Biografie
Philibert II. von Savoyen, genannt „der Schöne“ oder „der Gute“, wurde am 10. April 1480 im Schloss Pont-d’Ain im Königreich Frankreich geboren und starb dort am 10. September 1504. Von 1497 bis zu seinem Tod war er der 8. Herzog von Savoyen. Außerdem führte er die Titel eines Fürsten von Piemont, Grafen von Aosta, Maurienne und Nizza sowie eines Titularkönigs von Zypern und Jerusalem.
Philibert war der Sohn Philipps II. von Savoyen, genannt „Ohneland“, und dessen erster Ehefrau Margarete von Bourbon. Sein Vater war zunächst Herzog von Savoyen und begründete den jüngeren savoyischen Zweig Savoyen-Bresse. Zu Philiberts engster Familie gehörten seine Schwester Luise von Savoyen, die später die Mutter des französischen Königs Franz I. wurde, sowie zwei früh verstorbene Brüder. Darüber hinaus hatte sein Vater aus einer späteren Ehe und aus außerehelichen Beziehungen mehrere weitere Kinder, darunter den späteren Herzog Karl III. von Savoyen und Rainier von Savoyen-Villars.
Philibert wuchs am französischen Hof seines Cousins, König Karl VIII., auf und erhielt dort seine Ausbildung. 1494 begleitete er seinen Vater und den französischen König auf dem Feldzug nach Neapel. Wegen einer Krankheit, die im Heer ausbrach, kehrte er jedoch nach Piemont zurück. In den folgenden Jahren nahm er aktiv an den italienischen Kriegen teil. Er kämpfte gemeinsam mit seinem Vater gegen die Genuesen und folgte Kaiser Maximilian I. bei dessen Feldzug gegen Florenz.
Nach dem Ende seines Militärdienstes zog sich Philibert nach Bresse zurück. Dort blieb er bis 1497, als er nach dem Tod seines Vaters dessen Nachfolge als Herzog von Savoyen antreten musste. Seine Regierungszeit fiel in eine politisch unruhige Phase. König Karl VIII. von Frankreich starb, und sein Nachfolger Ludwig XII. griff erneut in Italien ein. Ludwig eroberte Mailand, das östlich an Savoyen grenzte, und nahm große Teile des Königreichs Neapel ein. Dadurch geriet Savoyen zwischen französische Besitzungen.
Im Konflikt um das Herzogtum Mailand bewahrte Philibert II. Neutralität. Er vermied es, sich eindeutig auf eine Seite zu stellen, und wurde dafür von Ludwig XII. belohnt. Der französische König verzichtete darauf, in Piemont einzufallen. Philiberts Politik war somit vor allem darauf ausgerichtet, sein Herzogtum aus den großen Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und dem Reich herauszuhalten.
Philibert heiratete zweimal. Seine erste Ehe wurde 1496 geschlossen, als er sechzehn Jahre alt war. Seine Braut war die erst neunjährige Jolanda Ludovica von Savoyen, eine Tochter des Herzogs Karl I. von Savoyen und Blanka von Montferrat. Jolanda war außerdem direkte Erbin der Ansprüche auf die Königreiche Zypern, Jerusalem und Armenien. Sie starb jedoch bereits 1499 im Alter von zwölf Jahren. Aus der Ehe gingen keine Kinder hervor. Philibert erhob trotz ihres Todes weiterhin Ansprüche auf diese Titel.
Im Jahr 1501 heiratete er Margarete von Österreich, die einzige Tochter Kaiser Maximilians I. und Maria von Burgund. Margarete war zuvor mit dem kastilischen Infanten Juan verheiratet gewesen. Die Ehe mit Philibert galt als glücklich, dauerte aber nur drei Jahre. Margarete hegte einen tiefen Groll gegen den französischen Hof, weil Karl VIII., mit dem sie einst verlobt gewesen war, stattdessen Anna von Bretagne geheiratet hatte. Sie versuchte daher, ihren Mann stärker an das habsburgische Reich zu binden.
Unter Margaretes Einfluss übertrug Maximilian I. Philibert 1503 vorübergehend die Gerichtshoheit über mehrere Bistümer, darunter Lyon, Lausanne, Genf, Aosta, Turin, Maurienne, Tarentaise, Vercelli und Mondovì. Margarete drängte ihn außerdem, in den Streit um das Königreich Neapel einzugreifen. Philibert lehnte dies jedoch ab, um seine vorsichtige Politik nicht aufzugeben. Auch auf eine ihm zustehende Lehnshuldigung Ludwigs II. von Saluzzo, eines Verbündeten Frankreichs, verzichtete er.
Margarete nahm zunehmend Einfluss auf die savoyische Innenpolitik. Philibert, der eine große Leidenschaft für die Jagd hatte, überließ die Verwaltung Piemonts seinem außerehelichen Bruder Rainier von Savoyen-Villars. Margarete missbilligte dessen Stellung und bewog ihren Vater, Rainiers Legitimation 1502 aufzuheben. Anschließend setzte sie ein Verfahren gegen ihn durch und veranlasste Philibert 1503, die von ihm 1499 ausgestellte Legitimationsurkunde zu widerrufen. Rainier floh nach Frankreich zu seiner Halbschwester Luise von Savoyen, der späteren Gräfin von Angoulême und Mutter Franz’ I. Während des Gerichtsverfahrens wurden seine Besitzungen im Herzogtum eingezogen. Die Grafschaft Villars fiel an Margarete; Rainier behielt nur das Lehen Tende, das über seine Ehefrau mit ihm verbunden war.
1504 verlegte Philibert wegen einer Pestepidemie in Piemont seinen Hof über die Alpen in das Schloss Pont-d’Ain, in dem er geboren worden war. Dort erkrankte er an einem schweren Fieber und starb am 10. September im Alter von 23 Jahren. Da er keine direkten Nachkommen hinterließ, folgte ihm sein Halbbruder Karl III. auf dem savoyischen Thron. Philibert wurde im Kloster Notre-Dame de Brou nahe Bourg-en-Bresse bestattet.
Nach seinem Tod blieb Margarete politisch aktiv und verhinderte Versuche Karls, Rainier dessen eingezogene Ländereien zurückzugeben. Später beschuldigte Rainier Jacques de Bussy, den Herrn von Eyriat, den Herzog mit vergifteten Süßäpfeln aus Lyon ermordet zu haben. Ein piemontesischer Arzt wurde gefoltert und legte daraufhin ein Geständnis ab. Ob diese Anschuldigung den tatsächlichen Umständen von Philiberts Tod entsprach, bleibt in der überlieferten Darstellung offen.
Quelle: Филиберт II Савойски (bg, 12469617). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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Keine geprüften Kinderbeziehungen vorhanden.