
Bildnachweis
Spanish: Felipe IV en Fraga Portrait of Philip IV in Fraga title QS:P1476,es:"Felipe IV en Fraga" label QS:Les,"Felipe IV en Fraga" label QS:Len,"Portrait of Philip IV in Fraga"
Diego Velázquez
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Bildquelle: File:Philip IV of Spain - Velázquez 1644.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Philipp IV. von Spanien, genannt „der Große“ oder „der Planetenkönig“, wurde am 8. April 1605 in Valladolid geboren und starb im September 1665 in Madrid. Er regierte die Spanische Monarchie vom 31. März 1621 bis zu seinem Tod. Zugleich war er bis zum portugiesischen Aufstand von 1640 als Philipp III. König von Portugal. Seine lange Herrschaft fiel in eine Zeit schwerer militärischer, wirtschaftlicher und politischer Krisen, aber auch in eine kulturelle Blüte des spanischen Goldenen Zeitalters.
Philipp war der älteste überlebende Sohn König Philipps III. und Margaretes von Österreich. Seine Geburt erfolgte in Valladolid, wohin der Hof zeitweise verlegt worden war. Getauft wurde er am 29. Mai 1605 in der Klosterkirche San Pablo. 1608 leistete er in Madrid den Eid als Fürst von Asturien und wurde damit offiziell als Thronfolger anerkannt. Seine Kindheit war wiederholt von Krankheiten geprägt. Er erkrankte unter anderem nach dem Trinken von Schnee- beziehungsweise Eiswasser, litt unter medizinischen Behandlungen und überstand später auch die Windpocken. Der Herzog von Lerma, der einflussreiche Günstling seines Vaters, wurde 1611 zu seinem Erzieher und Haushofmeister ernannt. Philipp erhielt Unterricht in christlicher Lehre und wurde zeitweise vom Priester Galcerán Albanell unterrichtet.
Schon früh wurde seine dynastische Zukunft durch Heiratspläne bestimmt. 1615 heiratete er in einer politisch arrangierten Verbindung Elisabeth von Bourbon, eine Tochter des französischen Königs Heinrich IV. Im selben Jahr heiratete seine Schwester Anna den französischen König Ludwig XIII. Philipp besuchte 1619 mit seinem Vater Portugal und wurde dort als dessen Erbe anerkannt. Als Philipp III. 1621 schwer erkrankte, begann Philipp, sich auf die Übernahme der Regierung vorzubereiten.
Nach seiner Thronbesteigung entfernte Philipp IV. den bisherigen Günstling seines Vaters, den Herzog von Uceda, vom Hof und ließ dessen Besitz sowie den Besitz des Herzogs von Lerma beschlagnahmen. Sein erster wichtigster Minister wurde Baltasar de Zúñiga. Gemeinsam bemühten sie sich, Korruption einzudämmen und die Verwaltung zu reformieren. Eine Reformkommission sollte gegen Missstände und moralische Verfehlungen vorgehen, blieb jedoch weitgehend erfolglos. Nach Zúñigas Tod im Jahr 1622 übernahm dessen Neffe, der Graf-Herzog von Olivares, die führende Stellung in der Regierung. Philipp verlieh ihm 1625 den Titel eines Herzogs von Sanlúcar la Mayor; fortan wurde er weithin als Graf-Herzog von Olivares bekannt.
Olivares wollte die Finanzen sanieren und die verschiedenen Territorien der Monarchie stärker zur gemeinsamen Verteidigung heranziehen. Sein wichtigstes Projekt war die „Waffenunion“, nach der Aragón, Valencia, Katalonien und andere Gebiete Truppen oder Geld für die Kriege der Krone bereitstellen sollten. Während Aragón und Valencia begrenzte Beiträge bewilligten, widersetzte sich Katalonien den Forderungen. Die Spannungen wurden durch die Einquartierung königlicher Truppen und Eingriffe in die katalanischen Verfassungen verschärft.
Auch wirtschaftlich geriet die Monarchie zunehmend unter Druck. Die umfangreiche Prägung minderwertiger Kupfermünzen führte zu Inflation und steigenden Preisen. 1627 musste die Krone ihre Zahlungen einstellen. Versuche, die Einnahmen durch neue Abgaben, etwa eine Salzsteuer, zu erhöhen, lösten Widerstand und Aufstände aus. In Kastilien führten Währungsmaßnahmen und eine drastische Abwertung 1642 zu großer Armut. Die finanziellen Schwierigkeiten erschwerten wiederum die Kreditaufnahme und die Finanzierung der Kriege.
