Person

Philipp Wilhelm August von der Pfalz

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Geburt

  1. 19.11.1668

Tod

  1. 05.04.1693

Porträt von Philipp Wilhelm August von der Pfalz
Bildnachweis

Filips Willem August van de Palts by Pieter van der Werff

Pieter van der Werff

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Bildquelle: File:Filips Willem August van de Palts by Pieter van der Werff.jpg · Lizenz: Public domain

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Biografie

Filipp Wilhelm August von Pfalz-Neuburg wurde am 19. November 1668 in Neuburg an der Donau geboren. Er war ein Prinz und Pfalzgraf von Neuburg sowie das dreizehnte Kind und der achte Sohn des pfälzischen Kurfürsten Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg und dessen zweiter Ehefrau Elisabeth Amalia. Seine Mutter war eine Tochter des Landgrafen Georg II. von Hessen-Darmstadt. Philipp Wilhelm August entstammte damit einer großen fürstlichen Familie, deren Mitglieder vielfach kirchliche oder dynastische Aufgaben übernahmen und durch Ehen mit anderen europäischen Herrscherhäusern verbunden waren. Zu seinen Geschwistern gehörten mehrere bedeutende Persönlichkeiten. Seine ältere Schwester Eleonore Magdalene Therese wurde die dritte Ehefrau Kaiser Leopolds I. Sein Bruder Johann Wilhelm folgte 1690 seinem Vater als Kurfürst von der Pfalz und heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau Anna Maria Luisa de’ Medici. Weitere Brüder wurden Bischöfe oder Erzbischöfe, darunter Ludwig Anton von Worms, Alexander Sigismund von Augsburg sowie Franz Ludwig, der später Erzbischof von Trier und Mainz wurde. Auch mehrere Schwestern gingen angesehene Ehen ein: Maria Sophie Elisabeth heiratete den portugiesischen König Peter II. aus dem Haus Braganza, Maria Anna Adelheid den spanischen König Karl II., und Dorothea Sophie wurde zunächst mit dem Herzog von Parma und Piacenza, Odoardo II. Farnese, und später mit dessen Bruder Franz Farnese verheiratet. Diese familiären Verbindungen spiegeln die politische und gesellschaftliche Bedeutung dynastischer Ehen im europäischen Fürstenumfeld seiner Zeit wider. Philipp Wilhelm August besuchte zunächst seinen Bruder Ludwig Anton in Breslau und seine Schwester Eleonore in Wien. Im Jahr 1689 unternahm er anschließend eine Grand Tour durch Italien. Solche Bildungsreisen dienten jungen Angehörigen des Adels dazu, fremde Länder, Höfe und kulturelle Zentren kennenzulernen. Über seinen konkreten Reiseverlauf oder seine Eindrücke ist in der überlieferten Darstellung jedoch nichts Näheres angegeben. Am 29. Oktober 1690 heiratete Philipp Wilhelm August in Raudnitz Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg. Sie war eine Tochter des Herzogs Julius Franz von Sachsen-Lauenburg und der pfalzgräflichen Prinzessin Maria Hedwig von Sulzbach. Die Ehe verband Philipp Wilhelm August somit mit einem weiteren bedeutenden Adelsgeschlecht. Aus der Verbindung gingen zwei Töchter hervor. Die erste, Pfalzgräfin Leopoldine Eleonore, wurde 1691 geboren, starb jedoch bereits 1693. Die zweite Tochter, Maria Anna Karolina von Neuburg, kam ebenfalls 1693 zur Welt und lebte bis 1751. Sie heiratete Ferdinand Maria Innocenz von Bayern, einen Sohn des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel. Neben seinen dynastischen Pflichten schlug Philipp Wilhelm August eine militärische Laufbahn ein. Über seine militärischen Tätigkeiten und Ämter berichtet die Quelle allerdings keine Einzelheiten. Sein Leben endete früh und unvermittelt: Er starb am 5. April 1693 in Reichstadt im Alter von 24 Jahren. Sieben Tage zuvor war er von einem als „bösartiges Fieber“ bezeichneten Leiden befallen worden. Trotz seines jungen Alters hatte er bereits geheiratet, eine Familie gegründet und sich in die militärische Tradition seines Standes gestellt. Philipp Wilhelm August wurde in der Pfarrkirche von Reichstadt beigesetzt. Sein Herz erhielt eine gesonderte Bestattung und ruht in der Hofkirche zu Neuburg. Sein Tod fiel in eine Zeit, in der die europäischen Fürstenhäuser eng durch Verwandtschaft, kirchliche Ämter, militärische Dienste und politische Ehen miteinander verflochten waren. Auch sein eigenes kurzes Leben steht in diesem Zusammenhang: Als Sohn eines Kurfürsten, Bruder einer Kaiserin und mehrerer hoher kirchlicher Würdenträger sowie Ehemann einer Prinzessin aus dem Haus Sachsen-Lauenburg gehörte er zu einem weit verzweigten dynastischen Netzwerk, dessen Verbindungen über die Pfalz hinaus nach Österreich, Spanien, Portugal, Bayern, Italien und andere Teile Europas reichten.

Quelle: Filippo Guglielmo Augusto del Palatinato (it, 145998233). Die Fakten wurden ausgewählt, zusammengefasst und eigenständig neu formuliert. Wikipedia-Quellinhalte: CC BY-SA 4.0