
Bildnachweis
Ernst, son of Friedrich II., died 1486 title QS:P1476,en:"Ernst, son of Friedrich II., died 1486 " label QS:Len,"Ernst, son of Friedrich II., died 1486 " label QS:Lde,"Ernst, Sohn Friedrichs II., gestorben 1486"
Lucas Cranach the Younger
http://lucascranach.org/AT_KHM_GG4795
Bildquelle: File:Ernst Kurfürst von Sachsen, 1441-1486 (AT KHM GG4795).jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Ernst von Sachsen wurde am 24. Januar 1441 in Meißen als zweiter Sohn des sächsischen Kurfürsten Friedrichs II. und dessen Ehefrau Margarete von Österreich geboren. Seine Mutter war eine Tochter Herzog Ernsts von Österreich und die jüngere Schwester Kaiser Friedrichs III. Ernst wuchs in einer Zeit auf, in der die Besitzungen des Hauses Wettin zwischen verschiedenen Familienmitgliedern umstritten waren. Bei der Altenburger Teilung von 1445 erhielt sein Onkel Wilhelm den größten Teil Thüringens, während Friedrich II. die sächsische Kurwürde behielt. Der Streit über die Aufteilung führte 1446 zum sogenannten Sächsischen Bruderkrieg, der erst 1451 mit dem Frieden von Naumburg beendet wurde.
1455 geriet Ernst gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Albrecht III. in eine gefährliche Lage. Der sächsische Adlige Kunz von Kauffungen entführte die beiden jungen Prinzen, um Forderungen auf Schadensersatz durchzusetzen. Sein Vorhaben scheiterte jedoch. Nach dem Tod Friedrichs II. im Jahr 1464 übernahm Ernst die Herrschaft als Kurfürst von Sachsen und Landgraf von Thüringen. Albrecht regierte zunächst als Mitregent an seiner Seite.
Ernst erwies sich als fähiger Landesherr. Unter seiner Regierung entwickelten sich Handel und Handwerk insbesondere in Meißen und Dresden günstig. 1466 trat der böhmische König Georg von Podiebrad das Vogtland im Südwesten an ihn ab. Ernst stärkte außerdem den Einfluss der Wettiner in wichtigen kirchlichen und politischen Zentren. 1478 erreichte er mit päpstlicher Dispens, dass sein Sohn Ernst II. zum Erzbischof von Magdeburg gewählt wurde. Sein dritter Sohn Albrecht wurde 1482 Verwalter des Erzbistums Mainz. Auch Erfurt sowie Quedlinburg mit seinem Stift blieben unter dem Einfluss des Hauses Wettin.
In der Reichspolitik bemühte sich Ernst um gute Beziehungen zum benachbarten Königreich Böhmen. Diese Aufgabe wurde schwieriger, nachdem 1469 Matthias Corvinus dort an die Macht gelangt war. Die Wettiner erweiterten ihren Besitz zudem nach Osten: 1472 erwarben sie das Herzogtum Sagan in Schlesien. Der spätere Erwerb der Herrschaften Beeskow und Storkow in der Niederlausitz führte allerdings zu Konflikten mit den brandenburgischen Kurfürsten. Ernst unterstützte außerdem die Wahl des österreichischen Erzherzogs Maximilian, des Sohnes Kaiser Friedrichs III., zum römisch-deutschen König.
Als Ernsts Onkel, der Landgraf Wilhelm, 1482 starb, fiel Thüringen an Ernst und Albrecht zurück. Damit war der Familienbesitz zunächst wieder vereint. Die Brüder konnten sich jedoch nicht dauerhaft auf eine gemeinsame Verwaltung einigen. Am 26. August 1485 teilten sie in Leipzig das wettinische Erbe endgültig. Albrecht erhielt das Gebiet der früheren Markgrafschaft Meißen und des Osterlandes sowie einen nördlichen Streifen Thüringens mit Weißensee, Langensalza und Sangerhausen. Ernst behielt die Kurwürde und die Gebiete des früheren Herzogtums Sachsen-Wittenberg sowie den größten Teil Thüringens um Weimar. Aus dieser Leipziger Teilung gingen die albertinische und die ernestinische Linie des Hauses Wettin hervor. Die albertinische Linie herrschte über das Herzogtum Sachsen, während Ernsts ernestinische Linie die Kurwürde und ihre thüringischen Besitzungen bewahrte. Kaiser Friedrich III. bestätigte die Teilung im folgenden Jahr. Langfristig schwächte sie die politische Stellung der Wettiner, besonders im Wettbewerb mit den Hohenzollern in Brandenburg und Preußen.
Ernst starb am 26. August 1486, wenige Monate nach der Unterstützung der Königswahl Maximilians, an den Folgen eines Reitunfalls in der Nähe von Colditz. Er wurde im Meißner Dom beigesetzt.
Am 19. November 1460 hatte Ernst in Leipzig Elisabeth von Wittelsbach geheiratet, eine Tochter Herzog Albrechts III. von Bayern. Aus der Ehe gingen sieben Kinder hervor. Die Tochter Christine heiratete 1478 den späteren dänischen und norwegischen König Johann I. Friedrich III., genannt der Weise, wurde Kurfürst von Sachsen. Ernst II. trat in den geistlichen Stand ein und wurde Fürsterzbischof von Magdeburg sowie Verwalter von Halberstadt. Albrecht wurde Verwalter des Erzbistums Mainz, starb jedoch bereits 1484. Johann I., der Beständige oder der Versicherte genannt, wurde ebenfalls Kurfürst von Sachsen. Die Tochter Margarete heiratete 1487 Herzog Heinrich I. von Braunschweig-Lüneburg. Der jüngste Sohn Wolfgang starb bereits 1478.
Ernst gilt als Begründer der ernestinischen Linie der Wettiner. Nach der Niederlage der Ernestiner im Schmalkaldischen Krieg verloren sie 1547 durch die Wittenberger Kapitulation die Kurwürde an Moritz von Sachsen aus der albertinischen Linie. Die Ernestiner behielten vor allem thüringische Gebiete um Weimar. Aus ihrer Dynastie gingen später unter anderem die Häuser Sachsen-Altenburg, Sachsen-Weimar, Sachsen-Eisenach, Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Gotha, Sachsen-Meiningen, Sachsen-Hildburghausen und Sachsen-Coburg-Saalfeld hervor. Die Linie Sachsen-Coburg und Gotha begründete zudem im 19. Jahrhundert Königshäuser in Großbritannien, Portugal und Bulgarien; aus Sachsen-Coburg-Saalfeld entstand das belgische Königshaus.
Quelle: Ernest de Saxe (fr, 235613911). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0