Außenpolitisch setzte Philipp zunächst auf die Wiederaufnahme des Krieges gegen die Vereinigten Provinzen der Niederlande. In Flandern gelangen den spanischen Truppen einzelne Erfolge, darunter die Eroberung Bredas 1625. Gleichzeitig kämpfte Spanien um seine Besitzungen und Handelsinteressen in Übersee. Niederländische Angriffe führten zur Eroberung weiter Teile von Pernambuco in Brasilien. 1635 erklärte Frankreich den Habsburgern den Krieg. Der Konflikt weitete sich aus und band spanische Kräfte in den Niederlanden, an den Pyrenäen und in Italien. Die Niederlage bei Rocroi 1643 erschütterte den Ruf der spanischen Tercios, auch wenn Spanien später noch bedeutende Siege errang.
Die Krise von 1640 stellte die Herrschaft Philipps vor ihre schwerste Belastungsprobe. In Katalonien kam es nach Konflikten über Truppenversorgung und Abgaben zum Aufstand. Am 7. Juni 1640, dem Tag des Fronleichnamsfestes, drangen bewaffnete Rebellen in Barcelona ein. Der Vizekönig wurde bei einem Fluchtversuch getötet. Katalanische Aufständische schlossen anschließend ein Bündnis mit Frankreich. Das königliche Heer erlitt 1641 bei Montjuïc eine schwere Niederlage, doch 1652 gelang Philipp mit seinen Truppen die Rückeroberung Barcelonas und die Wiederherstellung der früheren politischen Ordnung.
Im Dezember 1640 erhob sich auch Portugal. Die portugiesischen Stände boten dem Herzog von Braganza die Krone an, der als Johann IV. regierte. Da die spanischen Truppen in Katalonien gebunden waren, konnte Philipp den Aufstand nicht rasch niederschlagen. Frankreich, England und zeitweise die Vereinigten Provinzen unterstützten Portugal. Der Krieg dauerte über Philipps Tod hinaus und endete 1668 mit der Anerkennung der portugiesischen Unabhängigkeit.
Der wachsende Widerstand gegen Olivares führte 1643 zu dessen Rücktritt. Philipp ernannte anschließend Luis Méndez de Haro, einen Neffen Olivares’, zu seinem ersten Minister. Unter Haro konnte Spanien 1652 Katalonien zurückgewinnen und 1648 im Frieden von Münster die Unabhängigkeit der Niederlande anerkennen. Der Pyrenäenfrieden von 1659 beendete den Krieg mit Frankreich. Spanien trat dabei das Roussillon, den Conflent und Teile der Cerdanya an Frankreich ab. Außerdem wurde die Ehe von Philipps Tochter Maria Teresa mit Ludwig XIV. vereinbart.
Nach Haros Tod 1661 regierte Philipp IV. in seinen letzten Jahren ohne offiziellen Günstling stärker persönlich. Er stützte sich dabei unter anderem auf den Herzog von Medina de las Torres und den Grafen von Castrillo. Militärisch verschlechterte sich die Lage weiter; 1663 und 1665 erlitt Spanien schwere Niederlagen gegen Portugal.
Philipp war zweimal verheiratet. Elisabeth von Bourbon starb 1644. Aus ihrer Ehe gingen zehn Kinder hervor, von denen nur Baltasar Carlos und Maria Teresa das Erwachsenenalter erreichten. 1649 heiratete Philipp seine Nichte Maria Anna von Österreich, nachdem Papst Innozenz X. die notwendige Dispens erteilt hatte. Aus dieser Ehe stammte Karl, der 1661 geboren wurde und Philipp als Karl II. auf dem spanischen Thron nachfolgte. Philipp hatte außerdem zahlreiche uneheliche Kinder, von denen er zwei offiziell anerkannte. Zu den bekanntesten gehörte Johann Joseph von Österreich, der später selbst eine wichtige politische Rolle spielte.
Neben seinen politischen und militärischen Aufgaben war Philipp ein bedeutender Förderer der Künste. Er trug eine der größten Gemäldesammlungen Europas zusammen und ließ Werke von Rubens, Tizian, Rafael, Velázquez und zahlreichen weiteren Künstlern für die königlichen Paläste erwerben. 1623 ernannte er Diego Velázquez zum Hofmaler. Unter seiner Herrschaft entstand der Buen Retiro in Madrid, ein Zentrum höfischer Feste, Theateraufführungen und literarischer Veranstaltungen. Philipp selbst schrieb zwischen 1643 und 1665 zahlreiche Briefe an die Nonne Maria von Ágreda, die ihn auch in Staatsfragen beriet.
In seinen letzten Lebensjahren litt der König unter wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, Fieber und zunehmender körperlicher Schwäche. Im September 1665 verschlechterte sich sein Zustand im Madrider Alcázar rapide. Er verfasste ein neues Testament und starb wenig später. Auf eigenen Wunsch wurde er in der königlichen Gruft des Klosters El Escorial beigesetzt.
Quelle: Felipe IV de España (es, 175235084). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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