Person

August III.

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Geburt

  1. 17.10.1696

Tod

  1. 05.10.1763

Porträt von August III.
Bildnachweis

Portrait of August III the Saxon (1696-1763) label QS:Len,"Portrait of August III the Saxon (1696-1763)"

Louis de Silvestre

http://museum.zib.de/sgml/satz.php?id=gm001355

Bildquelle: File:August III the Saxon 1.PNG · Lizenz: Public domain

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Biografie

August III. von Polen, im Heiligen Römischen Reich als Friedrich August II. bekannt, wurde am 17. Oktober 1696 in Dresden geboren und starb am 5. Oktober 1763 ebendort. Er war von 1733 bis 1763 König von Polen und Großfürst von Litauen sowie Kurfürst von Sachsen. Als einziger legitimer Sohn Augusts des Starken wurde er früh auf eine spätere Herrschaft vorbereitet. Seine Mutter Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth blieb zeitlebens überzeugte Protestantin und wurde in Polen nie zur Königin gekrönt, was beim polnischen Adel Unmut hervorrief. August wuchs zunächst unter der Obhut seiner lutherischen Großmutter auf, erhielt jedoch eine umfassende Ausbildung in Polnisch, Deutsch, Französisch und Latein sowie in Mathematik, Chemie, Geografie und Reitkunst. Um seine Chancen auf den polnischen Thron zu verbessern, führte sein Vater ihn auf Reisen durch katholische Länder. Während eines Aufenthalts in Venedig wurde ein von britischen Agenten organisierter Entführungsversuch vereitelt. 1711 nahm August an der Krönung Karls VI. teil. Im November 1712 konvertierte er während einer ausgedehnten Italienreise zum Katholizismus. Diese Entscheidung löste unter dem protestantischen sächsischen Adel Unzufriedenheit aus, ermöglichte ihm aber, seine dynastischen Ansprüche in Polen und seine Beziehungen zu katholischen Mächten zu stärken. 1714 wurde er am Hof Ludwigs XIV. in Versailles empfangen. Dort nahm er an höfischen Festen teil, vertiefte seine Kenntnisse der französischen Sprache und lernte politische und diplomatische Umgangsformen. Auf einer anschließenden Reise durch Frankreich erhielt er zudem Einblicke in das Leben von Städten und Dörfern. Am 20. August 1719 heiratete August in Wien Maria Josepha von Österreich, eine Tochter Kaiser Josephs I. und Nichte Karls VI. Die Ehe war politisch arrangiert und sollte Sachsens Stellung im Reich sichern. Maria Josepha verzichtete kurz zuvor auf ihre Ansprüche auf die österreichische Thronfolge zugunsten der Tochter ihres Onkels, Maria Theresia. Die Hochzeitsfeierlichkeiten in Dresden gehörten zu den aufwendigsten des europäischen Barock. August und Maria Josepha führten eine enge Ehe und hatten sechzehn Kinder, von denen mehrere später bedeutende dynastische oder kirchliche Positionen einnahmen. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters am 1. Februar 1733 erbte August ohne Schwierigkeiten das sächsische Kurfürstentum. Seine Wahl zum polnischen König war dagegen umstritten. Österreich und Russland unterstützten ihn, nachdem er politische Zugeständnisse gemacht und die Pragmatische Sanktion von 1713 anerkannt hatte. Russische Truppen marschierten in Polen ein, um seine Nachfolge zu sichern. In der Wahl erhielt Stanisław Leszczyński zwar die Mehrheit der Stimmen, doch August wurde von einflussreichen Magnaten unterstützt und am 5. Oktober 1733 zum König gewählt. Nach dem folgenden Krieg um die polnische Thronfolge wurde Leszczyński vertrieben; ein Reichstag bestätigte August 1736 faktisch als König von Polen und Großfürst von Litauen. Aus dem Gegensatz zwischen beiden Bewerbern entwickelte sich die polnische Redewendung „od Sasa do Lasa“, die bis heute zwei gegensätzliche Dinge bezeichnet. August zeigte wenig persönliches Interesse an den politischen Angelegenheiten des polnisch-litauischen Staates. Er hielt sich während seiner dreißigjährigen Herrschaft weniger als drei Jahre in Polen auf und widmete sich lieber der Jagd, der Oper und dem Sammeln von Kunstwerken. Die Regierung überließ er weitgehend seinem einflussreichen Ratgeber Heinrich von Brühl. Dieser übte in Polen eine nahezu stellvertretende Herrschaft aus und überließ die Verwaltung wiederum mächtigen Adelsfamilien, insbesondere den Czartoryski. Machtkämpfe zwischen Adelsgruppen lähmten den Reichstag, während das Liberum veto politische Entscheidungen erschwerte. Korruption, innere Unordnung und die Einmischung Russlands, Preußens und Österreichs nahmen zu. August konnte seine Familie nicht dauerhaft auf dem polnischen Thron etablieren; Russland unterstützte stattdessen später Stanisław August Poniatowski, der mit Katharina der Großen verbunden war. In der europäischen Politik stand August eng an der Seite Österreichs. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wechselte Sachsen zunächst das Bündnis, unterstützte schließlich aber Maria Theresia. Nach militärischen Niederlagen gegen Preußen musste Sachsen im Dresdner Frieden von 1745 hohe Entschädigungen zahlen. Der Konflikt belastete die sächsischen Finanzen schwer. Im Siebenjährigen Krieg wurde Sachsen 1756 von Preußen überfallen und als Kriegsgebiet sowie zur Unterstützung der preußischen Kriegsanstrengungen ausgebeutet. Der Hubertusburger Frieden von 1763 beendete den Krieg mit einem preußischen Sieg; Sachsen musste seinen Anspruch auf Schlesien aufgeben. Trotz seiner politischen Schwächen war August ein bedeutender Förderer von Kunst, Musik und Architektur. Er erweiterte die Dresdner Kunstsammlung, vollendete den Ausbau des Sächsischen Palais in Warschau und ließ am Warschauer Königsschloss Veränderungen vornehmen. In Dresden entstanden unter seiner Herrschaft die katholische Hofkirche und weitere kulturelle Einrichtungen. 1748 gründete er in Warschau ein Opernhaus und in Dresden die erste medizinische Hochschule. Zu den Künstlern, die von ihm oder seinem Hof gefördert wurden, gehörten Johann Sebastian Bach, Johann Adolph Hasse und Johann David Heinichen. August wurde in Polen häufig als unbeholfener, übergewichtiger und an Staatsgeschäften desinteressierter Herrscher kritisiert. Zeitgenössische Beschreibungen aus Dresden zeichnen jedoch auch das Bild eines ehrlichen, warmherzigen und geachteten Mannes. Er galt als fürsorglicher Ehemann und als wohltätig. Das von Gabriel Piotr Baudouin gegründete Warschauer Waisenhaus unterstützte er und erhob es 1758 zum Allgemeinen Jesuskind-Krankenhaus, das neben Waisen auch Arme und Kranke versorgte. Im April 1763 kehrte August krank und geschwächt von Polen nach Dresden zurück. Am 5. Oktober desselben Jahres starb er dort an einem Schlaganfall. Anders als sein Vater wurde er nicht in Krakau, sondern im Dresdner Dom beigesetzt. Sein ältester überlebender Sohn Friedrich Christian folgte ihm als Kurfürst von Sachsen, starb jedoch bereits zweieinhalb Monate später. In Polen wurde 1764 mit russischer Unterstützung Stanisław August Poniatowski zum König gewählt.

Quelle: Augustus III of Poland (en, 1359318926). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0