Person

Margarete von Österreich

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Geburt

  1. 10.01.1480

Tod

  1. 01.12.1530

Porträt von Margarete von Österreich
Bildnachweis

Portrait of Margaret of Austria, Duchess of Savoy (1480-1530)

Bernard van Orley

[1] ; direct lik to the image: [2]

Bildquelle: File:Portrait of Archduchess Margaret of Austria, Duchess of Savoy (1480–1530), in widow's dress, by Bernard van Orley.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Margarete von Österreich wurde am 10. Januar 1480 in Brüssel als Tochter Maximilians von Österreich und Marias von Burgund geboren. Ihr Vater war das Oberhaupt des Hauses Habsburg, ihre Mutter eine Tochter Karls des Kühnen, des letzten Herzogs von Burgund aus dem Hause Valois. Bei ihrer Taufe erhielt sie den Namen ihrer Patin Margarete von York, der Witwe Karls des Kühnen. Die ersten beiden Jahre ihres Lebens verbrachte sie mit ihrer Mutter und ihrem älteren Bruder Philipp, dem späteren König von Kastilien, in Brüssel. Nach dem Tod ihrer Mutter im März 1482 wurde Margarete früh zum Spielball europäischer Machtpolitik. Maximilian wollte die Regentschaft in den Niederlanden für seine Kinder übernehmen, stieß dabei jedoch auf den Widerstand flämischer Städte. Zugleich nutzte der französische König Ludwig XI. die geschwächte Lage des Habsburgers und setzte ihn militärisch unter Druck. Im Vertrag von Arras wurde schließlich vereinbart, dass Margarete den französischen Thronfolger Karl heiraten sollte. Als Mitgift waren mehrere von Frankreich besetzte burgundische Gebiete vorgesehen. Im Alter von drei Jahren kam Margarete an den französischen Hof. Dort wurde sie als „Tochter Frankreichs“ erzogen und erhielt unter der Aufsicht Annas von Frankreich eine sorgfältige Ausbildung, besonders in Sprachen und Künsten. Sie lebte im Schloss Plessis-lès-Tours, wurde mit großer Zuneigung behandelt und als „kleine Königin“ bezeichnet. Zu ihren Spielgefährtinnen gehörte Louise von Savoyen, die spätere Mutter des französischen Königs Franz I. Margarete selbst fasste Zuneigung zu ihrem Verlobten und rechnete fest damit, Königin von Frankreich zu werden. Die politischen Interessen Frankreichs machten diese Hoffnung jedoch zunichte. Karl VIII. wollte die Bretagne durch eine Ehe mit deren Herzogin Anne enger an Frankreich binden und damit verhindern, dass Maximilian dort Einfluss gewann. Obwohl Karl Margarete zunächst noch versicherte, an der Verbindung festhalten zu wollen, ließ er die Verlobung 1491 auflösen und heiratete Anne von Bretagne. Margarete blieb noch zwei Jahre in Frankreich, während über die Rückgabe ihrer Mitgift verhandelt wurde. Der Vertrag von Senlis von 1493 brachte sie schließlich zu ihrem Vater zurück und sprach ihr einen großen Teil der umstrittenen Gebiete zu. Bei ihrer Rückkehr in die Niederlande wurde sie feierlich empfangen; die Demütigung der Zurückweisung prägte ihr Verhältnis zu Frankreich nachhaltig. Noch im selben Lebensabschnitt wurde Margarete erneut aus politischen Gründen verheiratet. 1497 heiratete sie in Burgos Johann von Aragón, den Erben der kastilischen und aragonesischen Kronen. Die Ehe dauerte jedoch nur wenige Monate, da Johann im Oktober desselben Jahres an seiner schwachen Gesundheit starb. Margarete war schwanger, brachte aber ein totgeborenes Kind zur Welt. Zwei Jahre blieb sie noch in Spanien, bevor sie 1500 in die Niederlande zurückkehrte. 