Person
Luís Fernando de Orleans y Borbón
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Tod
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Biografie
Luis Fernando de Orleans y Borbón wurde am 5. November 1888 in Madrid geboren und starb am 20. Juni 1945 in Paris. Er war ein spanischer Infant und stammte aus dem Haus Bourbon. Seine Tante, die spanische Regentin Maria Christina, verlieh ihm den Rang eines Infanten bereits bei seiner Geburt. Diesen Titel behielt er bis 1924, als ihn sein Cousin, König Alfons XIII., wegen seines als anstößig und wenig vorbildlich geltenden Verhaltens entzog.
Luis Fernando war der zweite Sohn des Infanten Antonio de Orleans, des 4. Herzogs von Galliera, und der Infantin Eulalia von Spanien, einer Tochter Königin Isabellas II. Seine Eltern waren Cousin und Cousine ersten Grades: Ihre Mütter, Isabella II. und die Infantin Luisa Fernanda, waren beide Töchter König Ferdinands VII. Luis Fernandos Großvater väterlicherseits war Antonio de Orleans, Herzog von Montpensier, sein Großvater mütterlicherseits der Prinzgemahl Franz von Assisi. Er hatte einen älteren Bruder namens Alfonso, der familiär Ali genannt wurde. Eine 1890 geborene Schwester namens Roberta überlebte die Geburt nicht.
Am 2. Dezember 1888 wurde Luis Fernando in der Kapelle des Königlichen Palastes von Madrid getauft. Seine Taufpaten waren sein Onkel Ludwig Ferdinand von Bayern und die Infantin Paz von Bourbon; er erhielt die Namen Luis Fernando María Zacarías. Während seiner Kindheit befand sich sein Cousin Alfons XIII. noch in der Minderjährigkeit, sodass Luis Fernando in einem von dynastischen Erwartungen geprägten Umfeld aufwuchs.
1899 wurden Luis Fernando und sein Bruder nach England geschickt, um am Jesuitenkolleg Beaumont College erzogen zu werden. Erst 1904 kehrten sie nach Spanien zurück. Inzwischen hatten sich die familiären Verhältnisse grundlegend verändert. Nach mehreren Jahren gegenseitiger Konflikte und Untreue ließen sich seine Eltern 1900 scheiden. Die Trennung löste innerhalb der Bourbonen einen großen Skandal aus. Luis Fernando entwickelte daraufhin ein distanziertes Verhältnis zu seiner Mutter, die viel durch Europa reiste. Zu seinem Vater, der damals eine stürmische Beziehung mit Carmen Giménez Flores unterhielt, brach er den Kontakt ab. Später verlieh Alfons XIII. dieser Frau den Titel einer Vizegräfin von Térmens, was bei Eulalia zusätzlichen Unmut hervorrief.
Auch Luis Fernandos Erwachsenenleben war von Gerüchten und Skandalen begleitet. Im Juli 1914 meldete die New York Times überraschend seine angebliche Heirat mit einer jungen Britin namens Beatrice Harrington. Bald stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine Verwechslung handelte: Der betreffende Bräutigam war Luis de Borbón, Herzog von Ánsola, ein entfernter Verwandter des Infanten.
Im Oktober 1924 wurde Luis Fernando aus Frankreich ausgewiesen, nachdem er in einen Fall von Drogenhandel verwickelt worden war. Als Reaktion auf den Skandal entzog Alfons XIII. ihm am 9. Oktober desselben Jahres seine Privilegien und den Rang eines spanischen Infanten. Luis Fernando protestierte gegen diese Entscheidung, konnte jedoch weder in Spanien noch in Frankreich bleiben und zog nach Lissabon. Im März 1926 wurde er erneut festgenommen, als er verkleidet als Frau versuchte, die spanisch-portugiesische Grenze zu überqueren. Gegen ihn wurde der Vorwurf des Schmuggels erhoben.
1929 berichtete die Presse über seine angebliche Verlobung mit Mabelle Gilman Corey, einer Broadway-Schauspielerin und früheren Ehefrau des Stahlmagnaten William E. Corey. Zur Hochzeit kam es jedoch nicht. Im Juli 1930 wurde stattdessen seine Verlobung mit Marie Constance Charlotte Say bekanntgegeben. Marie Say, eine Großnichte des Ökonomen Jean-Baptiste Say, war Witwe des Prinzen Heinrich Amadeus de Broglie und Eigentümerin des Schlosses Chaumont. Sie hatte von ihrem Vater Constant Say eine Zuckerfabrik geerbt. Zum Zeitpunkt der Verlobung war Luis Fernando 41 Jahre alt, Marie Say 72.
Die geplante Ehe sorgte für erhebliches Aufsehen. Maries Neffe François de Cossé, Herzog von Brissac, versuchte vor Gericht, die Hochzeit im Namen der Familie zu verhindern. Er erklärte, seine Tante sei nicht mehr in der Lage, selbstständig über eine Eheschließung zu entscheiden. Marie Say erwiderte, sie denke bereits seit zwölf Jahren an eine Heirat, habe diese aber wegen ihrer Enkel aufgeschoben. Das Gericht erkannte dem Herzog kein Recht zu, die Ehe zu verhindern. Eine Kommission aus drei Ärzten untersuchte anschließend Maries geistigen Zustand und bestätigte die gerichtliche Einschätzung.
Am 19. Juli 1930 heirateten Luis Fernando und Marie Say standesamtlich in London. Im Oktober folgte die kirchliche Trauung in der Kathedrale San Siro im italienischen Sanremo. Das Paar ließ sich dort nieder und lebte in einem Haus, das Luis Fernando von seiner Mutter überlassen worden war. Sein Verhältnis zu Eulalia blieb dabei widersprüchlich und wechselhaft.
Luis Fernandos aufwendiger Lebensstil führte dazu, dass Marie Say ihr Schloss und ihre Ländereien in Chaumont verkaufen musste. Im Februar 1935 wurde er nach einer Razzia der Sittenpolizei erneut aus Frankreich ausgewiesen. Seit Jahren war über seine sexuelle Orientierung spekuliert worden; wegen seines auffällig femininen Auftretens wurde er in Madrid abwertend als „König der Schwulen“ bezeichnet. Nachdem er das Vermögen seiner Ehefrau weitgehend aufgebraucht hatte, verließ er sie und lebte allein in Paris.
Dort engagierte er sich später aktiv in der französischen Résistance. Außerdem wurde berichtet, dass man ihn 1938 in Berlin mit einem an die Jacke genähten gelben Stern gesehen habe, nachdem die Nationalsozialisten Juden zum Tragen dieses Kennzeichens gezwungen hatten. Marie Say starb 1943 im Alter von 86 Jahren in ihrer Wohnung in der Pariser Rue de Grenelle. Luis Fernando lebte zu dieser Zeit in einem Altersheim. Er starb zwei Jahre später im Alter von 57 Jahren in einer Pariser Klinik an den Folgen einer Operation, die zur Behandlung einer Krebserkrankung durchgeführt worden war. Bestattet wurde er in der Kirche des Unbefleckten Herzens Mariens in der Rue de la Pompe, der sogenannten Spanischen Kirche von Paris.
Von 1909 bis 1924 war Luis Fernando Träger des Großkreuzes des Ordens Karls III. und erster Ritter der Königlichen Kavallerie- und Rittervereinigung von Granada. 2012 erschien die erste Biografie über ihn unter dem Titel „El infante maldito“.
Quelle: Luis Fernando de Orleans y Borbón (es, 174209772). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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