Person

Francisco de Paula de Borbón

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Geburt

  1. 10.03.1794

Tod

  1. 13.08.1865

Porträt von Francisco de Paula de Borbón
Bildnachweis

Francisco de Paula de Borbón label QS:Len," Francisco de Paula de Borbón "

Vicente López Portaña

Sotheby's

Bildquelle: File:Don Francisco de Paula of Bourbon, Infante of Spain (1794-1865) by Vicente Lopez y Portaña.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Francisco de Paula von Spanien wurde am 10. März 1794 im Königlichen Palast von Aranjuez als jüngstes der vierzehn Kinder König Karls IV. und Maria Luises von Parma geboren. Seine Eltern hatten neunundzwanzig Jahre zuvor geheiratet, und der jüngste Sohn war besonders der Liebling seiner Mutter. Francisco erhielt die Namen Francisco de Paula Antonio Maria. Als Kind wurde er zusammen mit seiner Familie von Francisco Goya porträtiert. Er hatte blondes Haar, braune Augen und einen sanften Gesichtsausdruck. Seine Ausbildung unterschied sich von der seiner älteren Brüder Ferdinand und Karl. Der Minister Manuel Godoy ließ ihn nach den pädagogischen Vorstellungen Johann Heinrich Pestalozzis unterrichten. Ursprünglich war vorgesehen, dass Francisco eine Laufbahn in der spanischen Marine einschlagen sollte. Diese Pläne wurden jedoch durch die napoleonische Intervention in Spanien zunichtegemacht. Nachdem Napoleon Karl IV. und Ferdinand VII. in Bayonne zur Abdankung gedrängt und seinen Bruder Joseph Bonaparte zum König von Spanien gemacht hatte, wurde die königliche Familie des Landes verwiesen. Francisco, damals vierzehn Jahre alt, blieb zunächst mit seiner Schwester, der abgesetzten Königin von Etrurien, und deren Kindern im Königlichen Palast von Madrid zurück. Als er am 2. Mai 1808 den Palast verlassen sollte, versammelte sich eine Menschenmenge, um seine Entfernung zu verhindern. Der Anblick des blassen und bewegten Infanten löste einen Volksaufstand gegen die französischen Besatzer aus, der von französischen Truppen unter General Joachim Murat gewaltsam niedergeschlagen wurde. Dieses Ereignis ging als Beginn des Aufstands vom 2. Mai in die Geschichte ein. Während der folgenden zehn Jahre lebte Francisco mit seinen Eltern im Exil. Die Familie hielt sich zunächst in Compiègne und ab Oktober 1808 in Marseille auf. 1812 zog sie nach Rom, um der dort in einem Kloster festgehaltenen Schwester näher zu sein. Während der Hundert Tage Napoleons floh sie vorübergehend nach Verona und kehrte nach Napoleons endgültiger Niederlage nach Rom zurück. Francisco erhielt im Exil nur eine unregelmäßige Ausbildung. Seine Eltern wollten ihn für eine kirchliche Laufbahn gewinnen; er empfing niedere Weihen, trug religiöse Kleidung und erhielt sogar das Angebot, Kardinal zu werden. Eine geistliche Berufung verspürte er jedoch nicht. Stattdessen bat er Ferdinand VII., auf die kirchliche Laufbahn verzichten und in die Armee eintreten zu dürfen. Nach seiner Rückkehr aus Rom geriet Francisco 1816 in Lyon in einen Skandal, der seine Reise nach Spanien verzögerte. Ferdinand VII. verzieh ihm zwar, ordnete aber zunächst eine Reise durch mehrere europäische Höfe an. Heiratspläne mit Prinzessinnen aus Sachsen und Bayern scheiterten. Francisco selbst wünschte eine Verbindung mit seiner Nichte Maria Luisa Carlota von Parma, doch deren Mutter lehnte die Ehe ab. Im April 1818 kehrte er schließlich nach Spanien zurück. Ferdinand VII. überhäufte seinen Bruder mit Ehren und Privilegien. Francisco wurde Mitglied mehrerer spanischer Ritterorden, erhielt Einkünfte aus deren Besitzungen, wurde in den Malteserorden aufgenommen und mit ausländischen Auszeichnungen geehrt. Außerdem ernannte man ihn zum Ehrenmitglied der Königlichen Akademie der Schönen Künste von San Fernando. 