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German: Porträt des Kurfürsten Friedrich der Weise Portrait of Friedrich III of Saxony title QS:P1476,de:"Porträt des Kurfürsten Friedrich der Weise " label QS:Lde,"Porträt des Kurfürsten Friedrich der Weise " label QS:Len,"Portrait of Friedrich III of Saxony" label QS:Lnl,"Portret van Friedrich III van Saksen"
Lucas Cranach the Elder
liechtensteinmuseum.at
Bildquelle: File:Lucas Cranach d. Ä. 097.jpg · Lizenz: Public domain
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Biografie
Friedrich III., bekannt als Friedrich der Weise, wurde am 17. Januar 1463 auf Schloss Hartenfels in Torgau geboren. Er war der älteste Sohn des sächsischen Kurfürsten Ernst und dessen Ehefrau Elisabeth, einer Tochter des bayerischen Herzogs Albrecht III. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1486 übernahm der damals 23-Jährige aus der ernestinischen Linie der Wettiner das sächsische Kurland und die Kurwürde. Die übrigen, weit verstreuten Gebiete regierte er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Johann, der später den Beinamen „der Beständige“ erhielt.
Die politische Ausgangslage war durch die Leipziger Teilung von 1485 geprägt, mit der die wettinischen Besitzungen in eine ernestinisch-thüringische und eine albertinisch-meißnische Linie geteilt worden waren. Friedrich machte Torgau zu seiner wichtigsten Residenzstadt und verfügte dank der sächsischen Silberbergwerke sowie seiner Anteile an den Einnahmen der Münzstätten über eine solide finanzielle Grundlage. Sein Bildnis auf einem Bartgroschen von 1492 gilt als das erste Porträt eines Regenten auf einer Münze der sächsischen Münzgeschichte. Gemeinsam mit seinem Bruder Johann und Herzog Georg dem Bärtigen beschloss er im Jahr 1500 die Leipziger Münzordnung. Damit begann in Sachsen der erste Abschnitt der sächsischen Talerwährung.
Friedrich war unverheiratet, hatte jedoch mit Anna Weller, die nicht seinem Stand angehörte, mehrere Kinder. Zeitgenössische Porträts zeigen ihn als körperlich sehr umfangreichen Mann; der päpstliche Nuntius Hieronymus Aleander bezeichnete ihn deshalb spöttisch als „fettes Murmeltier“. Dennoch verlieh ihm Papst Leo X. 1518 die Goldene Rose, die höchste päpstliche Auszeichnung für besondere Verdienste um die katholische Kirche. Tatsächlich sollte die Ehrung Friedrich dazu bewegen, Martin Luther der kirchlichen Gerichtsbarkeit auszuliefern.
Religiös war Friedrich zunächst fest in den Frömmigkeitsformen seiner Zeit verwurzelt. Er besuchte täglich die Messe, verehrte Maria und die Heiligen und widmete sich intensiv dem Reliquienkult. Auf einer Wallfahrt ins Heilige Land im Jahr 1493 erwarb er zahlreiche Reliquien und baute seine Sammlung anschließend planmäßig aus. Schließlich besaß er mit mehr als 19.000 Stücken eine der größten Reliquiensammlungen seiner Zeit. Lucas Cranach der Ältere stellte diese Sammlung 1509 in einer ausführlichen Beschreibung mit Holzschnitten dar. Cranach war seit 1505 Friedrichs Hofmaler in Wittenberg und prägte das kulturelle Umfeld des Kurfürsten maßgeblich.
Friedrich förderte Bildung, Kunst und Architektur. 1502 gründete er die Universität Wittenberg, die sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bedeutendsten Hochschulen entwickelte. Während seiner Regierungszeit stand dort vor allem die Hinwendung zum Renaissance-Humanismus im Vordergrund; später wurde die Universität zu einem zentralen Ausgangspunkt und Lehrort der Reformation. Außerdem ließ Friedrich mehrere Schlösser neu errichten oder grundlegend umgestalten, darunter die Schlösser in Wittenberg, Torgau und Colditz. 1493 wurde er in Jerusalem zum Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab geschlagen. Sein Sekretär und Schatzmeister Degenhart Pfaffinger, der ihn auf dieser Wallfahrt begleitet hatte, blieb ihm später als wichtiger Vertrauter verbunden.