1501 heiratete sie Philibert II., Herzog von Savoyen, genannt „der Schöne“. Diese Ehe erwies sich zunächst als glücklich. Philibert führte Margarete in die Jagd und in die politischen Angelegenheiten seines Landes ein und überließ ihr zunehmend die Regierung. Sie lenkte Savoyen im Interesse ihres Vaters und ihres Bruders aus dem französischen Einflussbereich in das Lager der Habsburger. Dabei setzte sie sich gegen ihren einflussreichen Halbbruder René von Savoyen durch, dem sie Amtsmissbrauch und Verschwendung vorwarf. Doch auch diese Ehe endete früh: Philibert starb 1504 nach einem Jagdunfall. Margarete war mit 24 Jahren zum zweiten Mal Witwe und blieb kinderlos. Weitere Heiratsangebote, unter anderem aus England, lehnte sie ab und heiratete nicht wieder. Als Zeichen ihrer Trauer und ihrer burgundischen Herkunft ließ Margarete nahe Bourg-en-Bresse das königliche Kloster von Brou errichten. Der Bau begann 1506 und wurde zu einem bedeutenden Denkmal spätgotischer Architektur und flämischer Kunst. Margarete bestimmte Künstler, Handwerker und die Ausstattung selbst. Die Kirche mit ihren Grabmälern, Skulpturen, Retabeln und farbigen Dachziegeln sollte an ihre Familie und an das verlorene Herzogtum Burgund erinnern. Nach dem überraschenden Tod ihres Bruders Philipp des Schönen im Jahr 1506 rief Maximilian sie in die Niederlande zurück. Philipp hatte mehrere Kinder dort zurückgelassen, während seine Frau Johanna von Kastilien nach seinem Tod in eine schwere seelische Krise geriet. Margarete übernahm deshalb die Erziehung von Eleonore, Karl, Isabella und Maria. Karl, ihr Neffe und spätere Kaiser Karl V., wurde von ihr besonders geprägt. Am 18. März 1507 ernannte Maximilian Margarete außerdem zur Statthalterin und Regentin der habsburgischen Niederlande. Sie residierte in Mecheln und führte die reichen, aber politisch unruhigen Provinzen mit großer Entschlossenheit. Zugleich unterhielt sie einen bedeutenden Hof, an dem Künstler, Schriftsteller und Musiker wirkten. Nach Karls Regierungsantritt bestätigte dieser sie in ihrem Amt, das sie bis zu ihrem Tod behielt. Margarete unterstützte ihn auch bei der Finanzierung seiner Wahl zum römisch-deutschen König und später zum Kaiser, obwohl Franz I. von Frankreich ebenfalls um die Krone konkurrierte. Die Rivalität zwischen Karl und Franz führte in den 1520er Jahren zu mehreren Kriegen. Margarete setzte zunächst auf Bündnisse gegen Frankreich, war aber ebenso bereit, durch Verhandlungen eine Einigung zu suchen. Dabei nahm sie den Kontakt zu Louise von Savoyen wieder auf, ihrer früheren Gefährtin am französischen Hof und inzwischen der Mutter Franz’ I. Gemeinsam handelten beide Frauen den Vertrag von Cambrai aus, die sogenannte Damenfriede von 1529, der Frankreichs Beteiligung am siebten Italienischen Krieg beendete. Margarete wurde damit zu einem herausragenden Beispiel für weibliche Diplomatie und politische Führung in der Renaissance. Ihre beträchtlichen Einkünfte aus Mitgiften, Witwenversorgung und Besitzungen ermöglichten ihr eine intensive Förderung von Kunst und Wissenschaft. Ihr Hof in Mecheln wurde zu einem Zentrum der nordeuropäischen Renaissance. Sie unterstützte unter anderem Erasmus, Jean Louis Vivès, Musiker wie Josquin des Prez und Pierre de La Rue sowie Maler und Bildhauer. Ihre umfangreiche Sammlung umfasste Gemälde, Tapisserien, Skulpturen und kostbare kunsthandwerkliche Arbeiten. Auch ihre Bibliothek mit Hunderten von Büchern spiegelte ihre Interessen und ihre politische Selbstdarstellung wider. Margarete spielte mehrere Instrumente und verband religiöse Frömmigkeit mit einem ausgeprägten Interesse an Mythologie, Antike und weltlicher Kunst. Margarete starb am 1. Dezember 1530 in Mecheln an den Folgen einer verletzten und entzündeten Fußwunde. Ihre sterblichen Überreste wurden 1532 in das Kloster von Brou überführt und dort neben ihrem zweiten Ehemann beigesetzt. Ihr Leben war von frühen familiären Verlusten, politischen Zwangsehen und wiederholter Witwenschaft geprägt. Erst als Regentin und Statthalterin konnte sie ihre Fähigkeiten selbstbestimmt einsetzen. Als Politikerin, Diplomatin, Erzieherin und Mäzenin hinterließ sie ein dauerhaftes Beispiel für die politische Bedeutung und kulturelle Wirkung einer Frau an der Spitze eines europäischen Fürstenhauses.

Quelle: Marguerite d'Autriche (1480-1530) (fr, 238036969). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0

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