufig über Rangfragen und ihre Stellung im Staatsrat. Cosimo ergriff stets die Partei seiner Mutter, was den Konflikt weiter verschärfte. Die Auseinandersetzungen im Pitti-Palast wurden so heftig, dass Zeitgenossen das dortige Leben als ununterbrochenen Lärm aus Streit und Beschimpfungen beschrieben. Marguerite Louise lebte zeitweise nahezu unter Überwachung in der Medici-Villa von Poggio a Caiano außerhalb von Florenz. Schließlich beschlossen die Eheleute, sich zu trennen. Marguerite Louise verließ die Toskana 1675 und zog unter der Bedingung nach Paris, im Kloster Saint-Pierre de Montmartre zu bleiben. Sie kehrte nicht zurück. Da Marguerite Louise ihre Kinder zurückließ, wurde Vittoria zur Vormundin ihrer drei Enkel Ferdinando, Anna Maria Luisa und Gian Gastone. In dieser Rolle kümmerte sie sich um die nächste Generation der Medici. Zuvor hatte sie Caterina Angiola Pieroncini als Hofdame beschäftigt und sie 1664 zur Ausbildung in der Handarbeit nach Paris geschickt. Im Alter zog sich Vittoria zunehmend aus der Politik zurück. Sie verbrachte längere Zeit im Kloster der Montalve, der später Villa La Quiete genannten Einrichtung, sowie in der Villa del Poggio Imperiale. Einen Teil ihrer ererbten Kunstsammlung ließ sie dorthin übertragen. Vittoria della Rovere starb am 5. März 1694 im Alter von 72 Jahren in Pisa und wurde in der Basilika San Lorenzo in Florenz bestattet. Nach ihrem Tod erbte ihr Sohn Francesco Maria, der seit 1686 Kardinal war, die Herzogtümer Rovere und Montefeltro. Diese Titel erloschen später mit dem Ende des Hauses Medici. Ihre Enkelin Anna Maria Luisa, die als Kurfürstin von der Pfalz bekannt war, vermachte 1743 die Bestände der Medici-Residenzen dem toskanischen Staat. Der sogenannte Familienpakt sorgte dafür, dass die Medici-Kunstschätze und auch Vittorias Erbe in Florenz verblieben.

Quelle: Vittoria della Rovere (en, 1371896705). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0