Person
Maria Josepha von Österreich
Verbindung zu einer anderen Person findenGeburt
08.12.1699
Tod
17.11.1757

Bildnachweis
Portrait of Maria Josepha of Austria, Electress of Saxony label QS:Len,"Portrait of Maria Josepha of Austria (1699-1757), Electress of Saxony and Queen of Poland"
Louis de Silvestre
skd.museum
Bildquelle: File:Maria Josepha of Austria, Electress of Saxony and Queen of Poland by Louis de Silvestre.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Maria Josepha Benedikta Antonia Theresia Xaveria Philippine von Österreich wurde am 8. Dezember 1699 in Wien als ältestes Kind Kaiser Josephs I. und Wilhelmine Amalies von Braunschweig-Lüneburg geboren. Ihr jüngerer Bruder Leopold Joseph starb bereits im Kleinkindalter, während ihre Schwester Maria Amalia später den bayerischen Kurfürsten und Kaiser Karl VII. heiratete. Maria Josepha wuchs unter der strengen katholischen Erziehung ihrer Großmutter Eleonore Magdalene Therese von der Pfalz auf. Gemeinsam mit ihrer Schwester nahm sie an Wallfahrten teil. Sie lernte Latein und Französisch und eignete sich später auch Polnisch an. Ihre religiöse Prägung bestimmte ihr Leben nachhaltig; als Erwachsene setzte sie sich nachdrücklich für die katholische Kirche ein.
Schon als Maria Josepha noch ein Kind war, bemühte sich August der Starke, sächsischer Kurfürst und polnischer König, um ihre Verbindung mit seinem Sohn Friedrich August. Er hoffte, durch die Ehe Sachsen gegenüber dem erstarkenden Preußen zu stärken. Zugleich hätte sein Sohn im Fall eines Aussterbens der männlichen habsburgischen Linie möglicherweise gute Aussichten auf die Kaiserwürde gehabt. Die dynastischen Erwartungen standen im Zusammenhang mit dem habsburgischen Hausgesetz von 1703, das den Töchtern Josephs I. zunächst einen Vorrang vor den Töchtern seines Bruders Karl einräumte. Karl VI. hob diese Regelung jedoch nach seiner Thronbesteigung durch die Pragmatische Sanktion von 1713 wieder auf und schuf damit die Grundlage für die spätere Thronfolge seiner Tochter Maria Theresia.
Eine wichtige Voraussetzung für Maria Josephas Heirat war, dass Friedrich August im November 1712 in Bologna zum katholischen Glauben übergetreten war. Zunächst blieb dieser Schritt geheim; erst 1717 machte er ihn in Wien öffentlich. Nachdem die Verlobung am 26. Februar 1718 bekannt gegeben worden war und Maria Josepha die Pragmatische Sanktion anerkannt hatte, wobei sie auf eigene Erbansprüche in den österreichischen Staaten verzichtete, heiratete das Paar am 20. August 1719 in Wien. Die anschließenden Feierlichkeiten in Dresden dauerten fast den gesamten September und umfassten unter anderem Festmähler und Opernaufführungen. Das junge Paar bezog das umgebaute Taschenbergpalais neben dem Dresdner Schloss, das zuvor der Gräfin von Cosel, einer ehemaligen Mätresse Augusts des Starken, gehört hatte.
Nach dem Tod Augusts des Starken am 1. Februar 1733 wurde Friedrich August als Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen. Maria Josepha wurde damit Kurfürstin. Mit Unterstützung Österreichs und Russlands setzte sich ihr Mann im Kampf gegen Stanisław Leszczyński um den polnischen Thron durch. Am 17. Januar 1734 wurde er in Krakau als August III. zum König von Polen gekrönt, und Maria Josepha erhielt den Rang einer polnischen Königin. 1737 nahm Anna von Russland sie als erste Katholikin in den Katharinenorden auf.
Ihre Ehe galt als vorbildlich. Anders als sein Vater unterhielt Friedrich August II. keine Beziehungen zu anderen Frauen. Maria Josepha widmete sich intensiv der Erziehung ihrer zahlreichen Kinder und übernahm diese Aufgabe persönlich, obwohl dies damals unüblich war. Sie stellte für den Nachwuchs strenge Regeln auf. Von ihren beiden ältesten Söhnen starb einer kurz nach der Geburt, der zweite im Kindesalter. Daher wurde der dritte Sohn Friedrich Christian Thronfolger. Er war mit einer Behinderung geboren worden, und Maria Josepha machte sich deswegen Vorwürfe, weil sie während der Schwangerschaft an einem Jagdausflug teilgenommen und einen Sturz vom Pferd erlitten hatte. Dennoch blieb Friedrich Christian Kurprinz.