1819 heiratete er seine Nichte Luisa Carlotta von den beiden Sizilien, die Tochter seiner Schwester Maria Isabel. Francisco war damals fünfundzwanzig, Luisa Carlotta erst fünfzehn Jahre alt. Sie war energisch, witzig, willensstark und ehrgeizig und gewann bald großen Einfluss auf ihren Mann und auf Ferdinand VII. Zwischen 1820 und 1834 bekam das Paar elf Kinder. Francisco interessierte sich stärker für Kunst und Musik als für politische Macht. Er malte als Amateur und hatte als Sänger eine gute Bassstimme. Seine Räume im Königlichen Palast wurden zu einem Treffpunkt für Musiker und Sänger. Im Laufe seines Lebens sammelte er fast 700 Partituren; 1830 wurde er Ehrenmitglied des neu gegründeten Königlichen Konservatoriums von Madrid. Politisch unterstützte Francisco zunächst die konservative und absolutistische Linie seines Bruders, obwohl seine eigenen Ansichten gemäßigter und liberaler waren. Luisa Carlotta mischte sich dagegen leidenschaftlich in die Regierungsgeschäfte ein. Als Ferdinand VII. kinderlos blieb, sollte eigentlich sein Bruder Karl ihm nachfolgen. Luisa Carlotta setzte jedoch durch, dass Ferdinand ihre Schwester Maria Christina heiratete. Deren Tochter Isabella wurde dadurch zur Thronfolgerin. Nach Ferdinands Tod im Jahr 1833 bestieg die dreijährige Isabella als Isabella II. den Thron. Luisa Carlotta hatte entscheidenden Anteil daran, dass die Nachfolge nicht an Karl und dessen Söhne fiel. Während der Regentschaft Maria Christinas wurde Francisco aus der Regierung ausgeschlossen. Das verschlechterte auch das Verhältnis zwischen den beiden Schwestern. Francisco und Luisa Carlotta schlossen sich der liberalen Opposition an und verschworen sich gegen die Regentin. 1838 mussten sie mit ihren Kindern nach Frankreich ins Exil gehen. Nach dem Sturz Maria Christinas kehrten sie zurück, gerieten aber bald in Konflikt mit deren Nachfolger, General Baldomero Espartero. Ihre Versuche, Einfluss auf die geplanten Ehen Isabellas und ihrer Schwester zu nehmen, führten erneut zur Verbannung. Nach dem Ende der Regentschaft Esparteros 1843 kehrte die Familie nach Madrid zurück. Luisa Carlotta starb am 29. Januar 1844 im Alter von 39 Jahren überraschend an Masern. Francisco setzte seine politischen Heiratspläne fort und hoffte, seinen ältesten Sohn Francisco de Asís mit Isabella II. zu verbinden. Unter dem Druck der französischen Diplomatie kam diese Ehe schließlich im Oktober 1846 zustande. Dadurch wurde Francisco zum Schwiegervater seiner Nichte und nahm während Isabellas Herrschaft eine herausgehobene Stellung am Hof ein. Als er 1849 erneut in politische Fragen eingriff, wurde er vorübergehend aus Spanien ausgewiesen. 1852 schloss Francisco mit Zustimmung der Königin eine morganatische Ehe mit Teresa de Arredondo y Ramirez de Arellano. Das Paar hatte einen Sohn, Ricardo María, der nicht den Namen Bourbon tragen durfte und 1864 den Titel Herzog von San Ricardo erhielt. Die Ehe galt als glücklich, doch Teresa starb bereits 1863. Francisco starb am 13. August 1865, weniger als ein Jahr später, an Darmkrebs. Obwohl er in der Kirche San Francisco bestattet werden wollte, wurde er entsprechend seinem Rang im Escorial beigesetzt.

Quelle: Infante Francisco de Paula of Spain (en, 1358634414). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0