Auch für die Entwicklung der Reitkunst spielte Friedrich eine Rolle. Er gehörte zu den ersten deutschen Kurfürsten, die Pferde aus dem medischen Nisäer-Typ, die als „Türken“ bezeichnet wurden, nach Deutschland importierten. In seinen Gestüten in Bleesern und Torgau ließ er diese Tiere züchten. Bleesern entwickelte sich dadurch zum ältesten erhaltenen zahmen Gestüt Mitteleuropas. Friedrich stand in Verbindung mit dem Herrscherhaus Gonzaga in Mantua, das ebenfalls solche Pferde züchtete. Die Tiere trugen dazu bei, dass sich in Deutschland eine neue Reitkunst entwickelte, die allmählich die traditionelle ritterliche Reitweise ablöste.
Auf Reichsebene gewann Friedrich ebenfalls an Bedeutung. König Maximilian I. übertrug ihm 1507 auf dem Reichstag von Konstanz die Generalstatthalterschaft. Dieses Amt endete, nachdem Maximilian 1508 nach seiner Wahl zum römischen Kaiser aus Trient zurückgekehrt war. Friedrichs politische Vorstellungen zielten auf eine stärkere Stellung der Territorialfürsten, eine Begrenzung der kaiserlichen Zentralgewalt und eine Eindämmung der finanziellen Ansprüche des Papsttums. Diese Haltung beeinflusste vermutlich auch seinen Umgang mit Martin Luther. Friedrich stand Luthers theologischen Gedanken persönlich zurückhaltend gegenüber und empfing ihn während seiner gesamten Regierungszeit nie selbst. Dennoch schützte er ihn aus politischen und rechtlichen Gründen.
Als Rom 1518 ein Ketzerurteil gegen Luther fällte, verweigerte Friedrich dessen Anerkennung. Er setzte sich außerdem für freies Geleit Luthers zum Reichstag nach Worms ein und ließ ihn nach dessen Ächtung auf der Wartburg unterbringen. Damit geriet er in einen offenen Konflikt mit der römischen Kurie und dem Kaiser. Seine beharrliche, ausgleichende und wenig kriegerische Politik trug ihm später den Beinamen „der Weise“ ein.
Eine wichtige Rolle spielte Friedrich auch bei der Königswahl von 1519. Er selbst galt zeitweise als möglicher Kompromisskandidat zwischen dem französischen König Franz I. und dem Habsburger Karl. Obwohl er gute Chancen auf die Kaiserwürde gehabt hätte, lehnte er eine eigene Kandidatur bereits vor der Wahl ab und wirkte stattdessen als Vermittler unter den Kurfürsten. Am 28. Juni 1519 wurde schließlich der 19-jährige Habsburger einstimmig gewählt. Karl V. musste eine von Friedrich wesentlich mitgestaltete Wahlkapitulation unterzeichnen, die den Reichsständen größere Mitspracherechte gegenüber der kaiserlichen Zentralmacht zusicherte.
Friedrich gehörte zu den wenigen Fürsten, die während der Bauernkriege gegen eine gewaltsame Vernichtung der Bauern eintraten. Er war der Auffassung, dass ihre Forderungen erfüllt werden sollten. Erst auf dem Sterbebett ließ er sich das Abendmahl in protestantischer Form reichen, was als spätes Bekenntnis zur Reformation verstanden wurde. Er starb am 5. Mai 1525 in Lochau. Mit seinem Tod endete auch der letzte bedeutende Widerstand gegen einen Krieg mit den Bauern. Friedrich wurde in der von ihm erbauten und ausgestatteten Wittenberger Schlosskirche beigesetzt. Sein Bruder Johann übernahm anschließend die Kurwürde.
Quelle: Friedrich III. (Sachsen) (de, 268638535). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0
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