Maria Josepha war auch politisch aktiv. Sie beherrschte die polnische Sprache und besuchte häufiger Beratungen des polnischen Reichstages. Mit der Zeit verlor sie jedoch Einfluss auf ihren Mann, da dieser zunehmend dem Grafen Heinrich von Brühl vertraute und ihm immer größere Macht einräumte. Nach dem Tod Karls VI. im Jahr 1740 setzte Maria Josepha durch, dass Friedrich August Ansprüche auf die Kaiserkrone geltend machte, obwohl Brühl davon abriet. Der Versuch blieb erfolglos.
Das Kurfürstenpaar förderte Kunst und Musik und prägte das kulturelle Leben Sachsens im Stil des österreichisch-süddeutschen Barocks. Zu Maria Josephas Geburtstag im Jahr 1733 widmete Johann Sebastian Bach der Königin die Glückwunschkantate „Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!“, deren Musik er später zu großen Teilen in sein Weihnachtsoratorium übernahm.
In der Religionspolitik setzte sich Maria Josepha dafür ein, den Katholizismus im überwiegend lutherischen Sachsen zu fördern. Dabei erhielt sie Unterstützung von den Jesuiten; ihr Beichtvater war der Jesuit Anton Steyerer. Auch in Polen unterstützte sie die Anliegen der katholischen Kirche. In Dresden ging auf ihre Initiative der Bau der 1732 geweihten Kaiserkapelle zurück. 1746 ließ sie das katholische Josephinen-Stift errichten, das armen Mädchen Unterkunft und Handarbeitsunterricht bot. Ein Jahr später folgte die Gründung eines katholischen Krankenstifts. Gemeinsam mit ihrem Mann veranlasste sie außerdem zwischen 1739 und 1755 den Bau der katholischen Hofkirche.
Als Friedrich II. von Preußen zu Beginn des Siebenjährigen Krieges 1756 Sachsen besetzen ließ, zogen Friedrich August II. und Graf Brühl nach Polen. Maria Josepha blieb dagegen mit ihrem ältesten noch lebenden Sohn Friedrich Christian und dessen Familie in Dresden. Sie versuchte, den sächsischen Widerstand im Rahmen ihrer Möglichkeiten aufrechtzuerhalten. In Dresden wurden geheime Kriegsschreiben ausgetauscht. Außerdem verweigerte sie dem preußischen General Friedrich von Wylich zunächst den Zugang zu einem Geheimarchiv, das sich in drei Räumen des königlichen Schlosses befand. Erst als er mit einem gewaltsamen Vorgehen auf Befehl des preußischen Königs drohte, musste sie die Schlüssel herausgeben. Ihr mutiges Auftreten brachte ihr gegen Ende ihres Lebens den Respekt und die Zuneigung vieler Sachsen ein, die ihr als Katholikin lange zurückhaltend gegenübergestanden hatten.
Maria Josepha und Friedrich August II. hatten insgesamt fünfzehn Kinder. Zu ihnen gehörten Friedrich Christian, der später Kurfürst von Sachsen wurde, sowie Maria Amalia, Maria Anna, Maria Josepha Karolina, Maria Christina, Maria Elisabeth und Maria Kunigunde. Mehrere ihrer Kinder gingen bedeutende dynastische Verbindungen ein, darunter mit den Herrscherhäusern von Parma, Bayern und Frankreich. Die Söhne Franz Xaver, Karl Christian, Albert Kasimir und Clemens Wenceslaus übernahmen später ebenfalls wichtige politische, militärische oder kirchliche Aufgaben.
Friedrich der Große ließ Maria Josepha während der preußischen Besetzung Sachsens überwachen. Gut ein Jahr nach dem Einmarsch und weiterhin von ihrem Mann getrennt, starb sie am 17. November 1757 im Alter von knapp 58 Jahren in Dresden an einem Schlagfluss. Sie wurde in der Wettiner-Gruft der katholischen Hofkirche beigesetzt. Im Martyrologium des Zisterzienserklosters Heiligenkreuz wird ihrer am 17. November gedacht.
Quelle: Maria Josepha von Österreich (1699–1757) (de, 267378564). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
Eltern
Kinder
- Albert Kasimir von Sachsen-Teschen
- Clemens Wenzeslaus von Sachsen
- Franz Xaver von Sachsen
- Friedrich August Prinz von Sachsen
- Friedrich Christian
- Joseph August Prinz von Sachsen
- Karl von Sachsen
- Maria Amalia von Sachsen
- Maria Anna von Sachsen
- Maria Christina von Sachsen
- Maria Elisabeth von Sachsen
- Maria Josepha von Sachsen
- Maria Kunigunde von Sachsen
- Maria Margaretha von Sachsen